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Mainfränkische Verkehrsprojekte im Blickpunkt – 24,9 Millionen Euro für Bestandserhaltung

Bernd Rützel und Volkmar Halbleib (SPD) im Gespräch mit dem neuen Bereichsleiter Straßenbau des Staatlichen Bauamts Würzburg, Andreas Hecke

WÜRZBURG - Beim gemeinsamen Gespräch von SPD-Landtagsabgeordneten Volkmar Halbleib und SPD-Bundestagsabgeordneten Bernd Rützel mit dem neuen Bereichsleiter Straßenbau des Staatlichen Bauamts Würzburg, Andreas Hecke, standen neben regionalen Verkehrsprojekten auch die Mittel- und Personalsituation der Straßenbaubehörde im Mittelpunkt des Behördengesprächs.

 

Das Staatliche Bauamt zeigt sich mit den bereitgestellten Mitteln für Bundesstraßen in Höhe von 16,4 Millionen Euro durch den Bundeshaushalt zufrieden. Bei den Landesmitteln für Staatsstraßen sei trotz deutlicher Verbesserungen in den vergangenen Jahren hingegen noch „Luft nach oben“. Für die doppelte Streckenlänge stehen dem Amt hier rund die Hälfte an Mitteln, 8,5 Millionen Euro, zur Verfügung. „Damit das Straßenbauamt die wichtigen regionalen Um- und Ausbauprojekte umsetzen kann, braucht es eine deutliche Aufstockung der Landesmittel“, zeigte sich Volkmar Halbleib nach dem Gespräch überzeugt. Bei der personellen Aufstellung zeigt sich Hecke mit einer Ausnahme zufrieden. Zwar konnten bisher alle offenen Stellen besetzt werden, doch für die wichtige Planungsstelle im Amt konnte sich trotz mehrmaliger Ausschreibungen niemand finden – es gab schlicht keine Bewerber. Für Hecke ein „unmittelbares Ergebnis des Fachkräftemangels“. Das führe natürlich zu Verzögerungen bei einigen Projekten.

 

Schneller als gedacht könnte es aber im Landkreis Main-Spessart bei der Ortsumgehung Schaippach (Staatsstraße 2303) gehen. Die Planungen laufen bereits, schon 2025 könnte Baurecht bestehen. Bernd Rützel zieht daraus den Schluss: „Schuld an Verzögerungen sind oft nicht fehlende Finanzmittel, sondern fehlende Planungskapazitäten. Das zeigt sich aktuell z.B. bei der Ortsumgehung Gemünden. Ich wünsche dem Staatlichen Bauamt viel Erfolg bei der Gewinnung von Nachwuchskräften.“

 

Auch im Landkreis Würzburg verfolgt das Staatliche Bauamt mehrere größere Verkehrsprojekte gleichzeitig. Die Ortsumgehungen Prosselsheim und Giebelstadt stehen in der Prioritätenliste oben. Die Umgehungsstraße B19 bei Giebelstadt ist seit 2020 im Planfestellungsverfahren. Hier seien allerdings die Fragen des Natur- und Umweltschutzes kompliziert. Für Prosselsheim wurde kürzlich der Vorentwurf vorgelegt, als nächstes steht die Ausarbeitung der Planfeststellungsunterlagen an. Zum Umbau der B13 im Bereich der Autobahnauffahrt Randersacker sowie zur Brückenauffahrt Sommerhausen sollen noch dieses Jahr Zeitpläne festgelegt werden.

 

Ein weiteres wichtiges Anliegen war dem Abgeordneten Halbleib die Entwicklung der Fahrradwege in der Region. Bei Gerchsheim entlang der Staatsstraße liegt der Ball aktuell bei den Kommunen. Der Entwurf des Ministeriums ist in Kist nicht auf große Zustimmung gestoßen. Für den Radweg entlang der B8 von Waldbüttelbrunn nach Höchberg signalisiert das Staatliche Bauamt, dass prinzipiell Mittel für eine Finanzierung vorhanden wären. Hier müssen jedoch noch Fragen des Naturschutzes und des Forstrechts geklärt werden.

Der Ausbau der Staatsstraße sowie der Radweg von Segnitz nach Sulzfeld im Landkreis Kitzingen wird sich voraussichtlich um noch mindestens 5 Jahre verzögern. Für die entlang der Strecke lebende und europaweit geschützte Haselmaus muss zunächst ein Ersatzraum geschaffen werden. Für Halbleib ein Rückschlag, denn die Maßnahme scheint seit Jahren überfällig: „Es wird immer schwierigerer die notwendigen Maßnahmen im Straßenbau oder auch beim Bau von Radwegen mit dem Naturschutz in Einklang zu bringen.“

 

Planmäßig läuft hingegen das aktuelle Bauprogramm 2021 im Bereich Bestandserhaltung im Bauamtsbezirke. Für 16 Maßnahmen an Bundesstraßen und 13 Maßnahmen an Staatsstraßen werden Baukosten in Höhe von insgesamt 24,9 Millionen Euro anfallen. Die Erneuerung der Fahrbahn zwischen Würzburg und Ochsenfurt ist eines der größeren Projekte, die dieses Jahr angegangen werden. Die Gesamtkosten für die 3,8 Kilometer lange Strecke betragen 2 Millionen Euro. Im Landkreis Main-Spessart soll die Wernbrücke bei Binsfeld für 4,9 Millionen und die B26 bei Sackenbach für 2,5 Millionen Euro für 4,7 Kilometer Strecke erneuert werden.

Bildunterzeile: Hybride Besprechung zu aktuellen Verkehrsprojekten: Jan Voll, Andreas Hecke, Bernd Rützel, Volkmar Halbleib, Falk Piller (v.l.n.r.) Foto (Erhan Erdogan)