Werte und Freiheiten demokratischer Gesellschaftssysteme müssen immer wiede neu erlernt werden | Jugendherbergen in Bayern vermitteln Demokratieprinzipien | wirksame Bausteine und Programme für Schulklassen und Jugendgruppen
München: Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat gezeigt, wie grundlegend und schnell sich politische Kräfteverhältnisse verschieben können. Für das Jugendherbergswerk Bayern (DJH Bayern) folgt daraus ein klarer Auftrag: Demokratie darf nicht nur verwaltet werden. Sie muss erklärt, erfahren, verteidigt und von jeder Generation neu gelernt werden.
„Wer unsere Demokratie schützen will, muss die Institutionen stärken, die Rechtsstaatlichkeit sichern, freie Information ermöglichen, Erinnerung wachhalten und jungen Menschen Räume für eigenständiges Denken geben“, erklärt Klaus Umbach, Präsident des DJH Bayern. „Gerade jetzt braucht es die Geschlossenheit aller Demokratinnen und Demokraten.“
Als anerkannter Träger der freien Jugendhilfe und zivilgesellschaftlicher Bildungsakteur begreift das DJH Bayern seine Jugendherbergen als Lernorte demokratischer Kultur. Politische und kulturelle Bildung, Gedenkstättenarbeit, unabhängige Informationsangebote und starke zivilgesellschaftliche Strukturen stehen unter wachsendem Rechtfertigungs- und Kürzungsdruck auf allen politischen Ebenen. Werden sie geschwächt oder aufgelöst, verliert Demokratie Schutzräume. Das DJH Bayern steht diesen Institutionen und Partnern zur Seite.
Wie konkrete Demokratiebildung gelingt, zeigt z.B. das Projekt „Power Skills @ DJH“der bayerischen Jugendherbergen: In Workshops für Schulklassen und Jugendgruppen lernen junge Menschen, Diskriminierung und Radikalisierung zu erkennen, Konflikte konstruktiv auszutragen, Empathie zu entwickeln und Zivilcourage zu zeigen.Medienpädagogik, historisches Lernen, Menschenrechtserziehung und Teamtraining machen Demokratie praktisch erfahrbar.
„Demokratiekompetenz entsteht, wenn junge Menschen gemeinsam an Themen zur politischen Bildung arbeiten und in Projekten eigene Perspektiven entwickeln können“, betont auch Markus Achatz, Leiter Bildung und Programme. „Im Dialog, in Diskussionen und geteilten Erlebnissen werden in unseren Bildungsprojekten soziale Kompetenzen gestärkt. Im geschützten Rahmen können die Heranwachsenden Meinungen formulieren und Verantwortung für das Gemeinwesen einüben.“ Diesen Anspruch trägt das DJH Bayern in die Zukunft: Der Landesverband hat sich bereits frühzeitig als Bildungspartner für das geplante Yad Vashem Bildungszentrum in München positioniert und führt dazu erste Gespräche mit der Politik.
Zum Tag der Demokratie appelliert das DJH Bayern an alle demokratischen Kräfte: Schützen wir gemeinsam die Orte, an denen Demokratie gelernt, Erinnerung bewahrt und Freiheit eingeübt wird. Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit – sie ist eine gemeinsame Aufgabe.
Der Landesverband Bayern im DJH ist als gemeinnütziger Verein Betreiber und Partner von derzeit 46 Jugendherbergen (34 Häuser in Eigenregie, 12 Häuser durch Partner betrieben, z.B. Kommunen oder Verbände) und verfolgt unmittelbar gemeinwohlorientierte Aufgaben. Seit Gründung des DJH steht ein wesentlicher Gedanke im Vordergrund: Junge Menschen sollen unabhängig von Herkunft und sozio-ökonomischem Status die Welt entdecken, Gemeinschaft erleben und ihren Horizont erweitern. Die Jugendherbergen sind ein vielseitiger Lern- und Erlebnisort mit abwechslungsreichen und lebensweltorientierten Programmangeboten für Schulklassen, Gruppen und Familien in den Bereichen Soziales Lernen, Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), Kultur und Sport. Im Jugendherbergswerk sind ca. 2,4 Mio. Menschen organisiert.

