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MITeinander reden, statt übereinander

Milchmarkt in der Krise

Der Milchmarkt in Europa steckt mitten in einer großen Krise. Die Corona-Pandemie wirkt sich immer mehr auf den Milchmarkt aus. Durch die Verwerfungen im internationalen Handel, sowie der weitestgehende Wegfall des Großhandels sind die meisten Molkereien vor enorme Herausforderungen gestellt. Die bekannten und bewährten Handelswege sind durch die Beschränkungen nicht aufrecht zu halten. Die Molkereiprodukte können trotz laufendem Absatz im Lebensmitteleinzelhandel nicht vollumfänglich vermarktet werden. Zu sehr belastet der weggebrochene Export und der eingeschränkte Großhandel den heimischen Markt. Die dadurch zu viel vorhandene Milchmenge führt zu einem enormen Preisverfall. Dies zeichnet sich schon an dem stark fallenden ife Rohstoffwert Milch, sowie dem ife Börsenmilchwert ab.

 

Immer mehr Molkereiunternehmen fordern deshalb in den letzten Tagen die Milcherzeuger auf, freiwillig ihre Anlieferungsmengen zu reduzieren. So hat kürzlich auch die Bayern MEG, der größte Zusammenschluss von Milcherzeugergemeinschaften, dazu aufgerufen die Milchanlieferungen freiwillig zu senken.

 

Dies ist jedoch aus unserer Sicht nicht der richtige Weg. Freiwillige Maßnahmen werden auf dem europäischen Milchmarkt nicht zielführend sein. Denn wenn einzelne Milcherzeuger oder auch ganze Molkereien ihre Milchmenge um 20% senken, andere wiederum gleichbleibend oder im schlimmsten Fall sogar mehr produzieren, wird die stabilisierende Wirkung am Markt verpuffen.

 

Wir brauchen hier eine europaweite Lösung!

 

Ohne ein Eingreifen der Politik wird der Strukturwandel in der Milchviehhaltung deutlich beschleunigt. Viele bäuerliche Familienbetriebe werden eine erneute Krise am Milchmarkt nicht mehr durchhalten. Es werden zahlreiche Betriebe ihre Hoftore für immer schließen, da auch die Anforderungen durch die neue Düngeverordnung nicht umsetzbar sind wenn das Einkommen fehlt. Das spätere Inkrafttreten hilft hier auch nicht weiter.

 

Wir brauchen Lösungen mit der die Last gleichmäßig auf alle Akteure am Milchmarkt verteilt wird.

 

Deshalb fordern wir:

Eine verpflichtende Reduktion der Milchmenge bei allen Betrieben europaweit.

  • Durch eine um wenige Prozent gesenkte Menge wird der Markt schnell stabilisiert. 
  • Der einzelne Betrieb kann dies individuell, einfach umsetzen ohne in wirtschaftliche Schwierigkeiten zu kommen. 
  • Bei einer Wiederbelebung der Nachfrage nach Milchprodukten kann die Mengenreduktion wieder aufgehoben werden. 
  • Dies bringt eine enorme Stabilisierung der bäuerlichen Milchviehhalter mit sich. Dafür ist kein Steuergeld für Hilfsprogramme oder Lagerhaltung nötig.

Lediglich politischer Umsetzungswille!

Durch diese einfachen Maßnahmen wird der Erhalt der bäuerlichen Milcherzeugung gefördert. Die Vielfalt der landwirtschaftlichen Betriebe ist für eine Vielfalt in der Natur wichtig. Deshalb sollten wir nicht noch mehr bäuerliche Existenzen auf´s Spiel setzen. Wir fordern die politischen Entscheidungsträger in Bayern, Deutschland und Europa auf schnell zu Handeln bevor die ganze Milchwirtschaft gegen die Wand gefahren ist.

LsV Bayern

Rainer Seidl, 1. Vorsitzender

Sebastian Dickow

Claus Hochrein

Josef Hofmeyer