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Abschied von Klaus Wanka: Der Mann der ersten Sunde verlässt die Schweinfurter Tafel

05.10.2011

Schweinfurt - „Jeder gibt, was er kann - dem Motto der Tafeln in Deutschland könnte man eine ganz andere Bedeutung abgewinnen: Nach über acht Jahren als Vorsitzender der Schweinfurter Tafel hat Klaus Wanka seinen Rücktritt erklärt: Aus gesundheitlichen, familiären und persönlichen Gründen, die es ihm nicht mehr erlauben, weiter mit dem Engagement tätig zu sein, das seinen Vorstellungen immer entsprochen hat. Er hat unbestritten immer gegeben, was er geben konnte, doch jetzt musste die Tafel diese Entscheidung - wenn auch mit großem Bedauern - respektieren.


Vorstandsmitglied  Horst Wacker leitete bei der letzten Mitgliederversammlung die Verabschiedung des langjährigen Vorstandsvorsitzenden der „Schweinfurter Tafel e.V.“, Klaus Wanka, ein, und ließ dessen „Tafel-Weg“ Revue passieren: 2001 hatte die Diakonie in einer Wärmestube einmal wöchentlich eine kleine Lebensmittelausgabe an bedürftige Schweinfurter begonnen und schon damals stand Klaus Wanka an vorderster Stelle. Da diese Einrichtung den Bedarf nicht ausreichend abdecken konnte, um die Bedürftigen in Schweinfurt mit vollwertigen Lebensmitteln zu versorgen, entstand bei ihm die Idee einer eigenständigen Schweinfurter Tafel.  Noch in 2002 knüpfte er erste Kontakte zum Bundesverband „Deutsche Tafel e.V.“,  bereits im Februar 2003 fand die Gründungsversammlung der „Schweinfurter Tafel e.V.“ statt.

Die mutige Entscheidung für eine freie, überkonfessionelle und überparteiliche, also für alle Bevölkerungsschichten offene Tafel war getroffen. Durch seine Aktivitäten konnten nicht nur die sieben erforderlichen Gründungsmitglieder, sondern auf Anhieb 36 Personen als Vereinsmitglieder und 18 Personen als aktive Mitarbeiter in der Gründungsversammlung begrüßt werden. Zum Vorstandsvorsitzenden wurde Klaus Wanka gewählt. „Wir sind inzwischen ein kleines Unternehmen“ erklärte Klaus Wanka immer wieder im Hinblick auf die zunehmend umfangreicheren Arbeiten der Schweinfurter Tafel, was auch in seinem Jahresbericht in vielen Zahlen zum Ausdruck kommt. Mit diesen Leistungen steht die Schweinfurter Tafel heute mit ganz oben in Nordbayern.

Die Umzüge von der Kirchgasse in die Karl-Fichtel-Str. in Oberndorf und von dort in das derzeitige Domizil der Tafel, in der Brombergstraße am Bergl, zählten ebenso zu den markanten Ereignissen wie die Einrichtung der Außenstelle in Gerolzhofen. Über die herkömmlichen Aufgaben eines Vorstandsvorsitzenden hinaus galt es für Klaus Wanka (auf dem Bild bei der Verabschiedung mit seiner Frau Ilse) immer aufs Neue, Sponsoren und Spender zu gewinnen. Mit enormen Einsatz widmete er sich der Außendarstellung „seiner“  Schweinfurter Tafel durch unzählige Vorträge, Pressemitteilungen, Besucherempfänge, Spendenübergaben, Fernsehauftritte, aber auch durch Veranstaltungen und Ausstellungen (Ehrenamtstage, Ufra).

Zu all dem kamen noch eine zweijährige Tätigkeit als Ländervertreter für die nordbayerischen Tafeln, die Mitarbeit in der Projektgruppe „Initiative Sozialpass“ Schweinfurt und die Mitarbeit am Positionspapier des Diakonischen Werkes der EKD in Deutschland, zusammen mit anderen Fachleuten aus ganz Deutschland verantwortlich für den sozialpolitischen Teil. Seine jahrelange ehrenamtliche Tätigkeit hat Klaus Wanka zwischen und bei zwei Gruppen gesehen, bei den Ehrenamtlichen und den Kunden: Er hat  nie einen Zweifel daran gelassen und dies auch oft betont, dass die Tafel nur funktioniert durch das Engagement all der vielen Helferinnen und Helfer; er hat, über das Alltagsgeschäft hinaussehend, auch in der Öffentlichkeit immer wieder darauf hingewiesen, dass zur Verbesserung der Situation der Kunden die Politik gefragt ist, die nicht nur auf freiwilliges Engagement setzen darf, um ihre eigenen Versäumnisse auszugleichen; eine gerechte Gesellschaft ist sein und muss dasZiel sein.

Der Redner dankte Klaus Wanka namens der Vorstandschaft sowie aller Helferinnen und Helfer und aller Mitglieder ganz herzlich für alles, was er für die Schweinfurter Tafel geleistet hat und wünschte ihm und seiner Ehefrau Ilse alles erdenklich Gute für ihren weiteren  Lebensweg.


Von: Michael Horling