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Neue Wege und Treppen für den Forster Friedhof

Friedhofskonzepte werden weiterentwickelt – Bürgerbeteiligung in Zeiten der Corona-Pandemie

Nur wenige Tage ist es her, als nach dem Schonunger Bergfriedhof nun auch für Reichmannshausen das Friedhofskonzept einstimmig beschlossen wurde. Wie berichtet sollen alle Friedhöfe der neun Ortsteile unter Beteiligung der Bürgerschaft einem Friedhofskonzept unterzogen werden. Damit wollen die Verantwortlichen der Großgemeinde auf die veränderte Bestattungskultur reagieren und auf die Wünsche der Hinterbliebenen eingehen. Unter fachlicher Begleitung von Landschaftsarchitektin Miriam Glanz wurden zuletzt öffentliche Ortsbegehungen und Versammlungen durchgeführt.

 

Die Resonanz war auch zuletzt in Reichmannshausen wieder sehr positiv, wenngleich der Corona-Virus den Prozess ins Stocken geraten ließ. „Es ist zäh und umständlich, weil die Bürgerbeteiligung nicht in dem Umfang durchgeführt werden kann, wie wir es uns vorstellen!“, sagt Bürgermeister Stefan Rottmann.

Grundsätzlich muss für jeden der 9 Friedhöfe ein eigenes, individuelles Konzept ausgearbeitet werden. Leider gibt es nicht das „Konzept“, dass sich auf alle neun Friedhöfe anwenden lässt. Es gibt Friedhöfe mit großen und kleinen, mit neuen oder sanierungsbedürftigen Aussegnungshallen. Friedhöfe mit üppigen Baumbestand bis hin zu Anlagen, wo tatsächlich kein einziger Baum vorhanden ist. Von der Topographie (die Gemeinde hat viele Friedhöfe, die in Terrassen angelegt sind), bis zur Größe des Friedhofs, der Einfriedung (Zaun/Mauer), Ruheplätze, Bänke, Wasserstellen bis hin zum Thema Parkplätze und Müll, gibt es viele Unterschiede und damit auch viele Punkte, die es in einem solchen Konzept zu berücksichtigen gilt. Die Gemeinde sieht sich mit vielen individuellen Bestattungswünschen konfrontiert: Vom traditionellen Familiengrab bis hin zu einfach gehaltenen Rasengräbern gibt es die unterschiedlichsten Vorstellungen.

 

An Schonungens Bergfriedhof konnten bereits erste Konzeptideen wie ein neugestaltetes Urnenhochbett oder die Baumbestattungsplätze umgesetzt werden. Einen längeren Atem braucht es dort, wo die privaten Grabinhaber mit einbezogen werden müssen (z.B. bei der Verkleinerung von Grabflächen). Vor allem dann, wenn die Angehörigen nicht greifbar, erreichbar bzw. weiter entfernt wohnen. Wenn eines klar geworden ist, dann, dass die Gemeinde nicht alle denkbaren Bestattungsmodelle überall anbieten kann. Vor allem aber, dass die Gemeinde sich immer nur mit der Weiterentwicklung eines einzelnen Friedhofs beschäftigen kann. Und auch die Umsetzung des Konzepts ist ein langwieriger Prozess, da auch die Mitwirkung der Grabinhaber gefragt ist.

 

Als nächstes ist nun Forst an der Reihe: Die Verkehrssicherheit der Wege und Mauern ist hier auf Dauer nicht mehr gewährleistet. Noch vor etwa einem Jahr lud Rathauschef Stefan Rottmann zu einem Bürgerdialog in den Pfarrsaal ein und sammelte Meinungen und Ideen. Hinter den Kulissen wurde seither konzentriert gearbeitet und Vieles aus der Versammlung aufgegriffen. Folgendes ist nun angedacht: Künftig sollen zwei Hauptwege im neuen Friedhof östlich und westlich mit je 2 Meter breite geführt werden, der auch mit schmalen Fahrzeugen befahren werden kann. Vorgesehen ist ein Betonpflaster- oder Plattenbelag, der durch einen kontrastreichen Einzeiler aus Betonwürfeln eingefasst wird, ggf. könnten auch Rabattensteine verwendet werden. Die Wege in den Grabreihen würden ganz entfallen, sodass die gesamte Fläche bis auf die Grabbeete als Rasenflächen angelegt werden. Nur die Hecken sollen als gestalterisches und trennendes Element bestehen bleiben, da ansonsten die Grabsteine aneinandergereiht für sich stehen würden. Die Urnengräber auf der Westseite des neuen Friedhofs sollen weiter fortgesetzt werden.

 

Die Grünfläche am oberen Eingang könnte eine Rasenfläche sein, aber auch ein buntes Staudenbeet, ggf. mit einer weiteren Bank oder einem markanten Solitärbusch (z.B. Magnolie, Flieder…). Die Umgestaltung im neuen Friedhof könnte in zwei Bauabschnitte geteilt werden. Ein dritter aufwändiger Bauabschnitt würde sich dann anschließen, wenn die Sanierung der großen Mauer zwischen altem und neuem Friedhof abgeschlossen ist. Der Bauabschnitt I umfasst dagegen die dringend notwendige Sanierung der Wege bis zum Leichenhaus. Aussegnungshalle und der Vorplatz bilden dagegen ein eigenes Projekt. Der Bauabschnitt II umfasst die Treppen in Richtung alter Friedhof, die ebenfalls dringend saniert werden müssten. Hierzu gehört auch die oberste Grabreihe zwischen Leichenhaus und der Mauer zum alten Friedhof. Ob es direkt unterhalb der Aussegnungshalle noch einen befestigten Verbindungsweg braucht oder dieser als Rasenweg angelegt werden könnte, steht noch nicht fest.

 

Weil eine Bürgerversammlung oder Ortsbegehung derzeit nicht möglich ist, lässt Bürgermeister Stefan Rottmann die Pläne an der Aussegnungshalle in Forst aushängen und bittet ggf. um Rückmeldung. Die Sanierung bzw. der Neubau der Wegeführung und Treppen im neuen Teil des Friedhofs soll schon bald beginnen. Der alte Friedhofsteil in Forst unterhalb, ist noch im Eigentum der Kirche, soll aber von der Gemeinde in Kürze erworben werden. Dann soll auch der dritte Bauabschnitt in die Überlegungen mit einbezogen werden. Zu klären ist für die Gemeinde noch, ob und wenn ja wie, die Grotte im alten Friedhofsteil erhalten werden kann. Hier ist noch alles offen.

 

Einen Ausblick gab Bürgermeister Stefan Rottmann bereits in der letzten Gemeinderatssitzung: Im Anschluss an Forst soll dann das Friedhofskonzept für Marktsteinach und Abersfeld entwickelt werden. Hier soll auch nochmal gemeinsam mit den Bürgern der dringend notwendige Ersatzbau der Mauer in Abersfeld kritisch hinterfragt und auch nochmal mögliche Alternativen beleuchtet werden, kündigte Rottmann an.

Bild: Blick über den Zaun des Forster Friedhofs (Foto: St. Rottmann) XXX Plan: Skizzenentwurf von Landschaftsarchitektin Miriam Glanz