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Schweinfurt hat den Marathon-Weltrekord: Gelungene Veranstaltung im Willy-Sachs-Stadion macht Lust auf eine Wiederholung

27.09.2011

Schweinfurt - Patrick Makaus hatte ausgerechnet am Tag zuvor in Berlin die Latte noch ein wenig höher gelegt. Mit zwei Stunden, drei Minuten und 38 Sekunden unterbot der Kenianer um 21 Sekunden den bestehenden Weltrekord im Marathonlauf. Doch etwas mehr als 24 Stunden später wurde die Marke in Schweinfurt schon wieder geknackt: Die 53 Staffeln schafften zusammen mit Nils Schumann bei idealen äußeren Bedingungen den Rekord deutlich. Bei 1:49:52 Stunden steht er nun, natürlich nicht offiziell. Doch der Lauf unter Flutlicht im Willy-Sachs-Stadion machte mal wieder klar, was die Schweinfurter und die Bürger im Umland leisten können. "Die Chance, das zu schaffen, lag meiner Meinung nach bei 50:50", reiste der 800 Meter-Olympiasieger Schumann an sich leicht pessimistisch nach Unterfranken.


Die letzten 200 Meter lief Startmann Schumann zusammen mit Schweinfurts Oberbürgermeister und Schirmherr Sebastian Remelé sowie mit AOK-Direktor Frank Dünisch fast schon langsamen Schrittes. Da war längst klar, dass die 53 Staffeln es schaffen würden, den Rekord zu unterbieten. Schumanns Skepsis hatte an sich gute Gründe, liefen doch nicht nur junge Athleten die jeweils 200 Meter, sondern auch der eine oder andere "Routinier". Stadträtin Heike Gröner beispielsweise für die CSU-Fraktion, die genauso wie Dr. Wolfgang Kattner (ersetzte den nach seinem Lauf mit den Referenten geschlauchten OB) aber mächtig Gas gab. Nur wenige Läufer hatten richtig Mühe, die im Schnitt vorgeschriebenen 35 Sekunden für die Strecke zu unterbieten. Zahlreiche Sportler aber waren deutlich schneller unterwegs. Darunter auch die Fußballer des FC 05 mit den beim Kicken zuletzt vom Leid geprüften Timo Pitter, Simon Häcker, Andreas Bäuerlein und Fazdel Tahir.

Der SV Ramsthal, die Gemeinde Sennfeld oder das Nüdlinger Run-Team verstärkten von außerhalb die Staffeln. Ansonsten liefen überwiegend Schweinfurter: Schüler, Politiker, Medienleute, Krankenhaus-Teams, Firmen und natürlich Stadtwerke und AOK, die das Event ins Leben riefen. "Das ist eine sehr schöne, spannende Veranstaltung und ein reizvolles und ambitioniertes Vorhaben", merkte Nils Schumann schon vor dem Start an, als er zunächst das Aufwärmprogramm mit den Läufern leitete und dann auch noch die Staffelübergabe üben ließ. "Weil das den meisten wohl nur noch aus der Schulzeit ein Begriff ist!" Letztlich ging alles gut, drückten die Veranstalter bei so mancher überlaufenen Übergabezone mehrere Augen zu und hielten sich auch die Verletzungen in Grenzen. Der ein oder andere Teilnehmer stürzte ins Ziel oder zog sich, weil wohl ungeübt, eine Zerrung zu.

Am Ende, als es längst stockdunkel war über dem Stadion, gab Nils Schumann bei seinem ersten Besch in Schweinfurt noch fleißig Autogramme und packte sie ganz zum Schluss auch aus: Die Goldmedaille vom Jahr 2000, als der heute 33 Jahre alte Thüringer über 800 Meter in Sidney der Konkurrenz auf und davon rannte. Da staunten die letzten Verbliebenen. "Schweinfurt will den Marathon-Weltrekord" stand die ganze Zeit auf der elektronischen Anzeigetafel. "Schweinfurt hilft Schweinfurt" wird sich letztlich freuen: Denn der Erlös der Benefizstaffeln wird wie immer für einen guten Zeck gespendet. Zwei Mal schwammen die Schweinfurter, nun liefen sie. Fortsetzung 2012 folgt - ganz bestimmt.

Unser Hauptbild zeigt kurz vor dem Zielleinlauf Nils Schumann, AOK-Direktor Frank Dünisch und OB Sebastian Remelé.


Von: Michael Horling