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Anfrage, Antrag und Prüfantrag SPD Stadtratsfraktion

Anfrage zur kommenden Sitzung des Schul- und Kulturausschusses - Antrag Lehrerdienstgeräte (SoLD) - Prüfantrag Stellenschaffung für die dauerhafte IT-Betreuung an den Schweinfurter Schulen

SCHWEINFURT - WLAN-Ausstattung für den unterrichtlichen Einsatz an den Schweinfurter Schulen

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, über ein Jahr schränkt uns die Corona-Pandemie nun schon auf allen Ebenen der Gesellschaft ein. Auch für die Schulen ergaben sich bekanntlich hieraus völlig neue Rahmenbedingungen des Unterrichtens, die sich je nach aktueller Lage wieder verändern.

 

Die Umstellung in den Distanzunterricht hat sowohl den Schülerinnen und Schülern, den Eltern als auch den Lehrerinnen und Lehrern viel abverlangt. Eine Grundvoraussetzung für gelingendes Distanz- und Wechsellernern ist die Schaffung von Infrastruktur, der Hardware, aber auch eine stabile und schnelle Internetverbindung sowie fachkundiges pädagogisches Personal.

 

Durch die erfreulich niedrigen Inzidenzwerte ist es nunmehr möglich, dass sowohl die Abschussklassen (bereits seit einigen Wochen), als auch nun die Grundschüler wieder im Wechselunterricht die Schule besuchen können.

 

Für die Lehrerinnen und Lehrer bedeutet dies allerdings, dass sie die Lernenden eines Kurses parallel – die Präsenzgruppe in der Schule, die andere Gruppe der gleichen Klasse im Distanzlernen - unterrichten. Unerlässlich hierfür ist eine ausreichende Versorgung mit sinnvollem, pädagogisch einsetzbarem WLAN, das für den unterrichtlichen Einsatz geeignet ist, damit die Kolleginnen und Kollegen ihren Unterricht auch von der Schule aus halten können (Videounterricht, Streaming usw.).

 

Daher bitte ich um die Beantwortung folgender Fragen in der nächsten Sitzung des Schul- und Kulturausschusses:

1. Welche Art von WLAN-Infrastruktur steht welcher Schweinfurter Schule zur Verfügung?

 

2. Ist der Anschluss in dem jeweiligen Schulgebäude flächendeckend vorhanden?

a. Wie hoch ist die Anzahl der Räume?

b. Wie hoch ist die Anzahl der Accesspoints?

c. Wie ist die Anbindung der Accesspoints realisiert?

d. Seit wann im Einsatz bzw. ab wann ist der Einsatz geplant?

e. Wie ist die Einbindung in das vorhandene Schulnetz?

 

3. Wer ist für den technischen Support zuständig?

 

4. Welche Kosten sind bisher entstanden?

 

5. Mit welchen Kosten wird noch gerechnet?

 

6. Wie weit ist die Realisierung der Glasfaseranschlüsse fortgeschritten? (vgl. Vorlage der Verwaltung zum Schuku am 13.07.2020: Schulen, die laut Verwaltung noch keinen besitzen)

 

7. Welche Antwort hat die Stadt Schweinfurt auf ihre Forderung an Herrn Regierungspräsident Dr. Ehemann vom 30.6.2020 erhalten, dass der Förderbescheid an die Stadt Schweinfurt zum Glasfaseranschluss umgehend ergehen möge? (vgl. Vorlage der Verwaltung zum Schuku am 13.07.2020, S. 16.)

 

 

 

 

Lehrerdienstgeräte (SoLD)

Die Anforderungen an die digitale Ausstattung für Lehrerinnen und Lehrer ist seit Beginn der Pandemie immens gestiegen. Gleichwohl ist der ortsunabhängige Zugriff auf mobile Daten, cloudgestützte Systeme und weitere Systeme der Kommunikation schon vor der Pandemie deutlich geworden und der Transformationsprozess nicht erst seit ihrem Ausbruch erkennbar. In der Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus vom 11. Januar 2021 (Az. I.5-BS4400.27/390/1) ist nun zu lesen, dass der Freistaat die digitalen Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte verbessert und Finanzmittel für die Beschaffung von Dienstgeräten bereitstellt.

