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Ein Bauhof mit Modellcharakter

Landrat weiht Neubau in Giebelstadt ein

Seine erste Bewährungsprobe hat der neue Kreisbauhof in Giebelstadt schon bestanden. Zwei erfolgreiche Einsätze lagen bereits hinter den Stützpunktmitarbeitern, als Landrat Eberhard Nuß gemeinsam mit Vertretern des Staatlichen Bauamts, der Straßenmeisterei Ochsenfurt, des Landratsamts, mit den Architekten und Planern sowie den beteiligten Firmen die Einweihung feierte.

 

Vom neuen Standort in der Kilian-Keller-Straße aus sorgt die orangefarbene Flotte für sichere Straßen im südlichen Landkreis. „Neuer Bau, neue Ära nach 40 Jahren – eine ewig währende Konstante ist das Engagement unserer zuverlässigen Strasser“, lobte Landrat Eberhard Nuß in seiner Ansprache. Worte des Dankes und der Anerkennung seien das eine – ein zeitgemäßer, funktionsgerechter Arbeitsplatz das andere.

 

Der alte Bauhof entsprach diesen Anforderungen nicht mehr. Die Lager- und Fahrzeughallen waren zu klein: die Unterbringung der neuen modernen Allrad-LKWs scheiterte schon an der geringen Einfahrtshöhe. Dennoch stand ein Neubau nicht von Beginn an auf der Agenda des Landkreises. „Unsere Strasser sind es gewohnt, sich um alle Wege zu kümmern – gerade und verwinkelte“, scherzte Architekt Matthias Versbach mit Blick auf die Bauhistorie.

 

Zunächst sahen die Planungen eine Sanierung des bestehenden Bauhofs vor. „Bis zu jenem legendären Hasenpfefferessen im Dezember 2015“, erinnerte sich Landrat Nuß. „Meine Strasser hatten mich eingeladen, um mir zu sagen, wo der Hase sprichwörtlich im Pfeffer liegt.“ Defizite seien zur Sprache gekommen, die eine Sanierung nicht habe heilen können. Die Bauhofmitarbeiter wünschten sich beispielsweise einen Aufenthaltsraum.

 

Die bereits beschlossene Planung wurde verworfen und die Grundlagen für einen Neubau geschaffen. Das Architekturbüro Dold + Versbach aus Gerbrunn legte ein völlig neues Konzept auf den Tisch.

 

Kernstück des neuen Bauhofs ist die Mehrzweckhalle, in der die Straßenarbeiter die großen Fahrzeuge bei jeder Witterung, bei Tag und bei Nacht ausrüsten und für den Einsatz vorbereiten können. Auch eine Werkzeughalle mit Hebebühne für kleinere Reparaturarbeiten vor Ort bietet der Neubau.

 

Auf einer Nutzfläche von 1.550 Quadratmetern sind aber nicht nur die Fahrzeuge gut untergebracht. Ein zweigeschossiger Sozialbereich mit Aufenthaltsraum, Umkleiden, Duschen sowie einem großen Trockenraum für feuchte Kleidung lässt den Arbeitsalltag deutlich angenehmer werden. „Sicherheit und Gesundheit unserer Strasser liegen uns am Herzen – und das haben wir in Beton gegossen“, freute sich der Landrat.

 

Erstmals stehen auch separate Umkleiden und sanitäre Einrichtungen für Mitarbeiterinnen bereit. Damit ist der neue Bauhof gerüstet, wenn die erste Straßenarbeiterin ihren Dienst im Kreisbauhof Giebelstadt antreten sollte.

 

Nuß lobte auch das energetische Konzept des Neubaus: Solarthermie und Photovoltaik sorgen für Wärme und Strom. Auf Wunsch der Belegschaft zieren außerdem Obstbäume statt geteerte Tristesse das Gelände um den Bauhof. Der neue Stützpunkt in Giebelstadt könne Vorbildcharakter auch für andere Bauhöfe der Zukunft haben, erklärte Architekt Matthias Versbach bei der symbolischen Schlüsselübergabe an den Landrat.

 

An dem 3,3 Millionen Euro großen Projekt waren rund 50 Firmen beteiligt. Landrat und Architekt sprachen allen Betrieben sowie der Hochbauverwaltung ihren Dank für die gute Organisation des Bauablaufs aus. Das Ergebnis sei ein moderner Bauhof, der zeige, wie wichtig dem Landkreis eine leistungsfähige Infrastruktur sei. Jetzt kann der Winter also kommen.

Bild 1: Architekt Matthias Versbach (links) übergab symbolisch den Schlüssel an Bauhofmitarbeiter Andreas Grill (Mitte) und Landrat Eberhard Nuß. XXX Bild 2: Der große Steinblock, den Landrat Eberhard Nuß mit dem Ladekran an seinen Platz navigierte, stammt noch vom alten Kreisbauhof am Ostauweg. Der Stein trägt künftig das Bauhof-Schild an der Einfahrt. Foto: Kathrin Klotzbach