Soziale Netzwerke

  

Anzeige

Arbeitslosenzahlen sind praktisch unverändert

30.11.2010

Schweinfurt / Main-Rhön - Im November blieb die Arbeitslosigkeit in der Region im Vergleich zum Vormonat mit einem Rückgang um 90 Betroffene fast unverändert. Mit 8.736 Arbeitslosen lag die Arbeitslosenquote wie schon im Oktober bei 3,7 Prozent. Das waren noch 0,1 Prozentpunkte weniger als im November des Jahres 2008, dem bisher seit langem günstigsten Jahr auf dem Arbeitsmarkt in der Region Main-Rhön. Vor einem Jahr hatte die Arbeitslosenquote 4,4 Prozent betragen.


„Geringe Unterschiede bei der Arbeitslosigkeit zwischen den Monaten Oktober und November entsprechen den jahrelangen Erfahrungswerten“, ordnet Dr. Renata Häublein, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schweinfurt, die Entwicklung ein. „Dass in diesem Jahr die Arbeitslosigkeit im November noch etwas geringer war als im Vormonat, liegt sicher auch an dem bisher günstigen Witterungsverlauf;“ so Dr. Häublein weiter.

Auch im November ging die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr am stärksten bei den Jugendlichen unter 25 Jahren zurück, nämlich um 31,9 Prozent. Insgesamt über alle Altersgruppen betrug dieser Rückgang 17 Prozent. Wie schon in den Vormonaten profitierten die Älteren (50 Jahre oder älter) mit einem Minus von lediglich 0,9 Prozent am wenigsten von der positiven Entwicklung. Die einzige Altersgruppe, welche sogar eine leichte Steigerung der Arbeitslosigkeit verzeichnete, waren die Arbeitnehmer zwischen 55 und 65, hier wurden acht Prozent mehr gezählt als vor Jahresfrist. In absoluten Zahlen ausgedrückt standen 859 Arbeitslosen unter 25 Jahren 3.097 Arbeitslose gegenüber, welche das 50. Lebensjahr vollendet hatten.

Bei Betrachtung der Entwicklung der Arbeitslosigkeit bei den Kunden der Arbeitsagentur (SGB III / ALG I) und der Arbeitsgemeinschaften bzw. der Stabsstelle der Stadt Schweinfurt (SGB II / ALG II) ist der Rückgang im Bereich des Arbeitslosengeldes I im Jahresvergleich nach wie vor deutlich höher: Die Arbeitsagentur zählte 26,4 Prozent weniger Arbeitslose, während durch die Grundsicherungsstellen nur 6,9 Prozent weniger Menschen ohne Arbeit betreut wurden. Der Anteil der arbeitslos gemeldeten Menschen, welche dem Bereich des SGB II (ALG II) zuzuordnen sind, stieg binnen Jahresfrist von 48,5 auf 54,8 Prozent. „Diese Entwicklung im Rahmen des wirtschaftlichen Aufschwungs war leider zu erwarten“, kommentiert die Leiterin der Arbeitsagentur die Zahlen. „Die nun wieder gesuchten Fachkräfte hatten während ihrer Arbeitslosigeit aufgrund einer vorherigen beitragspflichtigen Beschäftigung überwiegend einen Anspruch auf Arbeitslosengeld I. Unter den Kunden der Arbeitsgemeinschaften finden sich dagegen viele Arbeitnehmer, welche aus verschiedensten Gründen schwerer zu vermitteln sind. Oft sind sie deshalb auch schon längere Zeit arbeitslos.“

Bei den neu eingegangenen ungeförderten Stellenangeboten lag das Angebot mit 845 Stellen nur leicht über dem Niveau des Vormonats (818), aber der Vorjahrsvergleich fiel mit einem Plus von 39,2 Prozent wieder deutlich positiv aus. Im Oktober hatte die Steigerung gegenüber dem Vorjahr nur noch 5,5 Prozent betragen. Der Bestand an Arbeitsangeboten lag mit 1.682 um 16 unter dem des Oktober, aber um 540 oder 47,3 Prozent über dem des Vorjahres.

„Insgesamt hat sich beim Arbeitskräftebedarf seit dem letzten Monat nicht viel geändert“, stellt Dr. Häublein fest, „nach wie vor haben wir ein Überangebot an Arbeitskräften im Handel, bei den Büroberufen und bei den ungelernten Kräften, während die Nachfrage nach Fachkräften aus Handwerk und Industrie oft nicht zeitgerecht befriedigt werden kann. Noch schwieriger,“ so Dr. Häublein weiter, „ist die Situation im Gesundheits- und Pflegebereich.“

Der Jahreszeit entsprechend war die Nachfrage im Hotel- und Gaststättenbereich rückläufig, allerdings nur bei Saisonkräften. In der Baubranche ist die Auftragslage der Firmen recht unterschiedlich. Soweit die Konjunkturprogramme noch wirken, werden auch immer wieder Fachkräfte gesucht, generell geht der Bedarf an neuen Arbeitskräften aber allmählich zurück.

Der erste Wintereinbruch in den letzten Novembertagen wird die Nachfrage in den Außenberufen sicher reduzieren und hier auch zu vermehrten Zugängen in die Arbeitslosigkeit führen. Im produzierenden Gewerbe sind allerdings bisher keine Anzeichen für eine Änderung der positiven Entwicklung zu erkennen, so dass die Agentur für Arbeit dem kommenden Winter insgesamt zuversichtlich entgegen sieht.


Von: Michael Horling