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Kindern und Jugendlichen ein Zuhause auf Zeit schenken

Der Landkreis Rhön-Grabfeld sucht engagierte Bürgerinnen und Bürger für die Bereitschaftspflege und Pflegeelternschaft / Langjährige Bereitschaftspflegemutter Maria Hartmann macht Interessenten Mut

Wer Maria Hartmann sieht, fühlt sich angesichts ihrer warmen Ausstrahlung willkommen und geborgen, auch wenn man schon groß ist. Ihr Haus mit Garten ist gemütlich und ein Paradies für Kinder. Als Bereitschaftspflegemutter hat die 62-jährige Mellrichstädterin Herz und Haustür geöffnet und so hervorragende Dienste für den Landkreis Rhön-Grabfeld geleistet. Vielen Kindern und Jugendlichen hat sie im Lauf der letzten acht Jahre ein Zuhause auf Zeit gegeben.

 

„Jetzt sind mal mein Mann und meine Familie dran“, sagt sie mit einem verschmitzten und klein wenig wehmütigen Lächeln. Denn Maria Hartmann war mit Leib und Seele Mutter auf Abruf. Für Kinder und Jugendliche, deren Eltern Unterstützung bei der Versorgung ihrer Kinder brauchten.

 

Nicht immer kann die eigene Familie Kinder in Krisenzeiten auffangen. Alleinerziehende, Arbeitslose, kranke Mütter oder Väter aus schwierigem Umfeld brauchen Menschen wie Maria Hartmann, die vorbehaltlos und herzlich eine kindgerechte Überbrückung für Krisenzeiten bieten, bis eine geeignete Perspektive gefunden wird. Kinder und Jugendliche können auch selbst um Bereitschaftspflege bitten. Vor allem bei Jugendlichen kommt es vor, dass sie nicht mehr nach Hause wollen. Auch dann sind Menschen wie Maria da und bieten Halt.

 

„Der Bedarf an Bereitschaftspflege und Pflegschaft ist da“, weiß Alexandra Ehwald vom Amt für Jugend, Familie und Senioren. Umso wichtiger ist es, Menschen wie Maria Hartmann an der Seite zu wissen, die nach kurzem Anruf sofort – auch rund um die Uhr – Kinder und Jugendliche in ihre Obhut nehmen. Manchmal nur für ein paar Stunden, manchmal für ein paar Tage, Wochen oder Monate. Aber nie länger. „Für die Kinder ist die Zeit bei mir eine Art Urlaub“, erklärt sie mit ihrem gewinnenden Lächeln. Auch wenn die Zeit bei Maria nur kurz ist, die meisten Kinder und Jugendlichen vergessen die Mutter von drei Kindern und Oma von zwei Enkeln nie. „Manchmal treffe ich sie z.B. beim Einkaufen und da rufen sie immer gleich ‚Da ist doch die Maria‘“, erzählt sie freudig und ein bisschen stolz.

 

Schließlich ist Bereitschaftspflege kein Nullachtfünfzehn-Job. Auch nicht für die Familie mit fast allen erwachsenen Kindern, die immer wieder neue kleine Gesichter am Esstisch sieht. „Doch das war nie ein Problem“, sagt Maria fest. Klar habe es anfangs Diskussionen zur Berufswahl der Mutter gegeben. Doch dann habe ihre Familie erkannt, dass diese Berufung für sie die einzig Richtige war als feststand, dass Maria aus gesundheitlichen Gründen nicht länger als Altenpflegerin arbeiten kann. „Die Kinder waren einfach da und Teil der Familie, ob zu Hause oder bei Geburtstagsfeiern. Sie haben einfach unser Familienleben mitgemacht“, so Maria schlicht.

 

Geht immer alles glatt? „Nein, natürlich nicht. Das ist wie bei den eigenen Kindern auch“, sagt Maria ehrlich. Bei Schwierigkeiten hat sie das Jugendamt zur Seite. Und das Jugendamt bietet auch Fortbildungen für diese wichtige Aufgabe an. Außerdem gibt es monatliche Treffen mit weiteren Rhönern, die in diesem Bereich aktiv sind. Momentan gibt es im Landkreis noch drei Familien, die Bereitschaftspflege anbieten. 70 Kinder sind momentan in 55 Pflegefamilien untergebracht.

 

„Das reicht nicht immer. Vor allem im Raum Bad Königshofen wünschen wir uns sehr eine Bereitschaftspflegefamilie, damit die Kinder in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können“, sagt Alexandra Ehwald. Sie hofft, dass Maria Hartmann einigen Rhönern Mut macht, hier aktiv zu werden. Je mehr Pflegefamilien den Fachkräften zur Seite stehen, umso besser können sie eine geeignete Familie für das betroffene Kind oder den Jugendlichen in seiner Heimat auswählen.

 

Gerne führt Alexandra Ehwald Gespräche mit Interessenten unter Tel. 09771 94- 464. Terminvereinbarungen sind auch per Mail möglich: alexandra.ehwald@rhoen-grabfeld.de. Einlesen kann man sich unter <link http: www.rhoen-grabfeld.de>www.rhoen-grabfeld.de.

 

INFO

Wie werde ich Bereitschaftspflegemutter oder -vater?

 

  • Einwandfreies Führungs- und Gesundheitszeugnis
  • Gehaltsnachweis
  • Schriftliches und mündliches Eignungsverfahren
  • Intakte Familiensituation, möglichst mit eigenen Kindern

Nicht nur in der Stadt, sondern auch bei uns im ländlichen Bereich suchen Kinder und Jugendliche Pflegeeltern. Maria Hartmann (Mitte) hat acht Jahre lang engagiert und voller Herzensgüte kleinen Bürgerinnen und Bürgern im Rahmen der Bereitschaftspflege für kurze Zeit Zuwendung, Liebe und Geborgenheit geschenkt. Für ihren außergewöhnlichen Einsatz dankten der Mellrichstädterin Alexandra Ehwald (li) sowie Laura Pfeuffer, vom Amt für Jugend, Familie und Senioren, Foto: Tonya Schulz