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Neue Förderrichtlinie Landesentwicklung - erste Förderbescheide an vier regionale Initiativen überreicht

Weigert: Erfolgreiches Instrument der bayerischen Landesentwicklung wird mit neuen Impulsen fortgeführt

MÜNCHEN - Vier regionalen Initiativen aus Schwaben und Unterfranken haben gestern im Bayerischen Wirtschaftsministerium die ersten Förderbescheide auf Grundlage der zum Jahreswechsel in Kraft getretenen neuen Förderrichtlinie Landesentwicklung (FöRLa) erhalten. Ministerialdirektorin Dr. Ulrike Wolf überreichte die Bescheide an Landräte und Vertreter der Initiativen. Die Gesamtfördersumme beträgt über 1,4 Millionen Euro.

 

Dazu Bayerns Wirtschaftsstaatssekretär Roland Weigert: „Die Stärkung unserer Regionen durch eine konsequente und unbürokratische Regionalmanagementförderung ist ein zentrales Instrument der bayerischen Landesentwicklungspolitik. Dafür stellen wir in diesem Jahr rund zwölf Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung. Wir setzen gezielt neue Schwerpunkte, um die Regionen bei der strukturellen Transformation der Wirtschaft und beim Flächensparen zu unterstützen. Dadurch geben wir den regionalen Akteuren noch flexiblere Gestaltungsmöglichkeiten an die Hand, mit passgenauen Projekten die regionsspezifischen Herausforderungen gemeinsam zu meistern. Das ist eine große Chance für die Initiativen, das Regionalmanagement erfolgreich fortzuführen.“

 

Bayernweit fördert das Wirtschaftsministerium nahezu flächendeckend über 60 regionale Initiativen. Ihnen bietet die neue Richtlinie noch bessere Förderkonditionen und eine wesentlich vereinfachte Antragstellung und Abwicklung. So profitieren Regionen von zusätzlichen Fördermitteln, wenn sie Projekte zum Flächensparen umsetzen. Standorten, die mit gravierenden wirtschaftlichen Umbrüchen und den damit verbundenen Folgen wie etwa einem massiven Arbeitsplatzabbau kämpfen, steht eine Sonderförderung für Transformationsprozesse von bis zu 150.000 Euro pro Jahr zur Verfügung.

 

Empfänger der ersten Förderbescheide nach der neuen Richtlinie sind das Regionalmanagement des Landkreises Kitzingen, das Konversionsmanagement im Landkreis Schweinfurt, das Konversionsmanagement der Allgäu GmbH und das Regionalmanagement der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH. Wirtschaftsstaatssekretär Weigert: „Jede der vier Initiativen hat bereits bewiesen, dass durch Zusammenarbeit und Vernetzung vor Ort innovative Projekte entstehen, die die Wettbewerbsfähigkeit der Region entscheidend stärken. Durch die große Hebelwirkung des Förderinstrumentes konnten die engagierten Regionalmanagerinnen und -manager in den vergangenen Jahren neben der eigentlichen Förderung zusätzlich umfangreiche Drittmittel einwerben. Ich bin überzeugt, dass auch in der neuen Förderperiode Synergien entstehen und wir Wachstum und zukunftsfähige Arbeitsplätze in die Regionen bringen.

 

Das Regionalmanagement des Landkreises Kitzingen erhält im Rahmen der einjährigen Projektförderung Fördermittel in Höhe von 100.000 Euro bei einem Fördersatz von 80 Prozent. Damit wird eine umfassende Strategie rund um die Themen der demographischen Entwicklung erarbeitet. Zwei weitere Projekte widmen sich der regionalen Kunst- und Kulturszene, um insbesondere den pandemiebedingten Herausforderungen im Kulturbereich zu begegnen. Dazu Tamara Bischof, Landrätin des Landkreises Kitzingen: „Ich freue mich sehr, dass wir den neuen Förderbescheid erhalten und damit auch in der nächsten Förderphase engagierte Projekte in unserem Landkreis umsetzen können. Meine Regionalmanagerinnen haben viel vor und werden sich u.a. mit viel Engagement dem Bereich der demographischen Entwicklung widmen. Besonders glücklich bin ich zudem über unsere zwei Projektmaßnahmen im Bereich der regionalen Identität. Hier wollen wir direkt die Künstler im Kitzinger Land, die in Coronazeiten viel mitmachen, in den Mittelpunkt unserer Bemühungen rücken. Es ist schön, dass das Wirtschaftsministerium diesem kreativen Ansatz zugestimmt hat.“

 

