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Oberbürgermeister Christian Schuchardt zur möglichen Schließung der psychotherapeutischen Hochschulambulanz und der Trauma-Ambulanz der Universität Würzburg

Würzburg

„Menschen, die traumatisierende Situationen erlebt haben, muss niederschwellig, schnell und professionell geholfen werden. Gerade aus der Messer-Attacke vom Juni 2021 haben wir gelernt, wie wichtig die enge und vor allem schnelle Betreuung und Therapie Traumatisierter ist. Betroffene können nicht lange auf Termine warten.

Mit der Gründung der Trauma-Ambulanz im September 2021 wurde hier in Würzburg ein Angebot geschaffen, das das hiesige Spektrum der Traumatherapie ergänzte und schnelle Hilfe bot, was viele Betroffene bei der Verarbeitung des Erlebten effektiv unterstützte. Durch den Zusammenschluss mehrerer spezialisierter Psychotherapeuten, die direkte Anbindung der Ambulanz an die Wissenschaft in der Universitätsklinik, die Ausbildung junger Therapeutinnen und Therapeuten, die Supervision durch ausgebildete und spezialisierte Fachkräfte und natürlich durch den schnellen Einsatz im akuten Fall hat die Trauma-Ambulanz eine wichtige Aufgabe für traumatisierte Menschen übernommen – und nicht nur für Würzburger Bürgerinnen und Bürger, sondern auch für Traumatisierte in der Region wie aus den Landkreisen Main-Spessart, Haßberge, Kitzingen.

Wenn in Bayern 19 Trauma-Ambulanzen für Erwachsene vom Zentrum Bayern Familie und Soziales betrieben werden und 13 für Kinder und Jugendliche, ist es für mich nicht verständlich, wenn die Bürgerinnen und Bürger der Region Mainfranken demnächst die nächstgelegene Trauma-Ambulanz in Erlangen aufsuchen müssten. Dies konterkariert den Leitgedanken einer ambulanten, schnellen Hilfe. Für traumatisierte Menschen wäre die Schließung der Würzburger Trauma-Ambulanz ein großes Unglück. Wie bei jeder Verwundung gilt, je schneller und intensiver die Unterstützung ansetzt, desto besser und desto eher können die Betroffenen wieder am Leben teilnehmen.“