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Oberbürgermeister Remelé zu Gesprächen in Friedrichshafen

Oberbürgermeister der ZF-Standorte unterzeichnen gemeinsame Erklärung

Schweinfurt – Gemeinsam mit seinen Kollegen, Oberbürgermeister Uwe Conradt aus Saarbrücken und Oberbürgermeister Jürgen Dupper aus Passau, besuchte Oberbürgermeister Sebastian Remelé Friedrichshafen. In Gesprächen mit dem dortigen Oberbürgermeister Simon Blümcke und dem Vorstandsvorsitzenden von ZF, Dr. Holger Klein, ging es um die Zukunft der Automobilstandorte in Deutschland. All die genannten Stadtoberhäupter eint, dass ihre Städte große Standorte von ZF sind und ein Fortbestehen als ZF-Standort ein wichtiger Faktor für eine gesunde Zukunft der Städte ist.

Wie ZF in einer eigenen Presseinformation berichtet, betonte  Oberbürgermeister Remelé vor Ort in Friedrichshafen: „Unsere Städte und ZF sind vereint in einer Schicksalsgemeinschaft. Deshalb ist der offene und konstruktive Austausch in schwierigen Zeiten so wichtig.“ Saarbrückens Oberbürgermeister Conradt ergänzte: „Als Getriebestandort ist Saarbrücken vom Wandel hin zum Elektroantrieb besonders betroffen. Die Diskussion zur langfristigen Perspektive für den Plug-in-Hybriden als Hebel für die erfolgreiche Transformation werde ich in meinen anstehenden Gesprächen in Brüssel thematisieren. Wir brauchen wieder mehr regulatorischen Pragmatismus.“ Oberbürgermeister Dupper fügte hinzu: „Die Diskussion zeigt, dass der Standort Deutschland viele Stärken, aber auch Schwächen hat, die wir als Oberbürgermeister parteiübergreifend angehen wollen. Eine starke Industrie ist auch ein Garant gegen politischen Populismus und Extremismus.“

Vorstandsvorsitzender Holger Klein, so die Presseinformation von ZF weiter, dankte für den Besuch und zeigte Verständnis für die Sorgen der Oberbürgermeister angesichts der aktuellen konjunkturellen Schwäche und der zeitgleichen strukturellen Veränderungen durch die Transformation: „Um dem zu begegnen, ist es notwendig, dass wir ZF neu aufstellen. Uns eint der Wille, den damit einhergehenden Arbeitsplatzabbau zu begrenzen und sozialverträglich umzusetzen. Unser gemeinsames Ziel sind starke und zukunftsfähige Standorte.“

Im Rahmen des gemeinsamen Termins in Friedrichshafen unterzeichneten die Oberbürgermeister der ZF-Standorte eine gemeinsame Erklärung mit industriepolitischen Forderungen an die Bundes- und Europapolitik, die von ZF unterstützt wird. Auch Oberbürgermeister Blümcke aus Friedrichshafen schloss sich der Initiative seiner Kollegen an.

Gemeinsame Erklärung der Oberbürgermeister der ZF-Standorte und des ZF-Vorstands

Für eine starke Zukunft der Automobilindustrie in Deutschland und Europa

Die Automobilindustrie ist eine der tragenden Säulen unseres Wirtschaftsstandorts und eine Schlüsselbranche für Innovation, Wohlstand und Beschäftigung. Unternehmen wie ZF leisten mit ihren hochqualifizierten Beschäftigten einen entscheidenden Beitrag zur Transformation der Mobilität – hin zu klimafreundlichen, digitalen und sicheren Technologien.

Wir, die Oberbürgermeister bedeutender ZF-Standorte sowie der Vorstand der ZF Friedrichshafen AG, haben uns heute zu einem strategischen Austausch über die Zukunft der Automobilwirtschaft und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Standorte getroffen. Dabei sind wir uns unserer gemeinsamen Verantwortung bewusst: Kommunen und Unternehmen bilden eine Schicksalsgemeinschaft, wenn es darum geht, Industriearbeitsplätze zu sichern, Standorte wettbewerbsfähig zu halten und die Transformation aktiv zu gestalten. Vor diesem Hintergrund begrüßt ZF auch die Initiative „Bürgermeister für einen starken Automobilstandort“.

Gemeinsame Herausforderungen und Ziele
Die Automobilindustrie steht vor großen Herausforderungen:
Transformation erfolgreich gestalten: Die Branche benötigt verlässliche Rahmenbedingungen, um in innovative Technologien zu investieren. Dazu gehören Hybrid- und Elektroantriebe ebenso wie digitale und autonome Fahrzeugsysteme.
Standorte sichern und wettbewerbsfähig machen: Die Produktionskosten in Deutschland sind im internationalen Vergleich hoch. Um industrielle Wertschöpfung zu erhalten, müssen die Standortkosten wettbewerbsfähig bleiben.
Arbeitsplätze erhalten und Fachkräfte gewinnen: Um die Transformation zu meistern, braucht es gezielte Maßnahmen zur Qualifizierung und Gewinnung von Fachkräften.

Unsere Forderungen an die Politik
Um den Automobilstandort Deutschland zu stärken, fordern wir von der Politik auf Bundes- und EU-Ebene:
1. Rahmenbedingungen und Investitionsanreize – Unterstützende politische Rahmenbedingungen sind notwendig, um Investitionen in klimafreundliche Technologien und deren Markthochlauf zu ermöglichen.
2. Technologieoffenheit – Neben der Elektromobilität müssen auch Hybridantriebe als zukunftsfähige Alternative weiterhin eine Rolle spielen,
auch über 2035 hinaus.
3. Bürokratieabbau und beschleunigte Genehmigungsverfahren – Der Ausbau von Ladeinfrastruktur, Stromnetzen und Produktionskapazitäten darf nicht an langwierigen Verfahren scheitern.
4. Internationale Wettbewerbsfähigkeit sichern – Die Standortkosten müssen gesenkt werden, um Industrieproduktion in Deutschland zu halten.
5. Forschung und Entwicklung gezielt fördern – Zukunftstechnologien aus Deutschland und Europa müssen international wettbewerbsfähig sein.

Gemeinsames Handeln für eine starke Automobilwirtschaft
Wir Oberbürgermeister und die ZF-Führungsspitze werden weiterhin eng zusammenarbeiten, um unsere Standorte zu stärken, die Wettbewerbsfähigkeit der Automobilwirtschaft zu sichern und den Wandel aktiv mitzugestalten. Unsere Städte, unsere Beschäftigten und unsere Unternehmen stehen gemeinsam in einer Schicksalsgemeinschaft – mit der Verantwortung, die industrielle Substanz zu erhalten und neue Perspektiven für die Zukunft zu schaffen.

Unterzeichnet von:
Uwe Conradt, Oberbürgermeister Saarbrücken
Jürgen Dupper, Oberbürgermeister Passau
Sebastian Remelé, Oberbürgermeister Schweinfurt
Simon Blümcke, Oberbürgermeister Friedrichshafen
Dr. Holger Klein, Vorstandsvorsitzender, ZF Friedrichshafen AG
Prof. Dr. Peter Laier, Mitglied des Vorstands, ZF Friedrichshafen AG

Friedrichshafen, 18. Februar 2025

 

Foto: by Stadt Schweinfurt

Foto: by ZF Friedrichshafen