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STAAB-COVID-Programm: Bitte Nasen-Abstriche durchführen!

Das Uniklinikum und die Universität Würzburg bitten alle Teilnehmer*innen des STAAB-COVID-Programms, ab Anfang November dieses Jahres an einer sogenannten Punktprävalenz-Erhebung teilzunehmen. Die Auswertung der dabei von den Probanden selbst durchzuführenden Nasen-Abstriche verspricht neue Erkenntnisse zur tatsächlichen Verbreitung und Verteilung des Corona-Virus.

Seit Juni dieses Jahres läuft in Würzburg das STAAB-COVID-Programm, das darauf abzielt, die Durchseuchung mit Covid-19 innerhalb der Bevölkerung in Würzburg und Umgebung zu messen und im Verlauf der Pandemie weiter zu beobachten (siehe Kasten). Hinter der Studie stehen das Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) sowie das Uniklinikum und die Uni Würzburg.

 

3000 Abstrich-Sets werden versandt

Jetzt werden die bislang im Rahmen des Programms durchgeführten Blutabnahmen durch sogenannte Punktprävalenz-Messungen ergänzt. Hierbei wird zu einem Zeitpunkt erfasst, wie häufig eine Covid-Infektion in einer definierten Gruppe vorliegt. „Dazu senden wir an 3000 Probanden ein Abstrich-Set und bitten sie, alle am selben Tag – dem 4. November 2020 – sich selbst einen Nasen-Abstrich zu nehmen“, schildert Prof. Dr. Peter Heuschmann. Er ist Chef des Instituts für Klinische Epidemiologie und Biometrie und zusammen mit Prof. Dr. Stefan Störk vom DZHI STAAB-COVID-Studienleiter. Prof. Störk ergänzt: „Der Abstrich ist einfach durchzuführen und wird mit einer schriftlichen Anleitung sowie einem Video genau erklärt.“ Die Abstriche werden anschließend an das Uniklinikum Würzburg (UKW) zurückgesandt und am Institut für Virologie und Immunbiologie der Uni Würzburg analysiert. „Die Ergebnisse melden wir zeitnah an die jeweiligen Teilnehmerinnen und Teilnehmer“, berichtet Prof. Dr. Lars Dölken vom Institut für Virologie und Immunbiologie. Nach dem Start Anfang November sind drei weitere Entnahmezeitpunkte geplant.

 

Ein Abbild der Verbreitung und Verteilung des Virus

Wo liegt der besondere Informationsgewinn dieser Punktprävalenz-Testung? „Bei der Corona-Pandemie ist die Infektion in vielen Fällen symptomarm bis symptomlos. Wir erhalten nun ein genaues Abbild der tatsächlichen Verbreitung des Virus in der Gesamtbevölkerung und darüber hinaus können wir nach Risikofaktoren für die Infektion suchen“, sagt Prof. Dr. Georg Ertl, der Ärztliche Direktor des UKW. Für die wissenschaftliche Aussagekraft des Vorhabens ist eine hohe Beteiligung der Studienteilnehmer*innen von großer Bedeutung. Daher bedanken sich die Organisatoren der STAAB-COVID-Studie bereits im Voraus herzlich bei allen Probanden für ihre großartige Unterstützung.

 

Kurzfristiger Anstieg der Inzidenz möglich

Durch die zusätzliche Anzahl an Abstrichen wird möglicherweise die sogenannte 7-Tages-Inzidenz für Corona-Infizierte in Würzburg kurzfristig steigen. „Durch die Aufdeckung ansonsten unerkannt gebliebener Infektionen werden aber weitere Ansteckungen verhindert und Infektionsketten unterbrochen, so dass sich die zusätzlichen Tests der Punktprävalenz-Messung innerhalb weniger Tage bereits positiv auf die 7-Tages-Inzidenz in Würzburg auswirken werden“, erklärt Dr. Benedikt Weißbrich vom Institut für Virologie und Immunbiologie.

 

Breites Lob und volle Unterstützung

Der Würzburger Oberbürgermeister Christian Schuchardt und auch das Gesundheitsamt unter der Leitung von Dr. Johann Löw befürworten die Durchführung der Punktprävalenz-Testung. Schuchardt: „Ich unterstütze das STAAB-COVID-Programm ausdrücklich und bitte die Würzburger Probanden um ihre Teilnahme. Wir dürfen nichts unversucht lassen, das Virus, seine Verbreitung und seine Gefährlichkeit zu verstehen. Unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten intensiv daran, um die Pandemie weltweit in den Griff zu bekommen – und nun können auch die Bürgerinnen und Bürger ihren persönlichen Beitrag zum Forschungserfolg leisten.“

Auch der Bayerische Wissenschaftsminister Bernd Sibler lobt die Würzburger Bemühungen: „Die Corona-Pandemie hat einen weiteren Höhepunkt erreicht. Mit Hilfe der Expertise unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Hochschulmedizin können wir wertvolle Erkenntnisse über die Verbreitung des Virus gewinnen und unsere Gesundheit bestmöglich schützen. Mit STAAB und STAAB-COVID wurden am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz in Würzburg wissenschaftliche Werkzeuge geschaffen, die nun für die Allgemeinheit höchst gewinnbringend eingesetzt werden.“

Die ersten Ergebnisse der Punktprävalenz-Erhebung sollen schon Anfang November vorliegen und werden umgehend veröffentlicht.

Über die STAAB-Studie und das STAAB-COVID-Programm

Die STAAB-Herzinsuffizienz-Studie läuft seit dem Jahr 2013, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Bei dem in diesem Jahr gestarteten STAAB-COVID-Programm wurden die STAAB-Teilnehmer*innen bislang eingeladen, eine Blutprobe abzugeben und einen Fragebogen auszufüllen. Die Blutproben werden auf das Vorhandensein von Antikörpern gegen das Corona-Virus untersucht. Das Bayerische Wissenschaftsministerium fördert das STAAB-COVID-Programm. Bernd Sibler, der Wissenschaftsminister des Freistaats, fungiert als Schirmherr. Außerdem unterstützen die Stadt und das Gesundheitsamt Würzburg das Programm.

Bildunterschrift: Die Doktorandin Maria Barth vor Kartons, mit denen für das STAAB-COVID-Programm 3000 Abstrich-Sets an die Probandinnen und Probanden versandt wurden. Foto: Sabine Cäsar / Uniklinikum Würzburg