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Neujahrsempfang von Schweinfurts CSU und JU: Der Bundesinnenminister als Gast, Michael Glos mit Abschiedsworten und "www"-Pläne für die US-Liegenschaften

12.02.2012

Schweinfurt - Grußworte sprach er, hielt keine Abschiedsrede, auch wenn das irgendwie so klang. Michael Glos gab am Samstagmorgen beim Neujahrsempfang der JU und CSU Schweinfurt im sechsten Stock des Rückertcenters im neu eröffneten Panorama-Hotel seinen Rückzug für 2013 aus dem Bundestag und damit aus der Politik bekannt. Völlig überraschend kam das nun zwar nicht unbedingt. "Ich wollte meine Entscheidung zuerst meinen Parteifreunden mitteilen. Und das ist hiermit geschehen", meine der 67 Jahre alte Prichsenstädter, der seit 1976 im Wahlkreis Schweinfurt - Kitzingen stets das Direktmandat erreichte. Wer auf den Müllermeister und einstigen Bundeswirtschaftsminister, der 2010 schon den unterfränkischen Bezirksvorsitz abgab, folgen wird, muss die CSU nun intern klären. Die Europaagbeordnete Dr. Anja Weisgerber (Schwebheim) gilt als heiße Kandidatin.


Die Nachricht von Glos dominierte freilich den Empfang, bei dem mit Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich ausgerechnet der frühere Referent von Glos die Festrede hielt. Tätig für den Unterfranken war Friedrich, als das CSU-Urgestein noch Landesgruppenchef war. "Schweinfurt ist mir im Laufe der Jahre deshalb ans Herz gewachsen. Toll, was da geschaffen wurde", lobte Friderich die Stadtentwicklung und verglich Schweinfurt mit seiner Heimatstadt Hof, "weil man auch die in ein neues Zeitalter umbauen muss. Spuren hinterlassen" habe Michael Glos nicht nur in seinem Wahlkreis. Er sei sogar maßgeblich dafür verantwortlich gewesen, dass Friedrich überhaupt höhere Ämter in Angriff nahm. "Den Bundesminister Friedrich hätte es nie gegeben ohne dich", wandte sich der Oberfranke direkt an seinen einstigen "Chef", der ihm beibrachte, "dass man mit zwei Beinen auf dem Boden der Realität bleiben soll". Dass es in Bayern ein Leben außerhalb Münchens gibt, habe Glos den Freistaat-Politikern gezeigt. Die Kraft der bayerischen Heimat und des ländlichen Raumes habe Glos stets betont.

1976 fand im alten Panorama-Hotel schon mal eine unterfränkische Bezirks-Versammlung der CSU statt, auch damals mit Michael Glos. Der heutige Kreisvorsitzende Stefan Funk, mit dem JU-Kreisvorsitzenden Oliver Schulte Gastgeber am Samstag, verteilte damals als Mitglied der Schüler-Union Prospekte, erinnnerte sich der Prichsenstädter, der aktuell einer der drei dienstältesten Bundestagsabgeordneten ist. Auch ansonsten schloss sich irgendwie ein Kreis: Als Michael Glos einst erstmals kandidierte, leitete der Vater des heutigen Schweinfurter Oberbürgermeisters Sebastian Remelé die Versammlung. Für den OB nimmt das Jahr, das politisch so ruhig begann, nun so langsam richtig Fahrt auf. Mit der Nachricht, "dass unsere amerikanischen Freunde die Region verlassen", musste Remelé sich unlängst auseinandersetzen. Mittlerweile sammle man Ideen, verriet das Stadtoberhaupt und bezog Landrat Harald Leitherer mit ein, wie man die Liegenschaften der Amerikaner künftig nutzen könne. Von der technischen Universität bis zum Golfplatz reichten schon die ersten Vorschläge. Das Motto lautet laut Remelé "www": Nicht "world wide web", sondern die Begriffe "Wissen, Wohnen und Wirtschaft" verstecken sich hinter den drei Buchstaben.


Von: Michael Horling