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Faschingszug in Corona-Zeiten und auch noch alkoholfrei

SCHWEINFURT - Fasching ohne Faschingszug? Das darf nicht sein! Das denken sich auch die Antöner-Narren um Sitzungspräsident Maurice Breitkopf und Gesellschaftspräsident Christian Blumenau. Wenn schon kein realer Faschingszug möglich ist, dann zumindest virtuell im Internet. Den Antönern war schnell klar, was zu tun ist. Nämlich den dann „kleinsten Faschingszug Schweinfurts“ als Live-Stream im Internet zu zeigen – mit Modellfahrzeugen. Natürlich auch mit Prämierung der besten Modell-Wagen. Teilnahmebedingungen und Maße der Fahrzeuge können auf der Homepage der Antöner Narrenelf nachgelesen werden. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

 

Das Thema „Prämierung“ war schon bisher eng mit der Suchtprävention der Stadt verknüpft. Die Stadt Schweinfurt unter Federführung der Fachkraft für Suchtprävention Helmuth Backhaus hatte schon bisher den „APP“ – den Alkoholpräventionspreis – an Gruppen vergeben, die alkoholfrei feiern konnten. Warum in diesem Jahr nicht den kompletten Zug als ersten alkoholfreien Faschingszug auszeichnen?

 

Was sich zunächst wie ein Scherz anhört, hat einen ernsten Hintergrund. „Klar wird der Faschingszug zwangsläufig alkoholfrei sein“, bestätigt Backhaus. „Aber das perfide am Alkoholkonsum in Corona-Zeiten ist doch gerade, dass er – auch der problematische weil regelmäßige oder übermäßige Alkoholkonsum – im Verborgenen stattfindet. Nämlich daheim, allein.“

 

Die Zahlen geben ihm Recht: Laut einer aktuellen Umfrage trinken 37 % der Bundesbürger mehr Alkohol. Zwangsläufig alleine oder im engsten Familienkreis. Soziale Kontrolle entfällt. Der Konsum, der zu Beginn noch der Flucht aus dem grauen Corona-Alltag diente, wird zum Selbstzweck. „Hochproblematisch“ findet Backhaus diese Entwicklung, auf die er mit dieser Aktion aufmerksam machen möchte.

 

Ebenfalls ist ihm wichtig mit Fake-News zum Thema „Alkohol und Corona“ aus dem Internet aufzuräumen: Der Konsum von Alkohol schützt nicht vor COVID-19. Unter keinen Umständen sollte Alkohol getrunken werden, um eine Infektion zu verhindern oder zu behandeln. Alkoholkonsum schwächt das Immunsystem und verringert die Fähigkeit des Körpers, mit Infektionskrankheiten umzugehen. Starker Alkoholkonsum erhöht das Risiko eines akuten Atemnotsyndroms (ARDS), einer der schwerwiegendsten Komplikationen von COVID-19 (Quelle:BZgA). Alles andere sei schlicht falsch, bestätigt Backhaus.

Im Bild der Wagen der Suchtprävention für den „kleinsten Faschingszug Schweinfurts“ Foto: Helmuth Backhaus