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Nachverdichtung und Infrastruktur statt neuer Baugebiete

Landkreis-SPD informiert sich vor Ort über die Zeller Kommunalpolitik

Bei seiner kommunalpolitischen Informationstour durch den Landkreis Würzburg legte der SPD-Kreisvorstand mit seinem Vorsitzenden und Landtagsabgeordneten Volkmar Halbleib einen Halt in Zell am Main ein, um sich dort über die aktuellen Themen der Zeller Kommunalpolitik zu informieren.

 

Das größte Thema im Vor-Ort-Gespräch mit den Zeller Sozialdemokraten waren dabei die Beratungen eines neuen Flächennutzungsplanes und damit verbunden die Planungen eines möglichen Neubaugebiets. Sebastian Rüthlein, dritter Bürgermeister und Vorsitzender der Zeller SPD, steht skeptisch zu diesem Vorhaben: „Zell braucht jetzt keine Neubaugebiete, Zell braucht erst einmal Infrastruktur für seine Bürger“.

 

Insgesamt sei die Gemeinde durch bereits bestehende Wohnprojekte ausreichend für die Zukunft gerüstet. Durch die Bauprojekte in der Margetshöchheimer Straße und dem Klosterhof wird bereits Wohnraum für knapp 200 Neubürgerinnen und Neubürger geschaffen. Zudem liegen knapp 60 Baugrundstücke in bestehenden Baugebieten noch brach. „Den prognostizierten Anwuchs Zells um 300 Einwohnerinnen und Einwohner bis 2030 haben wir also bereits vor Verabschiedung des Flächennutzungsplans erreicht“, so Rüthlein weiter.

 

Bernd Spengler, Fraktionssprecher der Liste SPD/Bürgerbündnis/Grüne Alternative, betonte dabei insbesondere die Folgen für Umwelt und Natur: „Die Zeller Natur darf nicht dem Ehrgeiz, stetig neue Baugebiete auszuweisen, geopfert werden“. Anstatt mit neuen Baugebieten den Flächenfraß zu fördern, müsse es das Ziel sein, den Altort attraktiver zu machen und neu zu beleben. Dabei trifft er auf die Zustimmung der Landkreis-SPD: „Neue Baugebiete sollten nicht leichtfertig ausgewiesen werden. Zuvor müssen der entsprechende Bedarf nachgewiesen und unbebaute Flächen innerorts genutzt werden“, fasst Volkmar Halbleib die Haltung der Landkreis-SPD zusammen. Hier sei auch die Belebung des Zeller Altorts ein Schlüssel. „Ein Gesamtkonzept für den Altort mit seinen Leerständen zu erarbeiten wird zwar keine einfache Aufgabe sein. Aber der Altort bietet ein enormes Potenzial!“, betont Halbleib.

 

Aus Sicht der Zeller SPD gibt es in der Gemeinde etliche weitere dringende Baustellen. „Zell droht seinen letzten Arzt zu verlieren, der Altort erstickt im Verkehr, bei Mittagsbetreuung und KiTa müssen immer mehr Eltern wegen fehlender Kapazität abgewiesen werden.“, stellt Fraktionssprecher Spengler fest. „Die Gemeinde müsste hier ihre Priorität setzen, anstatt über neue Baugebiete zu diskutieren!“, kritisiert Rüthlein. Hierfür werden sich die Sozialdemokraten weiter im Gemeinderat stark machen.

Vor noch unbebauter Landschaft: Der SPD-Kreisvorstand mit seinem Vorsitzenden Volkmar Halbleib (Bildmitte) und die SPD-Vertreter im Zeller Marktgemeinderat diskutierten kritisch über ein mögliches neues Zeller Baugebiet. Foto: Thorsten Reppert