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DGB: Rente mit 67 erhöht Altersarmut in Schweinfurt

19.11.2010

Schweinfurt - Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) warnt vor steigender Altersarmut in Schweinfurt und fordert den sofortigen Stopp der Rente mit 67. Frank Firsching, der Vorsitzende der DGB-Region Schweinfurt-Würzburg, sagte am Dienstag, dass Altersarmut in der Stadt und im Landkreis schon jetzt deutlich zu spüren sei. „Aufgrund der Rentenkürzungen liegen die Altersrenten im Regierungsbezirk Unterfranken im Schnitt nur noch bei 673 Euro und damit noch niedriger als der Durchschnitt im gesamten Bundesgebiet (706 Euro). „Wir müssen dringend umsteuern, damit die gesetzliche Rente wieder armutsfest wird. Als ersten Schritt fordern wir die Bundesregierung auf, die Rente mit 67 zu stoppen oder alternativ: die Landesregierung auf, eine Initiative für den sofortigen Stopp der Rente mit 67 zu ergreifen, weil die Rente mit 67 die Altersarmut zusätzlich verschärfen würde“, so der Gewerkschafter. Nach DGB-Berechnungen muss im Regierungsbezirk Unterfranken fast jeder sechste Beschäftigte aus gesundheitlichen Gründen frühzeitig aus dem Arbeitsleben ausscheiden und hohe Abschläge bei der Erwerbsminderungsrente hinnehmen.


„Die Rente ab 67 Jahre ist für die meisten Beschäftigten unerreichbar und wird zu einer reinen Rentenkürzung“, erklärte der DGB-Regionsvorsitzende. Eine große Zahl von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern kann auch deshalb nicht bis 65 Jahre arbeiten, weil die Beschäftigungschancen zu schlecht sind. „Auch in Schweinfurt bietet der Arbeitsmarkt nicht genügend Möglichkeiten für Ältere“, so Frank Firsching. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind in der Stadt Schweinfurt nur 20,6% bzw. im Landkreis 19,7 % aller 60-64-Jährigen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Fast jeder Dritte aller Arbeitslosen im Bezirk der Hauptagentur für Arbeit Schweinfurt sei älter als 50 Jahre. „Den meisten dieser mehr als 1000 Bürgerinnen und Bürger wird ein Wiedereinstieg in Beschäftigung nicht gelingen“, fürchtet der Gewerkschafter. Auch die wirtschaftliche Erholung habe die Beschäftigungsmöglichkeiten Älterer nicht verbessern können. So seien die Arbeitslosenzahlen bei den 55-64-Jährigen deutlich gestiegen. In der Stadt Schweinfurt gäbe es im Vergleich zum Vorjahr 6,9 % mehr Arbeitslose in dieser Altersgruppe.

Für den DGB ist die Rente mit 67 deshalb der falsche Weg. „Die Voraussetzungen für eine Erhöhung des gesetzlichen Renteneintrittsalters sind nicht gegeben. „Es wäre völlig inakzeptabel, wenn die Bundesregierung sehenden Auges in Kauf nimmt, dass Altersarmut zur Perspektive für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wird“, sagte Firsching. Schon heute müssten bereits mehr als die Hälfte aller Altersrentner/-innen in Deutschland Abschläge in einer durchschnittlichen monatlichen Höhe von 114 Euro in Kauf nehmen.


Von: Michael Horling