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"Friedrich Rückert und die Musik": 19. Band der Studien über den Dichter

29.03.2011

Schweinfurt - "Friedrich Rückert und die Musik" ist das Thema des 19. Bandes der Rückert-Studien. Am Montag wurden sie im Trausaal des Rathauses vorgestellt. Auch wenn der Schweinfurter Dichter und Orientalist einer Umfrage zufolge weniger im Bewusstsein heutiger Literaturproduzenten ist, führten Gedichte von ihm ein Eigenleben. Dazu hätten ihnen die Vertonungen von namhaften Komponisten wie Franz Schubert, Robert Schumann und Gustav Mahler verholfen, wie dem Vorwort des jüngsten Jahrbuchs zu entnehmen ist. Gedichte von Rückert haben zahlreiche Komponisten zu subtilen Tondichtungen inspiriert


Immerhin zählt Rückert, neben Goethe und Heine zu den meistvertonten Dichtern deutscher Sprache. Neben zahlreichen Fachbeiträgen kommen im neuen Jahrbuch auch Interpreten wie Dietrich Fischer-Dieskau und Christian Gerhaher zu Wort, die über ihre Erfahrungen mit den Vertonungen der Rückertgedichte berichten, wie Herausgeber Ralf Georg Czapla bei der Präsentation hervorhob. Schubertlieder seien allenthalben bekannt, so Czapla, weniger aber, dass deren Texte meistens von Rückert stammen.

Bis in die unmittelbare Gegenwart inspirieren Rückerts Gedichte Komponisten zu subtilen Tonschöpfungen. Die jüngsten ihrer Art haben lokalen Bezug, denn es ist der Meininger Generalmusikdirektor Wolfgang Hocke, der in den Jahren 2007/2008 Rückertgedichte vertonte, die er als Chordirektor des Oratorienchors Liederkranz bei Konzerten uraufgeführt hat.  Es sind die Rückertgedichte: "Bleib auf Erden", "Die Liebe saß im Mittelpunkt", "Du bist die Ruh", "Lachen und Weinen", "Ich bin die Blum im Garten", "Ich stand auf Berges Halde" und "Die Riesen und die Zwerge".

Hervorzuheben ist auch die Jahreszeitenkantate "Nie stille steht die Zeit" des Schweinfurter Kirchenmusikdirektors Gustav Gunsenheimer und die Rückert-Lieder von Karl Haus für Kinderchor, Chor und Kammerorchester aus dem Märchen "Vom Bäumlein, das andere Blätter hat gewollt".

Rückertbüste im Amtszimmer des OB

Seine Beziehung zu Rückert belegte Oberbürgermeister Sebastian Remelé bei der Buch-Präsentation mit dem Hinweis, dass seit kurzem eine Rückertbüste sein Amtszimmer im Rathaus ziert. Es ist die Gipskopie aus dem Depot der Städtischen Sammlungen, deren Original als Bronzebüste am Frankfurter Goethe-Haus im Auftrag des Freien Deutschen Hochstifts angebracht war.

Die Büste ist in der Werkstatt des Stuttgarter Bildhauers Heinrich Schaeffer   1864 entstanden. Von Schäeffer stammt auch das Bronzerelief am Geburtshaus Rückerts in Schweinfurt. Vermutlich kam die Gipsbüste 1890 im Zusammenhang mit der Einweihung des Rückert-Denkmals in den Besitz der Stadt.

Text und Fotos: Claus P. Gras für nuus.de

Unser Bilder zeigen:
1. Von links: Der Ur-Urenkel des Dichters, Klaus Rückert, der Geschäftsführer der Rückert-Gesellschaft Rudolf Kreutner, OB Sebastian Remelé, Ralf Georg Czapla;
2. Die neue Ausgabe der Rückertstudien;
3. Gäste bei der Buchpräsentation;
4. Der OB neben der neu aufgestellten Rückertbüste im Amtszimmer.
5. Herausgeber Ralf Georg Czapla;
6. OB Sebastian Remelé und Ralf Georg Czapla;


Von: Michael Horling