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Bürgermeister-Kandidat Stefan Rottmann auf Sebastian Vettels Spuren?

01.05.2011

Schonungen - Die Gemeinde Schonungen, mit mehr als 8000 Einwohnern zweitgrößte im Landkreis Schweinfurt und flächenmäßig fast drei Mal so groß wie die Stadt Schweinfurt, ist irgendwie eine besondere. Nicht nur deshalb, weil dort in den nächsten Jahren der größte Fall in Bayern von Altlasten im Boden gelöst werden muss. Im Februar 2012 findet außerhalb der Kommunalwahlen 2014 die nächste Suche nach einem Bürgermeister statt. CSU-Mann Kilian Hartmann wird wohl wiederum antreten und sich dann für gleich weitere acht Jahre bewerben. Seit 1994 ist der 55-Jährige im Amt. Die letzten beiden Male wurde er von der SPD bei der Wiederwahl unterstützt. Doch damit ist nun Schluss: Die Sozialdemokraten stellten am Samstag ihren Kandidaten vor: Es ist der erst 24 Jahre alte Stefan Rottmann.


In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung der SPD wurde Rottmann mit 100-prozentiger Zustimmung zum Bürgermeisterkandidaten der Großgemeinde Schonungen gewählt. „In den vergangenen Jahren haben mich viele Menschen zu diesem Schritt ermutigt, die neue Aufgabe reizt mich sehr und ich traue mir das zu!“, sagt der designierte Kandidat. Zu den ersten Gratulanten zählten in Schonungens Alter Kirche der Bamberger Oberbürgermeister Andreas Starke, Bundestagsabgeordneter Frank Hofmann und der nach Michael Adam (Bodenmais) zweitjüngste Bürgermeister Deutschlands, Jonas Merzbacher (27), der mit 24 Jahren im oberfränkischen Gundelheim gewählt wurde. Nun hat Stefan Rottmann vor, in dessen Fußstapfen zu treten. „Acht Jahre Amtszeit sind zwei Legislaturperioden eines amerikanischen Präsidenten – ein Wechsel würde der Gemeinde deshalb gut zustehen. Und vielleicht erfährt meine Kandidatur auch die Unterstützung, die wir dem CSU-Kandidaten Hartmann bei den letzten beiden Wahlen geschenkt haben!“, wünscht sich Rottmann.

Der Bankkaufmann, der momentan nebenbei sein Studium zum Bankfachwirt absolviert und als freier Journalist tätig ist, sitzt im Schonunger Gemeinderat, ist Vorsitzender der örtlichen SPD, Mitglied in diversen Schonunger Vereinen, setzt sich für die Betroffenen der Sattlerschen Altlasten ein (zu denen er und seine Familie als Anwohner selbst gehören) und organisiert seit Jahren schon diverse Kabarettabende, die meist ausverkauft sind. Unlängst kamen die Biermösl Blasn, Ende Mai tritt Michl Müller auf. Und jedes Mal gibt´s vom Erlös eine großzügige Spende für Einrichtungen der Gemeinde. Rottmann gab als Schüler schon an, dass es sein Traumberuf sei, später einmal Bundeskanzler zu werden. Nun strebt er nach acht Jahren komunalpolitischer Tätigkeit nach zumindest Höherem.

Auf seiner Homepage raten diverse Prominente den Schonungern zur Wahl Rottmanns. „Ich ... war sehr beeindruckt, was er für seine Heimatgemeinde als junger Mensch alles bewegt. Für Schonungen und die Ortsteile ist sein Engagement ein großer Glücksfall und ich bin davon überzeugt, dass seine frischen Ideen der Gemeinde sehr gut tun werden. Ich ... stehe ihm mit Rat und Tat zur Seite“, schreibt beispielsweise Münchens Oberbürgermeister Christian Ude. Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister von Berlin, glaubt zu wissen: „Stefan macht in seiner Gemeinde eine tolle Arbeit für die Bürgerinnen und Bürger, wovon sich unsere Partei viel abschauen kann! Ich wünsche ihm ... für die Wahl viele Stimmen!“ Und das Statement von Altbundeskanzler Helmut Schmidt klingt gewiss wie eine Krönung: „Ich unterstütze Stefan Rottmann gerne bei seiner Kandidatur, weil ich es lohnenswert finde, dass Er sich seit fast zehn Jahren für die Belange Schonungens einsetzt. Menschen, die sich der Probleme anderer annehmen und diese zu ihrer eigenen Sache machen, besitzen gute Voraussetzungen, um politisch erfolgreich wirken zu können. Ich wünsche Ihm viel Erfolg in seiner Heimatgemeinde und alles Gute für die Kandidatur!“

Und was sagt Stefan Rottmann selbst? „Ich bin davon überzeugt, dass das Alter keine Frage der Kompetenz ist. Gerade junge Talente wie der Formel1-Fahrer Sebastian Vettel oder Eurovisions-Siegerin Lena Meyer-Landrut - aber auch junge Bürgermeisterbeispiele wie der Michael Adam oder Jonas Merzbacher - belegen dies eindrucksvoll. Von vielen Bürgermeistern, Amts- und Würdenträgern wird das Ehrenamt junger Menschen odergesellschaftliches Engagement eingefordert und in den höchsten Tönen gelobt. Darf diese Generation keine Verantwortung in der Kommunalpolitik übernehmen? Müssen die Amtsmänner bis zum jüngsten Tag an ihren Stühlen kleben? Sind es nicht diese jungen Menschen, die unter der Schuldenpolitik in den kommenden Jahren massiv zu leiden haben?"


Von: Michael Horling