Soziale Netzwerke

  

Anzeige

Mit Sketchen Bock auf Schule und Mut fürs Leben machen

Theaterpädagogin lädt Grundschüler im Landkreis Würzburg in den „Club der Mutigen“ ein

- Landkreis Würzburg -

Neben Mathematik, Deutsch und Sachunterricht stand an der Grundschule in Bütthard kürzlich auch „Mutmachen“ auf dem Stundenplan. Ein Dutzend Schülerinnen und Schüler der vierten Klasse haben unter professioneller Leitung einen Theater-Workshop genossen – ein Erlebnis, das sie wohl so schnell nicht vergessen werden.

 

Die gelernte Schauspielerin und Theaterpädagogin Daniela Scheuren las den Kindern dabei aus einem Kinderbuch Szene für Szene vor und die spielten das Gelesene nach – mal mit kleinen improvisierten Sketchen, mal mit einem Ausdruckstanz, oder akrobatischen Einlagen. In ihrer Fantasie wurden die Buben und Mädchen dabei zu Geistern, kletterten hohe Bäume hinauf oder befreiten einen Elefanten aus seinem Zoogehege. „Das hat sich bisher noch keiner getraut“, lautete der Hintergedanke. „Da gehört eine gehörige Portion Mut dazu.“

 

Mitglied im „Club der Mutigen“: Mehr als 400 Kinder profitierten bereits davon

Ziel ist es dabei nicht, das Geübte in Form einer Aufführung vor ein Publikum zu bringen. Stattdessen sollen die Kinder im geschützten Rahmen ihre Ausdrucksfähigkeit üben und Stimmen trainieren aber auch über sich hinauswachsen, sich etwas trauen. So bekommen die Buben und Mädchen nicht nur Lust auf Theater und Schule, sondern lernen dabei auch ihre eigenen zum Teil verborgenen Fähigkeiten und ihre Mitschülerinnen und Mitschüler noch besser kennen.

 

Insgesamt hat das theaterpädagogische Angebot des Landratsamts bereits an 18 Grundschulen im gesamten Landkreis Würzburg stattgefunden und erfreut sich großer Beliebtheit, sowohl bei den Kindern als auch bei Lehrerinnen und Lehrern. Mehr als 400 Kinder konnten mit verschiedenen und teilweise individuell konzipierten Stunden im Jahr 2021 mit dem Projekt „Wir machen Lust auf Theater“ erreicht werden.  

 

Das Konzept geht auf, wie die Leiterin der Grundschule Bütthard, Silja Bembé, ebenfalls bestätigt. „Die Schülerinnen und Schüler blühen bei den Workshops regelrecht auf“, erzählt sie. Vor allem diejenigen, die im Unterricht eher still seien oder auch mal unangenehm auffallen würden, seien auch nach Ende der Kurse motiviert, zur Schule zu gehen.

 

Wie zum Beweis rufen die im Kreis aufgestellten Schülerinnen und Schüler mit kräftiger Stimme: „Wir sind der Club der Mutigen!“ - und lachen laut. Nächste Szene, nächster Sketch. Wer will spielen? Alle Finger schnellen nach oben.

 

Theaterpädagogik fördert Kreativität und Persönlichkeit

Eine Woche lang verbringen die Grundschulklassen die ersten beiden Stunden ihres Schultages in den Theater-Workshops. Dass sie dabei einiges lernen, merken die Buben und Mädchen natürlich auch selbst. „Ich habe gelernt, in verschiedene Rollen zu schlüpfen – als Vater, Kinder oder Elefant“, platzt es aus einem Jungen heraus. „Und ich habe auch gelernt, dass es mutiger ist, etwas Gestohlenes zurückzubringen, als es zu stehlen“, fügt ein Mädchen etwas leiser an. Die Runde nickt und lächelt wissend unter den Corona-Masken hervor.

 

„Neben Rechnen, Lesen und Schreiben ist es im Schulalltag mindestens genauso wichtig, dass unsere Kinder ihre Persönlichkeit entwickeln“, betont Landrat Thomas Eberth. Er machte sich noch vor den Weihnachtsferien gemeinsam mit dem Leiter der Kreisentwicklung Michael Dröse selbst ein Bild von einem der Kurse. Das Fazit der beiden: Schon die wenigen Stunden mit der Theaterpädagogin würden die Kinder selbstbewusster und fröhlicher machen.

 

Workshops auch gegen negative Auswirkungen von Corona

Gerade die vergangenen knapp zwei Jahre Corona-Pandemie hätten den Kindern oft zugesetzt. Wenige oder gar keine Treffen mit Freunden und Verwandten, Distanzunterricht und ausgefallene Sportveranstaltungen haben ihre Spuren hinterlassen. Umso wichtiger sei laut Landrat Thomas Eberth ein Perspektivwechsel, ein Ausbrechen aus dem derzeitigen Alltag.

 

„Man sieht es den Kindern an, wie viel Freude es macht, einmal in fremde Rollen zu schlüpfen. Die Welt aus der Sicht eines anderen zu sehen“, so der Landrat weiter. Eine wichtige Lektion. „Unsere Buben und Mädchen werden durch das Theaterspielen ein Stück selbstbewusster und offener – und gehen damit nicht nur mit mehr Freude zur Schule, sondern vielleicht später auch mutiger durchs Leben.“

Bildunterschrift: Schülerinnen und Schüler der Grundschule Bütthard besuchten kürzlich das „Geschichten Camp“ von Daniela Scheuren (rechts). Über einen spielerischen Zugang fördert die Schauspielerin und Theaterpädagogin Ausdrucksfähigkeit, Stimme aber auch das Selbstbewusstsein der Kinder. Landrat Thomas Eberth (hinten rechts) und der Leiter der Kreisentwicklung Michael Dröse (hinten links) überzeugten sich selbst davon, dass das Projekt Früchte trägt. Foto: Christian Schuster