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Rechtsradikale Vorkommnisse im Würzburger Priesterseminar

31.05.2013

Würzburg: Dieser Tage wurden Berichte bekannt, wonach es im Würzburger Priesterseminar zu rechtsradikalen Vorkommnissen kam. Der Evangelische Pressedienst (epd) berichtet, dass einige der derzeit acht Seminaristen am 20. April den Geburtstag Adolf Hitlers gefeiert hätten, dabei Musik aus der Neonazi Szene abspielten und gar den Hitlergruß zeigten. Auch antisemitische und rassistische "Witze" seien gefallen." Derartige Umtriebe darf die katholische Kirche nicht hinnehmen. Die kirchliche Lehre von Nächstenliebe und Toleranz, sowie der Gleichheit aller Menschen widersprechen den bekanntgewordenen Vorkommnissen in fundamentaler Art und Weise. Antisemitismus, Rassismus und nationalsozialistisches Gedankengut dürfen keinen Raum in unserer Gesellschaft einnehmen.

 

Gerade die Kirchen müssen sich ihrer Verantwortung für die Grundwerte unserer Gesellschaft - insbesondere Demokratie und Menschenrechte - bewusst sein und jeglichen anderweitigen Tendenzen auch innerhalb ihrer Strukturen konsequent entgegentreten. Wir fordern die konsequente, lückenlose und transparente Aufklärung und Aufarbeitung der Vorwürfe durch das Priesterseminar und entsprechende Konsequenzen für die Betroffenen. Eine Selbstverpflichtungserklärung, welche das positive Verhältnis zum Judentum festschreiben soll, ist in diesem Zusammenhang völlig unzureichend.", so Christoph Renninger, Sprecher der GHG Würzburg. Als zukünftige Priester nehmen die Seminaristen auch heute noch eine hohe moralische Position ein. Dass Menschen mit rassistischen und antisemitischen Ansichten Predigten halten, Kinder unterrichten und Seelsorge betreiben, ist strikt abzulehnen. Die Bezeichnung als "ungute Tendenzen"  seitens Regens Baumann stellt eine Relativierung dar und wird den Umständen nicht gerecht.

 

Besonders pikant sind Berichte, dass die betroffenen Seminaristen offenbar auch in der Würzburger Studentenverbindung Franco-Raetia ihr radikales Gedankengut zu verbreiten suchten. Wie etwa das Domradio berichtet, habe sich der Vorstand des Altherrenverbandes gegenüber Seminarleiter Regens Herbert Baumann über deren Versuch "offensiv rechtes Gedankengut unter den Aktiven zu  verbreiten beschwert" "Die Tatsache, dass die betroffenen Seminaristen bereits auf einem Verbindungshaus auffielen, zeigt, dass es sich bei den sogenannten Entgleisungen am 20. April keineswegs um einen Einzelfall handelt, sondern, dass diese Personen offensichtlich von der Nazi-Ideologie angezogen werden und ihr Weltbild zu verbreiten versuchen.

 

Daher erwarten wir klare Konsequenzen seitens der katholischen Kirche. Außerdem fordern wir die Studentenverbindung Franco-Raetia auf, zu erklären, in welchem Rahmen die Seminaristen ihre Thesen unter die Aktiven bringen konnten, ob dies häufiger der Fall war und insbesondere, welche Reaktionen seitens der aktiven Verbindungsstudenten daraus resultierte.", meint Lisa Rehn, Sprecherin der GHG. Für die Grüne Hochschulgruppe zeigt dieses Beispiel klar, dass auch in der eng mit dem deutschen Staat verflochtenen katholischen Kirche undemokratische und menschenfeindliche Meinungen und Gruppierungen existieren. Die GHG erwartet empfindliche Konsequenzen für die Betroffenen, eine detaillierte Aufklärung und ein klares Bekenntnis des Würzburger Priesterseminars zu Demokratie, Toleranz und Menschenrechten. 


Von: PM