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Internationalen Gedenktag für verstorbene Drogennutzerinnen und -nutzer

Würzburg 

In diesem Jahr jährt sich der Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher*innen zum 25. Mal. Ein trauriges Jubiläum, da bundesweit in diesem Zeitraum nach offiziellen Zahlen der Bundesregierung über 34.000 Menschen den Drogentod fanden.  

Mittlerweile findet der Drogentotengedenktag in über 90 Städten statt und wird von ca. 400 Organisationen und Initiativen unterstützt. Auch im Ausland finden inzwischen am 21. Juli zahlreiche Aktionen statt. Somit hat sich dieser Tag zum größten bundesweiten Aktions-, Trauer- und Präventionstag im Bereich illegaler Drogen entwickelt, welcher auch dieses Jahr unter der Schirmherrschaft des Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Burkard Blienert, stehen wird.

Die Zahl der Drogentoten ist in Deutschland 2021 erneut angestiegen. Im vergangenen Jahr starben 1.826 Menschen durch den Konsum illegaler Drogen und damit 15,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit erhöhte sich die Zahl schon das vierte Jahr in Folge.

In Unterfranken verstarben laut Polizeipräsidium im gleichen Zeitraum 22 Menschen. Auch hier gab es einen Anstieg um 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die missbräuchliche Nutzung von Fentanyl, sowie multipler Substanzen sind hierbei die Haupttodesursachen. Darüber hinaus erlagen 2021 mehr als 30 Personen an den indirekten Folgen ihres langjährigen Drogenkonsums. Drei langjährige Klient*innen nahmen sich aus Verzweiflung das Leben.

Auch wenn die drogen- und gesundheitspolitischen Ansichten und Ziele der verschiedenen Kommunen durchaus unterschiedlich sind, sind sich doch alle einig, dass das Überleben von Drogengebraucher*innen zu schützen ist.

Wir möchten auf die durchaus positiven Entwicklungen in der Drogenpolitik blicken, aber auch die fortbestehenden Gründe für den zehntausendfachen Tod Drogen Konsumierender thematisieren.  Zahl der Substituierten steigt

Mehr als die Hälfte der Drogentodesfälle steht in Verbindung mit Opioiden und weist damit deutlich auf die Versorgungskrise in der medizinischen Behandlung der Opioidabhängigkeit hin. Die Zahl der Substituierten hat sich in den letzten 25 Jahren auf heute ca. 81.300 verdoppelt, sicherlich eine positive Tendenz. Andererseits besteht vielerorts berechtigte Sorge um den Fortbestand der Versorgung, da immer mehr Praxen aus Altersgründen der Betreibenden schließen. Eine neue Honorarordnung, kann dazu beitragen, falsche finanzielle Anreize zu korrigieren und den Einstieg junger Mediziner zu fördern.

Niedrigschwellige und voraussetzungslose Angebote, auf Grundlage des Leitbilds akzeptierender Arbeit, sind zu einem festen Bestandteil des Hilfesystems geworden. Die Erfolge sind sichtbar, dennoch ist die Finanzierung kommunaler Aids- und Drogenhilfe durch Kommunen und Länder noch immer unzureichend.

 

Die Drogenhilfe Würzburg unterstützt den Gedenktag und wird deshalb am 21. Juli zwischen 11 und 16 Uhr am Vierröhrenbrunnen einen Aktionsstand aufbauen.

 

Das Programm:

 

Ab 11.00 Uhr     Stand mit der Möglichkeit der Beschriftung von Postkarten für die Luftballons

13.00 Uhr        Ansprache mit musikalischer Begleitung, Steigenlassen von Luftballons, Menschenkette mit Gedenkminute

Bis 17.00 Uhr    Zeit zum Austausch

 

Neben dem Gedenken möchten wir den Würzburger Bürger*innen auch die schwierige Situation Drogen gebrauchender Menschen in Würzburg näherbringen. Dazu stehen wir während der Zeit für Gespräche und Diskussionen zur Verfügung       

Weiter Informationen zum Gedenktag siehe:

www.gedenktag21juli.de

www.jes-bundesverband.de/projekte/gedenktag/