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Beliebter Volkacher Brunnenschoppen bleibt trotz Corona möglich

Verwaltung und Gastronomie ziehen an einem Strang – das Zauberwort heißt Gesamtkonzept „Bewirtschaftung in der Altstadt“

Volkach. Die Gastronomie in Volkach steht in den Startlöchern: Am Montag, 18. Mai, startet die Außenbewirtschaftung. Die Verwaltung hat in dieser Woche alle Volkacher Gastronomen eingeladen um ein Gesamtkonzept zum Thema „Außenbewirtschaftung in der Altstadt in Corona-Zeiten“ zu erarbeiten. Dieses wird dem Volkacher Stadtrat baldmöglichst vorgestellt.

 

Einig sind sich alle Beteiligten darin, dass Volkach in dieser Saison aufgrund der beschränkten Reisemöglichkeiten ins Ausland zusätzliche Gäste empfangen wird. Die erste Bewährungsprobe steht hierfür ab Christi Himmelfahrt an. Corona und seine Infektionsentwicklung dürfen dabei nicht vergessen werden, da sonst restriktive Maßnahmen ergriffen werden könnten. Erster Bürgermeister Heiko Bäuerlein stellte klar, dass die Stadt die Verantwortung für alle Bewohner habe. Es geht um die Gesundheit! Außerdem sei es bei diesem Konzept immens wichtig, die Bedürfnisse von Anwohnern, Handel, aber auch von Gastronomen und Gästen zu berücksichtigen und möglichst alles unter einen Hut zu bekommen.

 

Die Gastronomie muss im Innen- und Außenbereich gemäß den Vorgaben der Bayerischen Staatsregierung auf einen Abstand von 1,50 Meter achten. Auf der bisher genehmigten Fläche wären somit viel weniger Tische möglich. Deshalb sieht der gemeinsam erarbeitete „Fahrplan“ für die Gastronomie wie folgt aus: Es wird diskutiert und geprüft, ob die Außenbewirtschaftungsflächen in der Hauptstraße erweitert werden können, damit wenigstens das bereits vorhandene Tischangebot auch weiterhin möglich ist. Dafür reichen die interessierten Gastronomiebetriebe bis Dienstag, 19. Mai, einen Antrag mit einem Gesundheitskonzept, eine Flächen-Skizze und die schriftliche Einwilligung der Nachbarn (so vor deren Haus Tische und Stühle aufgestellt werden) bei der Stadt ein. Diese prüft dann bei einem Ortstermin die Machbarkeit und abschließend entscheidet der Stadtrat über das Gesamtkonzept. „Alles ist denkbar, wir bleiben gemeinsam am Ball, was funktioniert, kann beibehalten werden, was nicht funktioniert, muss überdacht und entsprechend geändert werden. In diesen Zeiten ist nichts in Stein gemeißelt, sondern ein dynamischer Prozess“, so Bürgermeister Heiko Bäuerlein weiter. Kernthema ist natürlich der von vielen Volkachern und Gästen liebgewonnene Brunnenschoppen. In der üblichen Ausschank- und Genussform am Marktbrunnen ist dieser in Corona-Zeiten derzeit leider auf keinen Fall möglich. Aus diesem Grund gibt es ein eigenes Konzept für den Marktplatz, damit Weinfreunde auch weiterhin in den Genuss eines Glas Weins und des Treffpunkts kommen. Die Stadt stellt den ansässigen Gastronomen sogenannte Bewirtungszonen zur Verfügung. Diese werden mit Tischen mit Sitzgelegenheit oder mit Stehtischen mit dem nötigen Abstandsgebot bestückt. Für die Umsetzung sind ausschließlich die Gastronomen verantwortlich. Für den Gast gilt: Nur wer einen Platz an einem Tisch hat, bekommt auch etwas zu trinken. Die Selbstbedienung ist aktuell nicht mehr möglich. Jeder Gast muss laut bayernweit geltendem Hygieneplan seine Adresse hinterlassen, damit im Fall der Fälle eine Infektionskette nachverfolgt werden kann. Dies gilt nicht nur für den gastronomischen Innen-, sondern eben auch für den Außenbereich. Die Gastronomen verpflichten sich keine gekühlten Getränke „to Go“ zu verkaufen. Damit soll der „Brunnenschoppen“ nur an den Tischen möglich sein. Es werden auch keine Becher verkauft bzw. ausgegeben. Kunden können maximal ungekühlte Getränke in Flaschen für den Genuss zu Hause erwerben.

 

„Es handelt sich um einen Testlauf. Auf die Bedienungen kommt eine große Herausforderung zu. Wir hoffen auf das Verständnis und die Unterstützung der Gäste, nur gemeinsam kann es funktionieren“, erklärt Tourismuschef Marco Maiberger. In enger Zusammenarbeit mit den städtischen Behörden und dem Amt für öffentliche Ordnung beim Landratsamt Kitzingen hat man an diesem Konzept gefeilt.

 

Mehr Fläche für Außengastronomie in der Altstadt bedeutet natürlich auch, dass sich alle Beteiligten Gedanken über neue Fahrradparkplätze machen müssen. Der Marktplatz ist dabei nur ein markanter Punkt im Stadtbild. Die Verwaltung hat die Gastronomie gebeten, sich im Zuge der Antragsstellung ebenfalls Gedanken über zusätzliche FahrradStellplätze zu machen und Vorschläge zu unterbreiten. Ziel ist es zeitgleich ein Fahrradkonzept für Volkachs Altstadt zu bekommen. Zusätzlich soll bei einem möglichen Wegfall von Parkflächen eine Ausgleichsfläche für Anwohnerparken geschaffen werden. Die Konzeption muss auch diesen Punkt berücksichtigen. Vorschläge wird es in knapp einer Woche zu sehen geben.

Sie ziehen gemeinsam an einem Strang: Die Verwaltung mit Bürgermeister Heiko Bäuerlein und Geschäftsstellenleiter Gerhard Wagenhäuser (vorne) und Vertretern der Volkacher Gastronomie.  Foto: Julius Straub/ TI Volkach.