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Das postantibiotische Zeitalter

Resistenzen ohne Grenzen?

Am 12.09. berichtete die Tagesschau über die mangelnde Neuentwicklung von Antibiotika, unter dem Titel „Eine Katastrophe mit Ansage“ i. Die Weltgesundheitsorganisation WHO beschwört sogar das „postantibiotische Zeitalter“, das uns – durch viele multiresistente Keime – auf das medizinische Therapieniveau von 1930 zurückwerfen würde.  Das Thema ist also brisant und hochaktuell.

 

Am 17.09. sprach der Privatdozent Dr. med.Andreas Schwarzkopf ab 19:00 Uhr im Alten Rathaus Schweinfurt über „Das postantibiotische Zeitalter: Resistenzen ohne Grenzen?“. Der humanistischsäkulare Bund für Geistesfreiheit (bfg) Schweinfurt freute sich als Veranstalter über das zahlreiche Publikum sowie über die gut verständlichen, kurzweiligen und bisweilen auch humorvollen Ausführungen des Experten.

 

Der Mikrobiologe und Infektionsepidemiologe Dr. Schwarzkopf benannte in seinem Vortrag als Ursachen für die zunehmende Antibiotikaresistenz von Krankheitserregern den zu hohen Einsatz von Antibiotika beim Menschen und in der Tiermast, die Aufnahme von unterdosierten Antibiotika über Lebensmittel, die rasche Ausbreitung bestimmter multiresistenter Erreger auch über Lebensmittel, Badeseen etc. sowie nur wenige Neuentwicklungen von Antibiotika in den letzten Jahren.

 

Tatsächlich gebe es aber auch sinnvolle Bestrebungen, dem entgegenzuwirken. Lösungen sind nach Aussage von Dr. Schwarzkopf die gesetzliche deutliche Reduktion des Antibiotikaeinsatzes in der Tiermast, die bessere Ausbildung der Ärzteschaft sowie die Aufklärung der Gesellschaft. Jeder Todesfall durch einen antibiotikaresistenten Erreger sei höchst bedauerlich und müsse dazu führen, die Anstrengungen zur Bekämpfung der Antibiotikaresistenz zu steigern.

Dr. Andreas Schwarzkopf Foto: Michael Kraus/bfg Schweinfurt