Soziale Netzwerke

  

Anzeige

Neues aus den Ausschüssen: Wann kommt die Gartenschau nach Schweinfurt?

06.06.2011

Schweinfurt - Haupt- und Finanzausschuss tagen am Dienstagmorgen, der Bau- und Umweltausschuss dann am Donnerstag. In und um das Schweinfurter Rathaus stehen wieder einige interessante Dinge an.


* "Um das Rathaus" wird deshalb getagt, weil sich die Stadträte am Donnerstag um 8 Uhr zunächst am Zeughaus treffen, um sich dort die ersten Ergebnisse der Teilsanierung anzusehen.

* Im Rathaus geht es schon am Dienstag u.a. mal wieder um das leidige Thema Georg-Wichtermann-Platz. Der soll ja bekanntlich nach einem Beschluss des Bau- und Umweltausschusses vom 12. Mai eine neue Oberfläche erhalten: Ein sogenanntes Drainpflaster zur Befestigung, das allerdings 80.000 Euro kostet. Lediglich 30.000 Euro sind für ein Vorhaben auf dem einstigen Postplatz im laufenden Haushalt eingestellt, die überplanmäßigen Mittel, also 50.000 Euro, müsste der Haupt- und Finanzauschuss genehmigen. Wenn´s denn soweit kommt. Denn das Baureferat um Jochen Müller weist nochmals mit Nachdruck drauf hin, dass der Platanenbestand nachhaltig gefährdet ist, wenn der Platz befestigt wird, damit er nicht immer wieder staubt. Die Bäume könnten den neuen Belag nicht überleben, ist zu befürchten. Laut Baureferat wäre ein jährliches Auffräsen und Nacharbeiten des Platzes in Verbindung mit einer wöchentlichen Wässerung viel sinnvoller. Und zudem günstiger. Das Finanzreferat schließt sich dieser Sichtweise an und rät zur Beibehaltung der wassergebundenen Decke. 7500 Euro würde das in etwa kosten, weit weniger also als die Versiegelung der Oberfläche. Fortsetzung folgt?

* Zuvor steht auf der Tagesordnung die Auflösung der Quartiersmanagement Schweinfurt GbR für Ende Juni. Im April 2007 gegründet zur Stärkung der Innenstadt gibt es laut Stadt nun keinen Grund mehr, diese GbR fortbestehen zu lassen. Denn nach der Fusion der ehemals vier Werbevereine hat sich die Werbegemeinschaft "Schweinfurt erleben e.V." mittlerweile etabliert und die Aufgaben für die Kernstadt Schweinfurts übernommen. Das restliche Bankguthaben von 189,13 Euro soll an die Stadt Schweinfurt überwiesen werden. Diese Auflösung muss der Stadtrat in seiner Sitzung am 28. Juni genauso öffentlich beschließen wie die Anhebung des Gehaltes für den Sachgebietsleiter Wildpark im städtischen Forstamt. Thomas Leier rückt künftig vom mittleren in den gehobenen Dienst auf. Begründet wird der Antrag (der Personalmehrkosten von 4500 Euro pro Jahr für die Stadt bringt) mit den gestiegenen Aufgaben im Wildpark.

* Bekommt die Stadt Schweinfurt "bald" eine Landesgartenschau? Wenn es nach Dr. Kurt Vogel (Die Freien) geht, dann mölichst schon. Denn er beantragt, die Stadt möge sich um eine solche Schau bewerben. Anlass ist die "Gartenstadt am Fluss", die diesjährige Gartenschau in Vogels Heimatstadt Kitzingen. "Mit großer Bewunderung habe ich verfolgt, was die Landschaftsarchitekten und Planer aus dem Fleckchen Erde hervorgezaubert haben", schreibt Vogel in seinem Antrag und rät zu Fläche zwischen Max- und Hahnenhügelbrücke als ideale Flusslandschaft in Schweinfurt. Das Baureferat erinnert an den Gedanken für eine Bewerbung schon im Jahr 2008 um die Landesgartenschau 2018 (die nun in Würzburg stattfindet). Der Haupt- und Finanzausschus lehnte damals die Bereitstellung von 30.000 Euro an Planungskosten ab. Bamberg (2012), Deggendorf (2014), Bayreuth (2016) und Würzburg (2018) sind Gastgeber der nächsten Landesgartenschauen. Kleine Gartenschauen finden nach Kitzingen in Tirschenreuth (2013), Alzenau (2015) und Pfaffenhofen (2017) statt. Aufgrund des Nord-Süd-Wechsels sieht es die Stadtverwaltung als sinnvoll an, sich erst für 2024 zu bewerben. Die Frist dafür endet wohl erst Ende 2015. Eine Bewerbung für 2020 (Frist endet am 16.12 dieses Jahres) scheint wenig erfolgsversprechend zu sein, weil nach Bayreuth und Würzburg 2016 und 2018 wohl ohnehin eine südbayerische Stadt den Zuschlag erhalten wird.

* Auch die Umgestaltung der Gutermann-Promenade ist mal wieder ein Thema. 100.000 Euro stellte die Stadt für 2011 in den Haushalt ein. Die CSU beantragte zudem, über einen Sandstrand zwischen Disharmonie und altem Kran nachzudenken. Betreiber und Vertreter der Disharmonie (mit ihrer Gaststätte) lehnten den Sandstrand allerdings ab. Somit steht nun nur noch ein Umgestaltungskonzept mit Bepflanzung und Kunstwerken, Sitzpodest, Wassertunnel und optionaler Terrasse im Raum, das nun im Rathaus vorgestellt wird.

* Das Büro Dr. Lademann & Partner, Gesellschaft für Unternehmens- und Kommunalberatung mbH wurde im Oktober 2010 mit der Erstellung eines Einzelhandelsentwicklungskonzeptes (EHEK) beauftragt. 557 Ladengeschäfte mit rund 237.000 Quadratmeter Verkaufsfläche ermittelte das Büro, rund 60.000 qm mehr als bei der letzten Erhebung 2005. Was in erster Linie an der neuen Stadtgalerie und an den zwei Möbelfachmärkten im Maintal liegt. 6000 qm Verkaufsfläche stehen derzeit leer, 70 Prozent davon außerhalb der Innenstadt. Mit 4470 qm je 1000 Einwohner liegt die Verkaufsflächendichte in Schweinfurt drei Mal höher als der bundesdeutsche Durchschnitt. Was sich aber relativiert, wenn man Schweinfurt als Oberzentrum für die Region betrachtet. 1420 qm sind dann Bundesdurchschnitt. Das Büro Dr. Lademann sieht bis 2020 ein Entwicklungspotenzial in Schweinfurt von weiteren 4300 qm Verkaufsfläche. Allerdings wurden seitdem bereits ein Zoo-Fachmarkt im Hafen eröffnet und ist beim Hadergassenprojekt eine größere Fläche verplant. Bleiben offene 1800 qm übrig und der Rat des Büros, vor allem im Nahversorgungszentrum Oskar-von Miller-Straße am Bergl weiteres Potenzial abzurufen.


Von: Michael Horling