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Besuch des LSV-Bayern beim Klimacamp von Students for Future

Am Dienstag den 27.10.2020 besuchten einige Mitglieder des LSV-Bayern (Landwirtschaft verbindet Bayern e.V.) das Klimacamp der Students for Future auf dem Gelände der Regensburger Universität.

 

Die Studenten hatten angefragt, ob es nicht möglich wäre, etwas Gemüse gespendet zu bekommen, mit dem sie beim Klimacamp kochen und Essen anbieten können. Dem kamen die Landwirte natürlich gerne nach und brachten erntefrisches Gemüse und Kartoffeln in ausreichenden Mengen, damit es auch für genügend der jungen Leute reichen würde.

 

Bei dieser Gelegenheit – meinten die jungen Leute – könnte man ja auch gleich über die Landwirtschaft, die dortigen Probleme, aber auch über die Anstrengungen bezüglich der Umwelt und des Klimawandels sprechen. Rainer Seidl (1. Vorstand) kam dem gerne nach, und stellte in seinem Statement auch gleich am Rande noch den Verein LSV an sich etwas vor. Er erklärte in anschaulicher Weise die Situation der Betriebe, die sich sehr wohl auf Veränderungen bezüglich Umwelt, Klima, Artenschutz, usw. einstellen kann. Man sei ja ohnehin sowohl in der Vergangenheit als auch in der Zukunft immer darauf bedacht gewesen, nachhaltig zu produzieren, da die Bodenqualität erhalten werden sollte. Dies, erwähnte er, sei aber mit der neuen Düngeverordnung fast gar nicht mehr möglich, da bei dieser Bearbeitungsweise kein Humusaufbau mehr möglich sei. Man sollte bei der Ausarbeitung von Verordnungen immer alle Verursacher feststellen, und nicht nur der Einfachheit halber die ganze Schuld nur auf die Schultern der Landwirte packen.

Genauso beim Artenschutz – hier wird nur die Landwirtschaft in Generalverdacht genommen, ohne das Augenmerk auch auf z. B. Flugverkehr, Mobilfunk und Lichtverschmutzung zu legen.

 

Desweiteren wurde das Tierwohl angesprochen, bei dem ebenso wieder das Problem besteht, dass bei der jetzigen, und schon einige Zeit andauernden Einkommenslage es für die Bauern nicht möglich sein wird, diese Investitionen noch zu tätigen. Auch lässt die Planungssicherheit für solche Ausgaben zu wünschen übrig.

 

Beide Gruppierungen halten die Regionalität allerdings für sehr wichtig, da man durch die kürzeren Wege, die ein Lebensmittel zurücklegt, CO2 einsparen könne. Hier wären auch Handelsabkommen wie z. B. Mercosur nicht zielführend. Somit wäre der Umwelt und den Landwirten geholfen. Beim Thema CO2 wurde auch klar, dass die Land- und Forstwirtschaft der einzige Bereich ist, der dies auch binden kann, trotzdem würden die Bauern hier nicht mit einbezogen, und deren Leistung durch die Bindung immer nur klein geredet und nicht gewürdigt.

 

Klima und Umwelt ist nun mal ein gemeinsames Problem, das auch nur gemeinsam angepackt werden kann, aber definitiv nicht einfach nur durch Schuldzuweisungen.

 

Es war auch möglich, die großen Banner zum Thema Landwirtschaft und Stromtrasse, von der auch viele Landwirte betroffen sind, aufzuhängen, die auf die Missstände hinweisen sollten.

 

Freitagabend beteiligten sich noch einmal Landwirte von LSV an einer Diskussionsrunde mit Prof. Scharf zum Thema Energiewende, bevor das Camp am Sonntag beendet wird.

 

Von Seiten des LSV ein herzliches Dankeschön für die konstruktiven Gespräche, und auch das Interesse an der Landwirtschaft und deren Probleme.