Soziale Netzwerke

  

Anzeige

Silberhochzeit fröhlich gefeiert: Herzlichkeit, Freundschaft und Leidenschaft

25 Jahre Partnerschaft zwischen den Landkreisen Würzburg und Mateh Yehuda in Israel

Würzburg/Mateh Yehud

Herzlich, fröhlich, gut gelaunt – aber auch mit dankbaren und nachdenklichen Momenten – feierte der Landkreis Würzburg im Rimparer Schloss das 25-jährige Bestehen der Partnerschaft mit dem israelischen Landkreis Mateh Yehuda.

Die Delegation um Landrat Niv Viezel hatte schon einige Tage im Landkreis verbracht, sich vor allem für die Ausbildungswege im Weinbau informiert, denn hier will man von den Partnern lernen.

 

Beim Festabend anlässlich des 25. Geburtstags der Partnerschaft, aus der längst eine Freundschaft mit tragfähigen persönlichen Beziehungen geworden ist, spürte man diese Nähe und das gegenseitige Vertrauen. So betonte Landrat Thomas Eberth, dass die schreckliche Vergangenheit, die Deutschland mit Israel und den Juden verbindet, das Vermächtnis ist, um für Toleranz, Frieden und Freiheit einzustehen. Besonders beim Besuch der deutschen Delegation in diesem Frühjahr, wo Landrat Eberth auch in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem einen Kranz niederlegen konnte, sei diese Verpflichtung sehr spürbar gewesen. Deshalb sei er auch seinem Vorvorgänger im Amt, Waldemar Zorn und dem Vater von Niv Viezel, Meir Viezel, der 1997 Landrat von Mateh Yehuda war, dankbar, dass sie das Wagnis dieser zunächst schwierigen Beziehung eingegangen sind. Denn, das betonte auch Niv Viezel in seiner Ansprache, auch Mitglieder seiner Delegation haben Familienangehörige in den Konzentrationslagern verloren. Deshalb ist diese heute so vertrauensvolle und lebendige Partnerschaft keine Selbstverständlichkeit. Umso dankbarer zeigten sich beide Landräte für den nun schon 25 Jahre währenden intensiven Austausch. Schon einige Jahre früher begann der Jugendaustausch mit Mateh Yehuda, bei dem sich Schülerinnen und Schüler aus dem Deutschhaus-Gymnasium und der Ein-Karem-Highschool kennenlernen konnten und gemeinsame Projekte erarbeiteten.

 

Für die Zukunft wünschte sich Landrat Eberth eine intensive inhaltliche Arbeit: „Wir können viel voneinander lernen und von den Erfahrungen vor allem in den Bereichen Wein, Tourismus, Bewässerung, Umwelt und Klima voneinander profitieren.“ Getragen muss dieser Austausch sein von dem Streben nach Frieden, Rechtstaatlichkeit und Demokratie, betonte Eberth. „Wir legen heute den Grundstein für die kommenden 25 Jahre unserer Partnerschaft“, betonte Landrat Niv Viezel. Sein Dank galt auch Altlandrat Eberhard Nuß, der die Partnerschaft nach Waldemar Zorn ebenso leidenschaftlich gepflegt hat.

 

Klaus Rostek und Rivka Shahaf-Scherpf mit großem Dank verabschiedet

Ein besonderer Dank galt zwei Menschen, die den Austausch zwischen den Landkreisen von Beginn an mitgestaltet und entscheidend geprägt haben: Klaus Rostek, der bereits 1990 den ersten Jugendaustausch mit 16 Jugendlichen organisiert und begleitet hat. Rostek, Leiter des Fachbereichs Kinder-, Jugend- und Familienarbeit am Landratsamt Würzburg, begleitete seitdem jede Delegation nach Israel und knüpfte intensive Freundschaften. Rivka Shahaf-Scherpf, gebürtige jüdische Marokkanerin aus Margetshöchheim, begleitete die Delegationen in Israel und Deutschland als Dolmetscherin und war diese vielen Jahre über die Seele der Partnerschaft. Nun verabschiedete sie sich von dieser Aufgabe und erhielt große Dankesworte von beiden Landräten.

 

Der Abend klang fröhlich und zu Recht auch ein wenig stolz auf diese besondere Beziehung aus mit gemeinsamen Tänzen zu israelischen Klängen.

Bildunterschriften: Landrat Thomas Eberth (vorne 5.v.l.) und Landrat Niv Viezel (vorne 6.v.l.) sind stolz und dankbar für die 25-jährige Partnerschaft zwischen ihren Landkreisen, zu denen auch stellv. Landrat Beni Eliraz (4.v.r.) und Altlandrat Eberhard Nuß (3.v.r.) beigetragen haben. Foto: Eva Schorno

Die Begründer der Partnerschaft zwischen den Landkreisen Würzburg und Mateh Yehuda in Israel, die nun schon 25 Jahre lang währt, waren 1997 (v.l.) Landrat Meir Viezel und Landrat Waldemar Zorn. Foto: Kurt Mintzel