Würzburg: Der Landkreis Würzburg gewährt dem Klinikum Würzburg Mitte (KWM) einen Zuschuss zum Ausgleich des Defizits in der Geburtshilfe für das Jahr 2026. Der Kreisausschuss beschloss die Förderung einstimmig. Sie richtet sich anteilig nach den Geburtenzahlen des Vorjahres. In den vergangenen drei Jahren entfielen rund 600 der insgesamt 2200 Geburten im KWM – und damit gut 26 Prozent – auf Familien aus dem Landkreis Würzburg. Vom geplanten Defizit der Geburtshilfe in Höhe von rund zwei Millionen Euro im laufenden Jahr übernimmt der Landkreis folglich rund 530.000 Euro.
Bereits Ende 2025 hatte der Kreistag in einem Grundsatzbeschluss eine anteilige Übernahme des Defizits beschlossen und entsprechende Mittel im Haushalt 2026 eingeplant. Nach einer erneuten Überprüfung der finanziellen Situation am Klinikum Würzburg Mitte konkretisierte der Kreisausschuss den Zuschuss und gab die Mittel frei. Zugleich erklärte der Landkreis seine grundsätzliche Bereitschaft, auch in den kommenden Jahren ein mögliches Defizit auszugleichen. „Das Klinikum Würzburg Mitte ist ein wichtiger Baustein für die medizinische Versorgung nicht nur im Landkreis Würzburg, sondern in der gesamten Region“, betonte Landrat Thomas Eberth. „Ich freue mich, dass wir den Familien, die Nachwuchs erwarten, aber auch den Mitarbeitenden am KWM mit diesem Beschluss ein Stück Sicherheit geben können.“
Sinkende Geburtenzahlen und steigende Defizite
Das KWM verzeichnet aufgrund der strukturellen Unterfinanzierung durch Bund und Länder seit Jahren erhebliche Defizite, insbesondere im Bereich der Geburtshilfe. Träger des Klinikums ist die Stiftung Juliusspital, deren Stiftungszweck der Betrieb eines Krankenhauses ist, nicht jedoch einer Geburtshilfe. Um das Defizit zu reduzieren, hatten die Gesellschafter die Klinikgeschäftsführung aufgefordert, als letztes Mittel auch eine Schließung der Geburtshilfe in Betracht zu ziehen.
Die Zahl der Geburten im Landkreis Würzburg ist in den vergangenen Jahren rückläufig. Zwischen 2023 und 2025 sank sie von rund 1500 auf etwa 1200. Bereits Ende 2007 musste der Landkreis die Geburtshilfe an der Main-Klinik Ochsenfurt wegen steigender Verluste und geringer Auslastung schließen. Seitdem kommen Kinder aus dem Landkreis Würzburg überwiegend in Würzburg oder Kitzingen zur Welt.

