Würzburg Der Erfolg des rechten Randes bei der bayerischen Landtagswahl beunruhigt die Bevölkerung. Die Bildungsgewerkschaft GEW lud dazu den Politologen und Publizisten Timo Büchner ein. Er untersucht seit Jahren die rechtsextreme Musikszene: Ist im Rechtsrock ein Grund für den Rechts-Ruck zu finden?
Rechtsrock definiert sich, so Büchner, über rechtsextremistische Inhalte von Bands, die wiederholt und systematisch rassistisch, sexistisch, antisemitisch, nationalistisch sind. Sie bedienen die Feindbilder der rechtsextremen Szene, verbalisieren Gewalt gegen Minderheiten und leben die Ideologien des Nationalsozialismus und der White Supremacy offen aus. Man bedient sich vieler Musikstile wie Rock, Black und Hardcore Metal, Rap und auch Liedermachern. Sie zieht Ältere an: „Rechtsrock ist kein ausschließliches Element der Jugendkultur, sondern auch ein Ü40-Phänomen“, so Büchner.
Entstanden durch die Rezeption ultrarechter britischer Bands wie Skrewdriver seit den 1970er Jahren ist rechtsextreme Musik auch in unserer Region zu finden: Heiliger Krieg aus Schwäbisch Gmünd (verboten, nach milden Urteilen unter anderem Namen wiederentstanden), Burning Hate (OFR), Eskalation (OFR, UFR), Spreegeschwader (Bayreuth) und Treueschwur (Hof). Büchner: „Verbote, milde Urteile und wirtschaftlicher Erfolg sind die Tendenz“.
Was macht die Szene nun so gefährlich? Der wirtschaftliche Betrag zur Finanzierung der rechten Szene, sagt Büchner. Besonders über Social Media wie Telegram werden nicht nur Tonträger beworben, sondern alles, was dem rechtsextremen Lifestyle dient: Kleidung, Symbole, Edelausgaben für Sammler:innen. Auf den populären Musikplattformen wie Spotify und Youtube führen sie ein Nischendasein. „Doch muss mit einem eigenen rechtsextremen Streamingdienst gerechnet werden.“
Dem Eindringen rechtsextremen Gedankenguts in den Mainstream öffnet Rechtsrock die Türen, ist aber kein wesentlicher Grund für den Recht-Ruck in der Bevölkerung. Demokrat:innen müssen wach bleiben und sich für ihre Werte und Ideale stets und überall einsetzen.

