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Projekt „Neue Hadergasse": Zufahrt zur Tiefgarage durch die Stadtmauer

04.05.2011

Schweinfurt - Die Stadt hat zwei wichtige Schritte zur Realisierung des Projekts „Neue Hadergasse“ Anfang dieser Woche gemacht. Am Montagabend fand im Rathaus, beurkundet durch Notar Dr. Dörnhöfer, die formelle Unterzeichnung des umfangreichen Vertragswerkes zwischen der Stadt Schweinfurt und den Schweinfurter Bauunternehmen Glöckle und Riedel, die inzwischen die „Neue Hadergasse oHG“ gegründet haben, statt.


Im nichtöffentlichen Teil der Stadtratssitzung am Dienstag hat der Stadtrat, der im Vorfeld bereits über die wesentlichen Inhalte des Vertrages informiert wurde, den Abschluss des Vertrages genehmigt und damit die Weichen für die Realisierung des Projekts gestellt. Gegenstand des Vertrages sind der Verkauf städtischer Grundstücksflächen und der Bauauftrag für die neue Tiefgarage. Auf dem Areal soll nun eine neue Tiefgarage mit 470 Stellplätzen, darüber ein Hotel, eine Büro- und Wohneinheit sowie ein Studentenwohnheim mit einem Lebensmittelmarkt errichtet werden.  Falls das Bebauungsplanverfahren zügig vorankommt, kann noch in diesem Jahr das alte Parkhaus in der Hadergasse abgerissen und mit dem Neubau der Tiefgarage begonnen werden. Sie soll bis Ende 2012, spätestens aber bis Herbst 2013 fertig gestellt sein. Erst danach kann auf dem „Deckel“ der Tiefgarage mit den Hochbaumaßnahmen begonnen werden.

Gegenüber der im Februar der Öffentlichkeit vorgestellten Planung wurde dem Stadtrat am Dienstag auch eine Variante bezüglich der Einfahrt in die Tiefgarage, die bisher in der Hader-gasse erfolgen sollte, vorgestellt. Nach dem neuen Plan soll die Zufahrt in die Tiefgarage nun über den Messeplatz unter der Stadtmauer hindurch erfolgen, was zu einer wesentlichen Verkehrsentlastung des Jägersbrunnens und der Hadergasse führen würde. Damit reagiert die Stadt auf Befürchtungen, es könne durch ein größeres Verkehrsaufkommen zu einem Rückstau in der Hadergasse kommen. Die Fußgängerzu- und -abgänge bleiben aber an den bisherigen Stellen.

Für die positive Entwicklung der Innenstadt und insbesondere des Bereiches um die Hadergasse sieht Oberbürgermeister Sebastian Remelé mit der Realisierung des Projekts große Zukunfts-Chancen: „Die Tiefgarage wird für Handel und Dienstleistung im Bereich Bauern-gasse/Zeughaus/Roßmarkt eine große Bedeutung haben. Mit den Hochbaumaßnahmen kommt die gewünschte zusätzliche Belebung des Quartiers in Gang. Ich hoffe, dass die Brachflächen in der Hadergasse infolge der jetzigen Investition mittelfristig auch einer Entwicklung zugeführt werden können.“

Mit dem europaweit ausgeschriebenen Investorenwettbewerb hat die Stadt aus ihrer Sicht zwei Erfolge erreicht. Zum einen ist im wettbewerblichen Dialog eine städtebaulich anspruchsvolle Lösung für das Quartier an der Stadtmauer entstanden, für deren Umsetzung sich zwei Schweinfurter Unternehmen beworben haben. Zum anderen hat die Stadt mit dem ausgehandelten Werkvertrag zur Errichtung der Tiefgarage, die – je nach Zufahrtsvariante und Ausstattung – netto rund 11 Mio. € kosten wird, mit einem Preis von 23.500 € je Stellplatz eine wirtschaftliche Lösung gefunden. Die Investoren übernehmen gegen entsprechende Vergütung im Gesamtpaket auch den Abbruch der Alt-Garage und die Anlage der oberirdischen öffentlichen Flächen. Da die Stadt bei diesem Geschäft auch noch einen siebenstelligen Grundsstückspreis für den Verkauf der drei Baufelder mit einer Gesamtfläche von 4.220 m2 erzielt, ist diese Lösung deutlich günstiger, als das ursprüngliche Vorhaben einer Tiefgarage unter dem Messeplatz. Allerdings erhöhen sich die Kosten für die Stadt um wohl mehr als drei Millionen Euro durch die Variante mit dem Tunnel durch die Stadtmauer hindurch. Wobei hier noch nicht berücksichtigt ist, was denn passieren kann, wenn man im Boden altes Gemäuer oder Fliegerbomben aus dem Weltkrieg findet.

„Das Projekt wird die Innenstadt nachhaltig prägen und eine Bereicherung ein für Schweinfurt als Einkaufs-, Wohn- und Tagungsort", glaubt Remelé, der natürlich auch auf Unannehmlichkeiten wie Lärm, Dreck und Parkplatzprobleme während der Bauphase hinwies. 21 Verhandlungstermine gab es bis zur Beurkundung in seinem Amtszimmer. „Viel Herzblut, Schweiß und Nerven" habe das Projekt gekostet, „keine leichte Geburt" sei es gewesen, die Umsetzung auf den Weg zu bringen. „Wir kriegen für das marode Parkhaus einen nagelneuen Ersatz und parallel Stellplätze für den ruhenden Verkehr, die künftig im Bereich des Zeughauses wegfallen", weiß Schweinfurts Baureferent Jochen Müller.


Von: Michael Horling