Das Konversionsmanagement des Landkreises Schweinfurt erhält im Rahmen der Projektförderung über drei Jahre Fördermittel in Höhe von 256.000 Euro bei einem Fördersatz von 80 Prozent. Ziel ist, gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, den betroffenen Institutionen, der Politik und den Unternehmen ein Leitbild für das Conn Barracks-Areal zu erarbeiten. Die Konversionsfläche soll zu einem interkommunalen Gewerbepark entwickelt werden. Außerdem sollen Unternehmen bei der Digitalisierung unterstützt werden. Leerstandsmanagement und die (Re-)Aktivierung von Gewerbeimmobilien sind weitere Projektthemen. Dazu Florian Töpper, Landrat des Landkreises Schweinfurt: „Die Konversionsfläche Conn Barracks stellt mit 100 Hektar nutzbarer gewerblicher Fläche, der Anbindung an zentrale europäische Verkehrsachsen sowie der Expertise und dem Renommee der in der Region Schweinfurt vertretenen Unternehmen das mittelfristig wohl größte gewerbliche Entwicklungspotential Nordbayerns dar. Ich freue mich, dass das Bayerische Wirtschaftsministerium den Landkreis Schweinfurt durch die Förderung des Konversionsmanagements so verlässlich unterstützt, um die weiterhin bestehenden Hürden für die Realisierung des Gewerbeparks zu überwinden.“

 

Das Konversionsmanagement der Allgäu GmbH erhält im Rahmen der dreijährigen Projektförderung Fördermittel in Höhe von 450.000 Euro bei einem Fördersatz von 70 Prozent. Im Mittelpunkt stehen die Gewerbeflächen- und Wohnraumentwicklung sowie der Themenbereich „Resiliente Wirtschaft und Kommunen“, um das Allgäu krisenfester aufzustellen. Zudem ist eine Kommunikationskampagne für den Kulturraum Allgäu geplant. Dazu Klaus Fischer, Sprecher der Geschäftsführung der Allgäu GmbH Gesellschaft für Standort und Tourismus: „Mit dem Konversionsmanagement Allgäu konnten wir bereits in den vergangenen Jahren den Strukturwandel im Allgäu aktiv begleiten. Gerade als starker und gut aufgestellter Wirtschaftsstandort wollen wir rechtzeitig mit Maßnahmen und Konzepten auf Veränderungen reagieren. Flächen, Fachkräfte und Technologiewandel beschäftigen uns. In den nächsten drei Jahren werden wir den Lebensraum Allgäu durch die Verbesserung des Wohnraumangebots und die Sichtbarmachung der kulturellen Vielfalt noch attraktiver machen. Die Corona Pandemie hat uns aber auch unsere Verletzlichkeit vor Augen geführt, daher wollen wir auch die „Abwehrkräfte“ unserer Region stärken. Die Förderung des Bayerischen Wirtschaftsministeriums ermöglicht uns, dies alles anzugehen.“

 

Die Regio Augsburg Wirtschaft GmbH, zu der sich die Stadt Augsburg sowie die Landkreise Augsburg und Aichach-Friedberg zusammengeschlossen haben, erhält im Rahmen der Projektförderung über drei Jahre Fördermittel in Höhe von 600.000 Euro bei einem Fördersatz von 70 Prozent. Mit der Förderung werden die Themen Klimaschutz und Green Economy sowie Flächensparen im Wirtschaftsraum vorangebracht. Zudem soll ein Kompetenzfeld Gesundheitswirtschaft aufgebaut werden. Dazu Andreas Thiel, Geschäftsführer der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH: „Seit ihrer Gründung im Jahr 2009 führt die Regio Augsburg Wirtschaft GmbH erfolgreich Projekte im Rahmen des Regionalmanagements durch. Das Regionalmanagement hat ganz wesentlich dazu beigetragen, dass unsere Gesellschaft im Bereich Fachkräfte, Innovation, Nachhaltiges Wirtschaften, Netzwerke und Kooperationen und auch Kommunikation ein nicht mehr wegzudenkender, zentraler Akteur im Wirtschaftsraum Augsburg geworden ist. Mit seiner laufenden Förderung, auch Sonderprogrammen, im Regionalmanagement hat der Freistaat Bayern einen wichtigen Anteil daran, dass die Region Augsburg sich in den Augen aller Verantwortlichen auf einem guten Weg in eine stabile wirtschaftliche Zukunft befindet.“

 

BU: (01): Übergabe der ersten Förderbescheide nach der neuen Förderrichtlinie Landesentwicklung (v.l.): Dr. Ulrike Wolf (Ministerialdirektorin im Bayerischen Wirtschaftsministerium), Andreas Thiel (Geschäftsführer der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH), Klaus Fischer (Sprecher der Geschäftsführung der Allgäu GmbH Gesellschaft für Standort und Tourismus), Tamara Bischof (Landrätin des Landkreises Kitzingen) und Florian Töpper (Landrat des Landkreises Schweinfurt). X (02) Übergabe der ersten Förderbescheide nach der neuen Förderrichtlinie Landesentwicklung (v.l.): Dr. Ulrike Wolf (Ministerialdirektorin im Bayerischen Wirtschaftsministerium) und Tamara Bischof (Landrätin des Landkreises Kitzingen). Fotos: Elke Neureuther/StMWi