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Schulen im Landkreis Kitzingen auf dem Weg zur inklusiven Schule

02.07.2013

Schulen im Landkreis Kitzingen auf dem Weg zur inklusiven Schule


Kitzingen: Mit der Änderung des Bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetzes (BayEUG) im Jahr 2011 sind alle Schulen im Freistaat Bayern verpflichtet inklusive Schulstrukturen und eine inklusive Schulkultur zu schaffen. Wie der Stand der Entwicklung hin zur "inklusiven Schule" bei den Schulen im Landkreis Kitzingen fortgeschritten ist und welche Handlungsfelder für die Politik vorhanden sind, um diesen Entwicklungsprozess positiv zu stützten und zu befördern, war Thema eines eintägigen Besuchs von MdL Martin Güll (Vorsitzender des Bildungsausschuss im Bayerischen Landtag) im Landkreis Kitzingen.

 

Das bayerische Bildungssystem wird auf den Prüfstand gestellt

Diese Forderung des BayEuG vor Augen besuchte MdL Martin Güll (SPD) gemeinsam mit Doris Aschenbrenner (Lantagskandidatin), Dr. Wolfgang Patzwahl (Bezirkstagskandidat) und weiteren Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft für Bildung (AfB) der SPD-Unterfranken verschiedene Schulen im Landkreis Kitzingen, so z.B. die Grundschule Mainstockheim (Schule mit dem Schulprofil Inklusion), die St. Martin-Schule (inklusive Frühförderstelle), die Realschule Dettelbach und das Armin-Knab-Gymnasium in Kitzingen. Es zeigte sich, dass das Thema Inklusion zwar bei den Schulen im Landkreis Kitzingen angekommen ist, aber bei weitem noch nicht die Tiefe des durch die UN-BRK vollzogenen Paradigmenwechsels bewusst gemacht ist und inklusives Denken und Handeln die Normalität des Alltags bestimmt.

 

Politischer Handlungsbedarf wurde vor allen Dingen hinsichtlich der folgenden Punkte gesehen:

• Integration von sonderpädagogischen Lehrkräften in die Lehrerkollegien der Regelschulen, sprich Aufbau von multiprofessionellen Lehrerteams

• Mehr Autonomie für die Schulen - echte Budgethoheit

• Aufbau eines Bildungssystems, dass längeres gemeinsames Lernen ermöglicht

• Neue konzeptionelle Ausrichtung der Übertrittsregelungen vom Primarbereich hin zu den weiterführenden Schulen

 

Am Abend stellten sich MdL Martin Güll, Doris Aschenbrenner, Dr. Wolfgang Patzwahl, Ralf Hofmann (Bundestagskandidat), Gerald Möhrlein (Leiter des SchulCHENs des Erich Kästner Kinderdorfs) und Frau Christine Primbs (Netzwerk Inklusion Bayern) im Café Harmonie im Rahmen eines von Astrid Glos (Oberbürgermeisterkandidatin) moderierten Podiumsgespräch der öffentlichen Diskussion zum Thema. Mit den zahlreichen Besuchern der Veranstaltung entwickelte sich ein sehr fruchtbares Gespräch, dass neben den genannten Punkten noch weitere wichtige Impulse für die Weiterentwicklung des bayerischen Bildungssystems hin zu einem inklusiven Bildungssystem zu Tage förderte. Gerald Möhrlein argumentierte aus der Praxis und stellte heraus, dass inklusive Gedanken für Kinder eigentlich kein Problem darstellen. Man sollte sich dem Thema Inklusion grundsätzlich zuerst mit dem gesunden Menschenverstand nähern und dann ergänzend die Beurteilungen von Experten hinzuziehen. Doris Aschenbrenner setzte sich für die Rechte der Eltern ein und betonte die gesellschaftliche Relevanz der inklusiven Beschulung. Dr. Wolfgang Patzwahl wünschte sich zügiges und tatkräftiges Handeln der politischen Verantwortungsträger, dass das Menschenrecht auf inklusive Bildung selbstverständlicher Bestandteil unserer gesellschaftlichen Normalität wird und Menschen mit Beeinträchtigung und deren Angehörigen nicht wie bis dato zuerst einen kräfteraubenden, geld- und zeitintensiven Spiesrutenlauf durch den Behördendschungel hinter sich bringen müssen, um gleichberechtigt und selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können.

 

"Vieles von dem was hier heute diskutiert wurde, wie zum Beispiel Neuregelung hinsichtlich der Leistungsbewertung und des Übertritts an die Weiterführende Schule, Einführung multiprofessioneller Teams, wird nach der Landtagswahl im September ganz oben auf der Agenda stehen", so MdL Martin Güll.

 

Heinz Galuschka (SPD-Kreisverband Kitzingen) und Bernd Moser (AfB SPD-Unterfranken) zeigten sich sehr erfreut über die zahlreichen Besucher, die angenehme Gesprächsatmosphäre und das sehr fruchtbare Ergebnis. Es werden sicherlich noch weitere Veranstaltungen zu dem Thema folgen.

MdL Martin Güll in der Mitte bei dem öffentlichen Podiumsgespräch am Abend des Besuchs im Café Harmonie in Kitzingen. Ebenfalls auf dem Podium von links nach rechts: Ralf Hofmann (Bundestagskandidat), Doris Aschenbrenner (Landtagskandidatin), Christine Primbs (Netzwerk Inklusion Bayern), Gerald Möhrlein ( SchulCHEN - Erich Kästner Kinderdorf), Astrid Glos (Moderation, Oberbürgermeisterkandidatin) und Dr. Wolfgang Patzwahl

Von: PM