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Freitags ist die Ganztagsschule nicht kostenfrei

MdL Volkmar Halbleib informiert sich vor Ort über die Schulkinder-Betreuung

Verantwortliche fordern Verbesserungen bei den Rahmenbedingungen

WALDBÜTTELBRUNN Unstrittig sind gute Qualität und ausreichende Plätze der Kinderbetreuung die wichtigste Unterstützung für junge Familien. Anlässlich der familienpolitischen Aktionstage informierte sich deshalb der SPD-Landtagsabgeordnete Volkmar Halbleib bei einem Besuch in Waldbüttelbrunn, begleitet von Bürgermeister Klaus Schmidt (SPD), über den Stand der dortigen Schulkinderbetreuung und die Aufgaben des Familienstützpunktes.

 

Die Mittagsbetreuung der Grundschule ist mit die älteste im Landkreis, berichtete Leiterin Monika Fuchsberger vom Träger, der AWO Unterfranken. Seit 20 Jahren werden die Erst- bis Viertklässler dort montags bis freitags bis maximal 16 Uhr betreut.

 

Fuchsberger zeigte sich sehr zufrieden über die Raumsituation in der Grundschule und die langjährige Zusammenarbeit mit der Kommune als Schulträger. Auch die Kinder selbst sind offenbar zufrieden mit dem Angebot. Der Frage des Politikers - „Gefällt es Euch denn hier?“ – beantworteten sie mit einer eindeutigen Gegenfrage: „Ja klar! Warum auch nicht?“

 

Nicht ganz so optimal sind derzeit die Bedingungen für die offene Ganztagsschule (OGTS). Die Betreuungseinrichtung für die Älteren ist direkt an der Verbandsschule untergebracht. Fürs Erledigen der Hausaufgaben werden am Nachmittag auch dort Klassenzimmer genutzt. Der Freizeitraum muss sich zwangsläufig in die begrenzte Raumkapazität der Schule anpassen. Nachgebessert wird demnächst zumindest bei der Ausstattung des Raumes, versprach Bürgermeister Schmidt Murat Sunbat, dem Personalverantwortlichen des regionalen Trägers gfi (Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration).

 

Anders als die Mittagsbetreuung ist die OGTS nur von Montag bis Donnerstag geöffnet. Zusätzliche Betreuungszeit am Freitag können sich die Eltern allenfalls dazukaufen. Unter der Woche ist die Betreuung für die Familien kostenfrei, lediglich für die Teilnahme am warmen Mittagessen fällt ein Kostenbeitrag an.

 

Dass der Freitag seitens der Landesregierung ausgenommen ist, sei für niemanden nachvollziehbar, waren sich alle Verantwortlichen in Waldbüttelbrunn einig. Hier sollte der Freistaat konzeptionell dringend nachbessern, gaben sie dem Abgeordneten als konkreten Auftrag nach München mit.

 

Überdenken sollte Bayern auch die strikte Anwesenheitspflicht in der OGTS und deren Pendant, der OGS (offene Ganztagsschule an der Grundschule). Größere Flexibilität bei der Schulkinderbetreuung käme Eltern und Familien bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf deutlich mehr entgegen als die derzeit zu starren Vorgaben, appellierten sie an Halbleib. Flexibler mit dem Betreuungsangebot umzugehen und Familien so auch unter der Woche freie gemeinsame Zeit zu ermöglichen, käme gerade Elternteilen die im Schichtdienst, auswärts oder im Block arbeiten entgegen.

 

Weitere Forderungen der leitenden Pädagogen waren: Die tägliche Betreuungszeit bei Bedarf bis 17 Uhr zu verlängern und Änderung bei den gewünschten Betreuungstagen auch unterm Jahr zuzulassen. „In einer Arbeitswelt, die von Arbeitnehmern hohe Flexibilität fordert, braucht man diese auch in der Kinderbetreuung, zumindest soweit es pädagogisch vertretbar ist“, argumentierten die Fachleute.

 

Familienstützpunkte als niederschwelliges, präventives Angebot für Familienunterstützung und Familienbildung sollte es im Landkreis möglichst flächendeckend geben, diesen Impuls gab die Verantwortliche Anja Kulczynski dem Abgeordneten als Hausaufgabe mit auf den Weg.

Die Kinder der AWO-Mittagsbetreuung freuten sich über den Besuch von Volkmar Halbleib (Bildmitte). Monika Fuchsberger (von rechts), Anja Kulczynski und Klaus Schmidt sowie Murat Subat (nicht im Bild) forderten bessere Rahmenbedingungen für die Schulkinderbetreuung. Foto: Traudl Baumeister