Hervorgehoben wird auf der Internetseite des Ministeriums für Unterricht und Kultus die Notwendigkeit der Geräte:

 

Dienst-Laptops und -Tablets dienen der rechtssicheren und zuverlässigen Erledigung der Dienstaufgaben der Lehrkräfte und unterstützen z. B. die digitale dienstliche Kommunikation, unterrichtsbezogene Verwaltungstätigkeiten oder eine zentrale Datenablage und Datenaustausch zu unterrichtlichen und organisatorischen Zwecken. Im Zusammenspiel mit der digitalen Infrastruktur der Digitalen Klassenzimmer werden Lehrerdienstgeräte auch bei der Unterrichtsdurchführung bzw. Unterrichtsvor- und -nachbereitung innerhalb und außerhalb der Schule nutzbar. Dabei können mobile Endgeräte für den Dienstgebrauch die bisherigen stationären Lösungen in den Klassenzimmern sowie die vielfach eingesetzten Privatgeräte ablösen. Über die Lehrerdienstgeräte können die Arbeitsbedingungen für Lehrerinnen und Lehrer – im Distanz- wie im Präsenzunterricht – deutlich verbessert und zugleich rechtlichen und technischen Problemen wirkungsvoll begegnet werden, die sich aus der Nutzung von Privatgeräten für dienstliche Aufgaben der Lehrkräfte (etwa durch Speicherung und Verarbeitung personenbezogener Daten der Schülerinnen und Schüler) bisher ergeben haben.1


Zum Verfahren ist weiter zu lesen: 1 www.km.bayern.de/lehrerdienstgeraete. Zuletzt am 26.02.2021. Der Freistaat und die Kommunalen Spitzenverbände haben in diesem Zuge die Übereinkunft getroffen, im Sinne einer pragmatischen Lösung vorhandene Kräfte zu bündeln, damit die Dienst-Laptops und -Tablets möglichst zügig bei den Lehrerinnen und Lehrern ankommen können: Dafür gliedern die Schulaufwandsträger die Bereitstellung in bestehende Beschaffungsstrukturen ein und sorgen bei der Integration für die Passung zur jeweiligen IT- und Netzwerk-Infrastruktur an der Schule. Im Gegenzug sorgen Land und Bund über insgesamt 92,8 Mio. € an staatlichen Leistungen für eine ausreichende

<link typo3 https: www.km.bayern.de lehrerdienstgeraete.>Finanzierungs-grundlage.2

 

Wir beantragen daher, die vollumfängliche Ausschöpfung des Sonderbudgets Lehrerdienstgeräte für die Schulen der Sachaufwandsträgerschaft der Stadt Schweinfurt.

 

Stellenschaffung für die dauerhafte IT-Betreuung an den Schweinfurter Schulen

Dauerhaftes und zuverlässiges IT-Personal ist an Schulen unverzichtbar. „Es ist unabhängig vom DigitalPakt Schule die Aufgabe von Kommunen [...] Betrieb, Support und Wartung der IT in den Schulen sicherzustellen.“

Das Spektrum für Lehrer, die die Funktionsstelle des Systemadministrators ausüben (also zusätzlich neben ihrem Unterricht), ist vielschichtig. Vergleiche hierzu auch Anlage 1. Nicht erst seit Beginn der Pandemie fordern u. a. Lehrerverbände die professionelle Unterstützung bei der Wartung und Pflege der schulischen Hardware.

Insofern stimmen die Ergebnisse des Konjunkturpakets des Koalitionsauschusses hoffnungsfroh. Unter anderem sollen die Kosten für Systembetreuer vom Bund übernommen werden. Konkret sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel:„Wir werden das Personal für Systemadministratoren bezahlen. Die Schulen müssen also Leute einstellen, die die ganze Digitalisierung auch verwalten, das können die Lehrer ja nicht nebenbei machen.“ Bis jetzt liegt noch keine Förderrichtlinie vor, die eine eindeutige Kostenaufstellung seitens des Bundes regelt.

Auch in der Säule 6 „Digitale Bildungsregion“ decken sich die Forderungen und Handlungsempfehlungen für Systemadministratoren. Für die Stadt Schweinfurt, die Bildungsregion werden will, sollte großes Engagement darauf verwendet werden im Bereich Digitalisierung Vorreiter zu sein.

 

Die Verwaltung möge:

1. gemeinsam mit den Schulen ermitteln, wie viele Stellen nötig sind, um die Systembetreuung an den Schweinfurter Schulen dauerhaft und zuverlässig sicherzustellen und über die Ergebnisse im Stadtrat berichten.

 

2. ein Konzept erarbeiten, wie der Fachkräftebedarf in diesem Bereich kurzfristig mit Maßnahmenbeginn gedeckt werden kann.

 

3. prüfen und in der nächsten Sitzung berichten, ob die Förderkulisse einen vorzeitigen Maßnahmenbeginn zulässt. Und

 

4. falls ein vorzeitiger Maßnahmenbeginn möglich ist, die notwendigen Mittel zur Vorfinanzierung bereitstellen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Julia Stürmer-Hawlitschek

stellvertretende Fraktionsvorsitzende