Würzburg. – Der Investitionsbedarf an Würzburger Schulen wächst dramatisch. Laut aktueller Übersicht der Stadtverwaltung, die auf eine offizielle Anfrage des FDP-Stadtrats Prof. Dr. Andrew Ullmann hin übermittelt wurde, sind für bauliche, sicherheitstechnische und energetische
Maßnahmen mehr als 100 Millionen Euro notwendig, teils bereits für das Jahr 2025, teils mit Verpflichtungsermächtigungen für die kommenden Jahre.
Die FDP im Stadtrat zeigt sich angesichts der Antwort der Verwaltung alarmiert. „Wir sehen hier die Quittung für jahrelanges kollektives Wegschauen“, sagt Ullmann. „Fehlende Rettungswege, Asbestsanierungen, defekte Fenster. Viele Schulen befinden sich in einem Zustand, der weder sicher noch zukunftsfähig ist. Das vorgelegte Maßnahmenpaket wirkt wie eine hektische Reaktion auf akute Gefahren, nicht wie eine planvolle Sanierungspolitik.“
Besonders teuer werden notwendige Großprojekte wie der geplante Neubau der Klara-Oppenheimer-Schule mit 120 Millionen Euro oder das Bildungscampus-Projekt am Hubland mit über 40 Millionen Euro ins Gewicht. Daneben verteilen sich zahlreiche kleinere Einzelmaßnahmen über
fast alle Schularten von der maroden Turnhallendecke bis zur energetischen Fenstersanierung. Die neue FDP / WL / ZfW - Fraktion stellt fest, dass Würzburg im Vergleich zu anderen Städten zurückliegt: Während Kommunen wie Nürnberg, Augsburg oder Heidelberg systematische
Schulbaupläne verfolgen, mangele es in Würzburg an einem strukturierten Gesamtkonzept. „Transparenz, Priorisierung und strategisches Denken fehlen vollkommen“, so Ullmann weiter.
Vor diesem Hintergrund fordert die FDP / WL / ZfW – Fraktion von der Verwaltung einen Masterplan Schulsanierung 2035 mit klaren Prioritäten für sicherheitsrelevante und energetische Maßnahmen. Eine zentrale Fördermittelkoordination, um alle verfügbaren Landes- und Bundesprogramme effizient zu nutzen, und eine transparente Kommunikation gegenüber Eltern, Lehrkräften und der Öffentlichkeit sind dabei unabdingbar. „Uns ist bewusst, dass es einer gemeinsamen Kraftanstrengung bedarf, um diesen Sanierungsstau aufzulösen“, so Ullmann abschließend.

