Soziale Netzwerke

  

Anzeige

Kulturschock Deutschland leicht gemacht: Deutsch-chinesischer Schüleraustausch

05.05.2011

Schweinfurt - Die deutsche und die chinesische Kultur haben viele Gemeinsamkeiten. Beide trennen allerdings auch Welten. Um die Kluft zwischen beiden Kulturen zu überbrücken und die Gemeinsamkeiten zu unterstreichen, findet am Walther-Rathenau-Gymnasium seit einigen Jahren ein Schüleraustausch mit China statt. Derzeit besuchen 35 Schüler der chinesischen Partnerschule aus Hangzhou Schweinfurt. Zu Ehren dieses Besuchs wurde ein offizieller Empfang im Rathaus abgehalten, in dem Oberbürgermeister Sebastian Remelé persönlich diese Initiative lobte.


China sei schon jetzt ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Schweinfurter Unternehmen und stelle den Markt der Zukunft dar, hob Oberbürgermeister Sebastian Remelé die Bedeutung des Landes heraus. Hangzhou, eine Stadt mit ca. 6 Mio. Einwohnern, stelle Schweinfurt zwar, was die Einwohner anbelangt, in den Schatten, Schweinfurt habe allerdings trotz der kleinen Größe sehr viel zu bieten und liege im „Herzen Europas“, so Remelé weiter. Es sei folglich von chinesischer Seite richtig gewesen, neben München, Venedig, Rom, Florenz und Monaco auch Schweinfurt zu besuchen, um eine Stadt kennenzulernen die aufgrund ihrer Größe durchaus typisch für Deutschland sei. Bedenkt man, dass Deutschland ein Land ist, das nur vergleichsweise wenige Millionenstädte besitzt, hatte er mit dieser eher etwas flapsig gemeinten Aussage absolut recht.

 

Vielleicht war gerade dies der Grund, warum der Geschäftsführer der Deutsch-chinesischen Gesellschaft, Herr Wu Dong, im Schweinfurter Walter-Rathenau-Gymnasium einen hervorragenden Partner für einen Schüleraustausch gesehen hat und auf den dortigen Schulleiter Herrn Dr. Ramer zuging. Dass sich hieraus deutlich mehr als nur ein reiner Schüleraustausch entwickelt hat, zeigt allein die Tatsache, dass derzeit 7 chinesische Schüler am Walter-Rathenau-Gymnasium ein deutsches Abitur machen und dass Deutsch mittlerweile zu einer von zahlreichen Schülern in Hangzhou gewählten Fremdsprache geworden ist. Im Zuge des sich anbahnenden Fachkräftemangels in Deutschland ist dies wohl eine äußerst positive Entwicklung.

 

Diese zeigt aber auch, dass ein gut organisierter Austausch mit anderen Ländern viel dazu beiträgt, mögliche Berührungsängste abzubauen und gewaltige Distanzen überbrückt. Hierbei stellt man trotz aller kultureller Unterschiede eben rasch fest, dass man mehr Gemeinsamkeiten hat als man anfangs vielleicht glaubt. In diesem Sinne bleibt nur zu hoffen, dass sich die vom Schulleiter Herrn Chen benutze sehr schöne Metapher bewahrheiten wird. Dieser betonte in seiner Rede, dass der internationale Austausch zwischen Schweinfurt und Hangzhou einem Baum gleiche, den es zu hegen und zu pflegen lohnt. Denn die nachfolgende Generation würde das ernten, was die derzeitige sät.

 

1. Bild: Beteiligte des Schüleraustausches, sowie Oberbürgermeister Sebastian Remelé;

2. Bild: Oberbürgermeister Sebastian Remelé bei der Übergabe eines Gastgeschenks an Schulleiter Chen Jianguo.

 


Von: Norbert Klauth