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„Regelungen schmerzlich enttäuschend – Synodalen Weg unbeirrt fortsetzen“

München: Die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche findet es sehr enttäuschend, dass die Deutsche Bischofskonferenz in einer entscheidenden Frage nicht der Empfehlung der unabhängigen Arbeitsgruppe der Bischofskonferenz vom September 2019 gefolgt ist, sondern weiter beim eher unverbindlichen Anerkennungsverfahren bleiben will. Die jetzt genannten Zahlen mit 50.000 Euro je Fall liegen zwar deutlich über den bisherigen Zahlungen, aber auch deutlich unter den von der Arbeitsgruppe je nach Modell genannten 300.00 und 400.000 Euro. So kompliziert die rechtlichen Fragen auch sein mögen: Nicht nur für die Betroffenen selber ist es sehr enttäuschend, dass auch bei dieser Bischofsversammlung nur Grundsätze gefasst wurden und die Details erst für den Herbst 2020 angekündigt worden sind.

 

Solange die Bischöfe keine glaubwürdigen Antworten auf den Missbrauchsskandal finden und auch zu angemessenen Entschädigungen bereit sind, bleibt die Kirche gelähmt und kann ihre zahlreichen wichtigen pastoralen und diakonischen Aufgaben nicht mehr gut und überzeugend wahrnehmen. Dies zeigen auch die anhaltend hohen Kirchenaustrittszahlen.

 

Synodalen Weg unbeirrt fortsetzen!

Die römisch-katholische Kirche befindet sich weiterhin in einer sehr dramatischen Krise. Nachdem Kardinal Marx, was sehr anzuerkennen ist, zusammen mit dem Zentralkomitee der Deutschen Katholiken den Synodalen Weg gestartet hat, steht der in Mainz gewählte neue Vorsitzende der Bischofskonferenz, Bischof Bätzing vor nach wie vor außerordentlichen Herausforderungen. Diese werden nur mit der vollen Unterstützung aller Bischöfe bewältigt werden können. Die Systemerneuerer sollten und dürfen sich nicht länger durch die Systemverteidiger behindern lassen.

 

Der Synodale Weg in Deutschland wird wohl die letzte Chance sein, Wege aus der aktuellen Kirchenkrise zu finden. Deshalb muss er von den deutschen Bischöfen unbeirrt fortgeführt werden. Dient er doch genau der Inkulturation des Evangeliums, für die sich Papst Franziskus zuletzt auch im nachsynodalen Schreiben "Querida Amazonia" (QA) stark gemacht hat. So visionär die ersten drei Teile dieses Schreiben sind, so irritierend und enttäuschend ist es allerdings in seinem vierten Teil. Franziskus geht es aber wohl um eine "neue Theologie der Macht in der Kirche" (Erzbischof Víctor Manuel Fernández), wenn er sich gegen vorschnelle quantitative Antworten auf pastorale Mangelsituationen wehrt. Deshalb gilt es beim Synodalen Weg, grundlegende qualitative Antworten zu suchen für eine Neuausrichtung der Ämter in gemeinsamen Verantwortung von Kirchenvolk und Kirchenleitung. Wenn es den Bischöfen gelingt, gemeinsam mit dem Zentralkomitee pastoral und theologisch zeitgemäße Vorschläge zu formulieren, so wird auch der Vatikan diese nicht negieren können.

 

Die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche wird dem gewählten neuen Vorsitzenden in einem persönlichen Schreiben gratulieren und ihm Gottes Segen und die Begleitung der Heiligen Geistkraft für sein Wirken in Gemeinschaft mit den Bischöfen und dem Kirchenvolk wünsche

Foto: by " Wir sind Kirche "