Soziale Netzwerke

  

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Aufbau eines Netzwerks für ehrenamtlich engagierte Menschen mit Behinderung

Runder Tisch der Behindertenbeauftragten im Landratsamt

Landkreis Schweinfurt. „Menschen mit Behinderung im Ehrenamt“ – unter diesem Motto stand dieses Mal der „Runde Tisch“ der Behindertenbeauftragten. Hierzu hatte Landrat Florian Töpper zusammen mit Kilian Kaschkat, dem Abteilungsleiter für Soziales und Gesundheit und gleichzeitigem Behindertenbeauftragten des Landkreises Schweinfurt, die gemeindlichen Behindertenbeauftragten sowie Vertreter von Behindertenverbänden ins Landratsamt eingeladen. Auf Initiative von Landrat Töpper findet dieses Zusammentreffen seit 2016 ein- bis zweimal im Jahr statt.

 

Vor genau zehn Jahren hat die Bundesrepublik Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention ratifiziert. Das Leitbild der Behindertenrechtskonvention ist „Inklusion“. Es geht also nicht darum, dass sich der oder die Einzelne anpassen muss, um teilhaben und selbst gestalten zu können. Es geht darum, dass sich die Gesellschaft öffnet, dass Vielfalt ein selbstverständliches Leitbild wird. Es geht um eine tolerante Gesellschaft, in der alle mit ihren jeweiligen Fähigkeiten und Voraussetzungen wertvoll sind.

 

Auch im Landkreis Schweinfurt nimmt das Thema Inklusion einen wichtigen Stellenwert ein, wie Landrat Töpper in seiner Begrüßung am Beispiel der Freiwilligenagentur GemeinSinn aufzeigte. Diese befindet sich in der Trägerschaft des Bayerischen Roten Kreuzes Kreisverband Schweinfurt und wird zu 90 Prozent vom Landkreis Schweinfurt finanziert. Die Freiwilligenagentur startete im Frühjahr 2016, in Kooperation mit den Offenen Hilfen der Lebenshilfe Schweinfurt, das Projekt „Menschen mit Behinderung im Ehrenamt“. Dieses bemerkenswerte Projekt, das den Inklusionsgedanken vorlebt, wurde mit dem Bayerischen Innovationspreis Ehrenamt 2018 ausgezeichnet.

 

Katrin Schauer und Anne Königsmann von der Freiwilligenagentur GemeinSinn stellten dieses Projekt – welches jetzt eigentlich schon kein Projekt mehr, sondern vielmehr gelebte Tatsache ist – zusammen mit Thomas Schüler von den Offenen Hilfen den Anwesenden vor. So engagieren sich Menschen mit Behinderung mittlerweile unter anderem im Kindergarten, in einem Rot-Kreuz-Laden oder bei der Freiwilligen Feuerwehr. Von ihren Erfahrungen im Kindergarten berichtete Undine Störkel, die im Rollstuhl sitzt. Auch ihr geht es darum Berührungsängste abzubauen beziehungsweise diese gar nicht erst entstehen zu lassen. Die tatkräftige und lebenslustige Frau legte bei ihrem kurzweiligen Vortrag einen beeindruckenden Elan an den Tag. „Nur zu gut kann man sich Strökel in Mitten einer Schar herumtobender Kinder vorstellen“, so der Eindruck von Kilian Kaschkat, Behindertenbeauftragter des Landkreises.

 

Das Ziel der Offenen Hilfen der Lebenshilfe Schweinfurt und der Freiwilligenagentur GemeinSinn ist nun, gemeinsam mit den gemeindlichen Behindertenbeauftragten des Landkreises Schweinfurt, ein Netzwerk aufzubauen, indem sich interessierte Bürgerinnen und Bürger mit oder ohne Behinderung informieren können. Beide Organisationen beraten zum Thema Ehrenamt und können gleichzeitig als Multiplikator oder Vermittler dementsprechend eine individuelle Unterstützung anbieten. So kann das im Eingang erwähnte Wort „Inklusion“ mit Leben und praktischen Beispielen gefüllt werden.

Wer mehr über „Menschen mit Behinderung im Ehrenamt“ wissen möchte, kann sich gerne wenden an:

Freiwilligenagentur GemeinSinn Katrin Schauer und Anne Königsmann Telefon 09721 / 9490427 E-Mail: info@freiwilligenagentur-gemeinsinn.de Internet: www.freiwilligenagentur-gemeinsinn.de