WÜRZBURG Der Kampf gegen demokratie- und ausländerfeindliche Tendenzen, nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa, stand unter anderem im Mittelpunkt der Bundeswahlkreiskonferenz der SPD in Stadt und Landkreis Würzburg, quasi als Startschuss für den Europawahlkampf. BWK-Vorsitzende Christine Haupt-Kreutzer begrüßte rund 80 Delegierte im Würzburger Felix-Fechenbach-Haus.
„Diese Europawahl ist richtungsweisend. Europa darf nicht weiter nach rechts abdriften. Diese Wahl wird entscheiden, ob der Europa-Zug weiter vorankommt, oder auf einem rechten Abstellgleis endet.“ So drastisch beurteilte der Europaabgeordnete Thomas Rudner (SPD) aus Regensburg die Bedeutung der Wahl am 9. Juni in Deutschland. Gerade deshalb sehe er allerdings gute Chancen für eine sozialdemokratische Mehrheit: „Wir setzen alles daran, dass nicht die Europagegner gewinnen, sondern Europa als Wirtschafts- und Werteunion, mit freien Grenzen, Freizügigkeit und fairem Handel weiter bestehen bleibt.“ Jeder Einzelne und jede einzelne Stimme sei deshalb wichtig.
Der SPD-Bundestagsabgeordnete Markus Hümpfer aus Schweinfurt betonte, dass unsere freiheitliche, offene und soziale Demokratie ein kostbares Gut ist, das nicht selbstverständlich ist. Investitionen sowohl in die innere als auch äußere Sicherheit sind entscheidend für ihre Bewahrung ebenso wie Investitionen in soziale Sicherheit und die wirtschaftliche Zukunft. Hümpfer forderte einen konsequenten Einsatz gegen Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Politikverdrossenheit.
Die fortschrittliche Gestaltung der europäischen Arbeitswelt ist für den unterfränkischen Europakandidaten Tanyel Tas in seinem Wahlkampf das Hauptthema. Ebenso allerdings auch das Bekenntnis zu Arbeitsmigration und der Abwehr von jeglichem Rassismus. „Es ist gut, dass dank unseres Einsatzes mittlerweile europaweit der Mindestlohn gilt.“ An der Höhe freilich müsse man ebenso noch arbeiten wie an der Gleichstellung von Frauen im Berufs- und Arbeitsleben, so der IG-Metall-Gewerkschafter und Betriebsrat bei Schaeffler Technologies.
Gewählt wurde anschließend der neue Vorstand des BWK, der nicht nur den Europawahlkampf in der Region gestaltet, sondern auch die Weichen für die nächste Bundestagswahl im Jahr 2026 stellen wird. Hierbei löste die Vorsitzende der WürzburgSPD, Freya Altenhöner, die bisherige BWK-Vorsitzende Haupt-Kreutzer (Margetshöchheim) ab. Diese rückte auf die Stellvertreterposition, in die auch Alexander Kolbow (Würzburg) und Tobias Grimm (Estenfeld) gewählt wurden.
„Nur mit der SPD gibt es ein soziales, nachhaltiges und offenes Europa. Ein Europa, dass wir zu einer echten Sozialunion ausbauen. Ein Europa das in nachhaltige Infrastruktur, wie öffentliche Daseinsfürsorge und erneuerbare Energien investiert. Ein Europa, mit einem starken, europäischen Parlament und starken, europäischen Parteien. Dafür kämpfen wir gemeinsam mit unseren Kandidierenden Tanyel Tas und Thomas Rudner“ bekräftigte die neugewählte Vorsitzende Freya Altenhöner, zum Abschluss.

