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Repperndorfer Flurgang 2013

28.09.2013

Auf Einladung der Repperndorfer „Siebener“ zu einem Flurgang trafen sich ca. 50 Frauen, Männer und Kinder


Wie Obmann Christoph Oerter zu Beginn erläuterte, wolle man diesmal die Flurgrenzen im Südwesten und Süden begehen. Zunächst machte der Obmann die Besucher mit den Aufgaben der Siebener vertraut. Das so genannte Siebener-Geheimnis ließ er sich jedoch nicht entlocken. Die Siebener werden auf Vorschlag der amtierenden Mitglieder von der Landrätin auf Lebenszeit ernannt und vereidigt. Voraussetzung seien ein guter Leumund, die Fähigkeit Lesen und Schreiben zu können, sowie die Beherrschung der vier Grundrechnungsarten. Inzwischen werden auch Frauen in dieses Amt berufen. In Repperndorf nimmt inzwischen Sandra Oerter dieses Amt war. Die Repperndorfer haben heute noch das alleinige Recht Grenzsteine zu setzen.

 

An der ehemaligen Dreschhalle am westlichen Dorfrand ging er auf eine Begebenheit aus dem August 1943 ein. Ein amerikanisches Bombenflugzeug war beim ersten Angriff auf Schweinfurt schwer beschädigt worden und wollte sich offensichtlich alleine nach England durchschlagen. Dabei führte sein Flug über Repperndorf. Die Besatzung hatte noch drei Bomben an Bord und warf sie auf das Dorf ab. In der Dreschhalle waren zu diesem Zeitpunkt viele Repperndorfer mit Getreidedreschen beschäftigt. Eine der Bomben schlug unmittelbar neben der Halle ein. Zum Glück der Menschen blieb sie als Blindgänger stecken. Die beiden anderen explodierten mehrere hundert Meter hinter dem Ort in der Nähe der heutigen Autobahn A7.

Der Weg zur prähistorischen Grabstätte bei Kaltensondheim führte an der alten Flurlage Holzäcker vorbei. Diese erhielt ihren Namen um das Jahr 1810. Die Repperndorfer sollten 3000 Gulden an die Napoleonische Armee bezahlen. Sie holzten ein großes Waldstück ab und konnten so die geforderte Summe bezahlen. Ein Teil des Hanges wurde zu Terrassen um gearbeitet. Die Bearbeitung war keine leichte Aufgabe, weshalb sich hier der Name „Blaachn“, abgeleitet von „sich plagen müssen“ einbürgerte. Dies betraf sowohl die Menschen als auch die eingespannten Tiere.

 

Etwas weiter westlich, unter dem Autobahndamm lag der so genannte Schindanger. Hier wurden bei Tierseuchen die verendeten Kadaver beseitigt.

 

Auf der Höhe oberhalb des ehemaligen Steinbruches hatten die Wanderer einen umfassenden Überblick auf die moderne Energiegewinnung durch Windräder und die schier endlosen Voltaikanlagen in der Flurlage „Steinäcker“.

 

Der weitere Weg führte über die prähistorische Grabanlage und durch die Autobahnbrücke in die Weinberge der Eherieder Höhe. An der Brücke fiel der Blick auf die „obere Eherieder Mühle“ und das daneben liegende große Waldstück, die beide noch zur Repperndorfer Gemarkung gehören. Nachdem viele Wengerte jahrelang brach lagen, wurden in den 1960er Jahren wieder erfolgreich viele Weinberge angelegt.

 

Nach dem Gang durch den Rosenkranz erreichte die Gruppe nach circa sechs Kilometern Fußmarsch den Biergarten des Gasthauses „Zur Stadt Kitzingen“. Die Repperndorfer Jagdgenossenschaft hatte die Teilnehmer des Flurganges zu einem abschließenden Imbiss eingeladen.

Foto zeigt die Teilnehmer des Flurganges.

Von: SIGI