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Neues Naherholungskonzept für den Guttenberger Forst:

Zweckverband Erholungs- und Wandergebiet Würzburg gibt Startschuss für erste Planungen

LANDKREIS WÜRZBURG

Seit 1975 unterhält der Zweckverband Erholungs- und Wandergebiet Würzburg einen Spielplatz mit Picknickwiese im Guttenberger Forst. Unweit des Waldlehrpfads zwischen Kist und Reichenberg gelegen, ist das Areal wie geschaffen für ein naturnahes Freizeiterlebnis. Die Naherholungsfunktion will sich jedoch aufgrund des Zustands, in dem sich das Gelände insgesamt befindet, nicht mehr so recht entfalten. Wie es mit dem Areal weitergeht, stand auf der Tagesordnung der jüngsten Zweckverbandssitzung.

 

Die Sitzung heute soll uns Lust machen, die Herausforderung anzunehmen und das Freizeitgelände im Guttenberger Forst wieder attraktiver und einladender zu gestalten“, begrüßte Verbandsvorsitzender Landrat Thomas Eberth die Mitglieder des Zweckverbands. Folgerichtig fand die Verbandsversammlung nicht im Sitzungssaal, sondern im schattigen Grün des Guttenberger Waldes statt.

 

Martin Umscheid, seit 1. April 2021 neuer Geschäftsleiter des Zweckverbands Erholungs- und Wandergebiet, freut sich auf die Aufgabe, das Gelände mit Unterstützung der Gemeinde Reichenberg, der Bayerischen Staatsforsten und weiterer Partner wiederzubeleben. Erste Planungen hatte bereits sein Vorgänger Michael Dröse angestoßen. Ihm dankten Landrat Thomas Eberth und Oberbürgermeister Christian Schuchardt für den engagierten Einsatz für die Naherholungsgebiete in Stadt und Landkreis Würzburg.

 

Lebensräume Wald, Wiese und Wasser entdecken

Die Landschaftsarchitektin Katja Weissmann und ihr Kollege Ralph Schäffner vom Büro „arc.grün“ stellten erste Überlegungen zur Aufwertung der Erholungsflächen im Guttenberger Forst vor. Ihre Grundlagenermittlung ergab, dass das Areal mehr als einen Lebensraumtyp zum Entdecken bereithält. Neben Waldflächen finden sich auch Potentialflächen für magere Flachland-Mähwiesen auf dem Gelände. Im Gegensatz zu Intensivgrünland sind das Wiesen, die wenig gedüngt und nur ein- bis dreimal jährlich gemäht werden. Ein Wiesenlehrpfad könnte künftig zeigen, welche Tier- und Pflanzenarten hier zuhause sind. In den Vorplanungen der Landschaftsarchitekten ist der Lehrpfad außerdem Teil eines neuen Wegekonzepts. Das Überqueren der Guttenberger Straße auf der Höhe des Parkplatzes am Forsthaus soll sicherer werden. Wo der bestehende Fußweg zum Waldlehrpfad beginnt, macht die Kreisstraße einige Meter weiter eine Kurve. Der Bereich ist daher schlecht einsehbar. „arc.grün“ schlägt einen markierten Überweg an gut sichtbarer Stelle und den Wiesenlehrpfad als Verbindungsstück zum Fußweg Richtung Waldlehrpfad vor.

Die Grundlagenermittlung förderte außerdem einen Wassergraben zu Tage, der sich früher einmal aus zwei Quellen speiste. Ob noch genügend Nass für einen Wasserlehrpfad und einen Wasserspielplatz fließt, müssen weitere Untersuchungen zeigen. Die Verbandsversammlung jedenfalls begrüßte Überlegungen, das Thema Wasser ins Naherholungskonzept einzubeziehen, da Wasser auf alle Generationen eine große Anziehungskraft ausübe. Neben Wiese und Wald würde sich Erholungssuchenden mit dem Thema Wasser außerdem ein weiterer Lebensraum erschließen.

 

Lernen und Erleben in der Natur

„Bildung und Bewegung – so könnte das neue Naherholungskonzept für den Guttenberger Forst aussehen“, fasste Landrat Thomas Eberth die ersten Überlegungen zusammen. Die Themen Lernen und Erleben sind auch den Zweckverbandsmitgliedern wichtig. Sie befürworten daher ein „grünes Klassenzimmer“, das Schulen den Unterricht im Freien ermöglicht.

 

Einstimmig fiel die Entscheidung des Zweckverbands, den Abschluss der ersten Planungsgrundlagen zu beauftragen, damit auf dieser Grundlage ein Büro für die nächsten Planungsschritte gefunden und eine Förderstrategie entwickelt werden kann. Mit dem Beginn der Umgestaltung rechnet Landrat Eberth frühestens in eineinhalb Jahren, insbesondere, wenn neben naturschutzrechtlichen auch wasserrechtliche Belange geprüft und genehmigt werden müssen. „Die Weichen für eine Wiederbelebung des Areals aber haben wir heute gestellt“, freute sich der Landrat. „Die Freude an Natur und Erholung im Grünen ist ungebrochen hoch. Mit der Aufwertung des beliebten Ausflugsziels am Guttenberger Forst ergänzen wir die Freizeitmöglichkeiten in der Region und stärken das Bewusstsein für die Tier- und Pflanzenwelt vor unserer Haustür.“

BU: Landrat Thomas Eberth (links) und Oberbürgermeister Christian Schuchardt (rechts) dankten dem bisherigen Geschäftsleiter des Zweckverbands Erholungs- und Wandergebiet Würzburg, Michael Dröse (2.v.l.), für sein Engagement. Er hatte bereits erste Überlegungen zur Wiederbelebung des Freizeitgeländes im Guttenberger Forst angestoßen. Sein Nachfolger Martin Umscheid (2.v.r.) freut sich darauf, die Planungen weiter voranzutreiben. Foto: Kathrin Klotzbach