Soziale Netzwerke

  

Anzeige

Schulformen: Es gibt kein Schwarz und kein Weiß

„Bildungsregion stadt.land.wue.“

Würzburg:Würzburg Stadt und Landkreis möchten „Bildungsregion in Bayern“ werden, wie auch „Digitale Bildungsregion in Bayern“ - zusammengefasst unter dem Titel „Bildungsregion stadt.land.wü.“. Jeder kann an dem Beteiligungsprozess teilnehmen, der Bildung in die Zukunft denkt und Empfehlungen entwickeln möchte. In sechs Arbeitskreisen arbeiten derzeit die Interessierten, um Bildung vor Ort noch besser zu gestalten. Zwei Themenkomplexe standen bei der dritten Sitzung des Arbeitskreises 1 auf der Tagesordnung, die sehr engagiert und spannend diskutiert wurden. Obwohl noch drei Termine folgen, scheint die Bearbeitung der Themen in diesem Arbeitskreis schon so weit fortgeschritten zu sein, dass bereits erste Handlungsempfehlungen in die Nähe des Spruchreifen rücken.

Image der Mittelschule verbessern

Wie können Wechsel zwischen verschiedenen Schularten verbessert werden? Knackpunkt für Daniela Schuster, Leiterin des Fachbereichs Schule der Stadt Würzburg und Sprecherin der Säule 1 „Übergangsmanagement – Brücken bauen zwischen Bildungspfaden“, ist eine Verbesserung beim Wechsel in andere Schulformen: „Kinder, die vom Gymnasium an die Realschule oder von der Real- auf die Mittelschule wechseln, fühlen sich durchgereicht, herabgestuft und nicht wertgeschätzt.“ „Wir wollen, dass die Mittelschule ein besseres Image bekommt“, ist einer der Wünsche, der im Arbeitskreis formuliert wurde, denn auch die Mittelschule hat ihre Stärken und viele Wege führen nach Rom. Das Abitur ist auch mit Mittel- oder Realschulabschluss möglich, obwohl es für den beruflichen Erfolg keine Voraussetzung ist. Das müssen auch Eltern verstehen, auch Eltern die aus dem Ausland zugezogen sind und das bayerische Schulsystem und die Sprache nicht verstehen.

In diesem Zusammenhang wurde über Sprachmittler oder Apps nachgedacht, die in mehreren Sprachen Informationen über die verschiedenen Schulformen und deren Vorzüge informieren. Wichtig sei künftig aber, Wahlmöglichkeiten und Profilbildung bei den Mittelschulen zu entwickeln, um die automatische Zuordnung der Kinder zur Sprengelschule vor Ort zu ergänzen. Beim Übergang in die andere Schulform sollten Begleiter an der neuen Schule die neuen Schülerinnen und Schüler aufnehmen und sie beim Übergang unterstützen. Die Kommunikation zwischen abgebender und aufnehmender Schule sollte hierbei verbessert werden. Ganz klar für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Arbeitskreises ist, dass es bei Schulformen kein Schwarz und Weiß gibt, sondern alle Formen ihre Berechtigung haben und Kinder nur erfolgreich und zufrieden in ihrer Schulzeit werden können, wenn die für sie richtige Schulform gewählt wurde.

Um die Zusammenarbeit von Schule und außerschulischen Bildungsangeboten zu verbessern, schien bei den Anwesenden vor allem ein Punkt besonders wichtig zu sein: Angebote gibt es viele, häufig sind sie jedoch auf den ersten Blick zu unpräzise und sollten klarer formuliert werden, um von den Lehrkräften gefunden und in den Unterricht eingebunden zu werden. Auch hier könnten technische Unterstützungen wie Apps, die auf vorhandene Informationen zugreifen und filtern, behilflich sein. Smart City arbeitet derzeit tatsächlich schon an Ideen für solche Angebote. Gerade mit Blick auf den Landkreis ist es aber auch wichtig, Angebote dorthin zu tragen, wo die Schülerinnen und Schüler sind, um beispielsweise nicht die Hürde Fahrtkosten nehmen zu müssen.

Auch die nächsten Termine der Arbeitskreise 1 und 2 dürften spannend werden: Nächstes Treffen ist am Donnerstag, 24. November 2022 um 14 Uhr mit den Themen Netzwerke, Kooperationen und Bildungspartnerschaften.

Die Initiative „Bildungsregionen in Bayern“ hat das Bayerische Kultusministerium entwickelt. Direkt vor Ort sollen Arbeitskreise mit allen Beteiligten den Weg bereiten, die Qualität der Bildung weiter zu verbessern. Am Ende des Prozesses winkt das Siegel „Bildungsregion in Bayern“. Wer sich an der Erarbeitung des Gesamtkonzepts inArbeitskreisen beteiligen möchte, kann sich anmelden über dieHomepage www.stadt-land-wue.de/bildungsregion. Dort sind alle Termine und Schwerpunktthemen einsehbar. Die Mitarbeit ist flexibel und auch ohne Teilnahme an vorigen oder späteren Terminen möglich.

 

Stadt und Landkreis Würzburg wollen (Digitale) Bildungsregion in Bayern werden. Beim letzten Treffen der Arbeitskreise 1 und 2 wurde intensiv über Schulübergänge an andere Schulformen diskutiert. An der schmalen Seite des Tisches sind die drei SäulensprecherInnen für die zwei Säulen 1 und 2 zu sehen, v.li. Daniela Schuster, Monika Kraft und Klaus Rostek. Foto: By Claudia Lother