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Stadt Kitzingen informiert

Top 1 Wohnungsnot? Stadt Kitzingen, Caritas und Diakonie helfen Betroffenen - Top 2: Lerntreff – Ein neues Angebot der Volkshochschule Kitzingen - Top 3: Hallenbad bleibt vorerst geschlossen

Kitzingen 

Top 1 Wohnungsnot? Stadt Kitzingen, Caritas und Diakonie helfen Betroffenen

  Sie sind da. Als Helfer, Berater und Ansprechpartner. Ihr Angebot wird rege in Anspruch genommen – und jetzt durch einen neuen Aspekt ergänzt.

Bis ins Jahr 2018 hatten die Menschen im sogenannten Notwohngebiet in der Kitzinger Siedlung keine professionellen Ansprechpartner. Trotz des großen Engagements ehrenamtlicher Kräfte kam es immer wieder zu Spannungen und Zerwürfnissen. Zusammen mit den Wohlfahrtsverbänden der katholischen und evangelischen Kirche hat die Stadt gehandelt und 2018 in der Egerländer Straße ein Büro eingerichtet. Zwei Sozialpädagogen der Caritas bieten dort an jedem Werktag Sprechzeiten an. „Es ist eigentlich immer jemand ansprechbar“, berichtet Tim Pfeuffer. Etwa die Hälfte der rund 80 Bewohner nehmen die Dienste von Tim Pfeuffer und Larissa Fecher in Anspruch. Oft geht es um Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen, Ratschläge bei Bewerbungen für einen Job oder um Tipps bei der Schuldnerberatung. Der erste Ansprechpartner im Notwohngebiet ist in der Regel aber André Arnold. Seit 2018 ist Arnold als Hausmeister im Notwohngebiet im Einsatz. Er kennt alle Bewohner, deren Wünsche und Sorgen. „Mit der Zeit hat sich ein Vertrauensverhältnis gebildet“, sagt er. Viele Bewohner seien dankbar für das niederschwellige Angebot von Stadt und Caritas. Manche haben Angst vor dem Gang zur Behörde, wissen Arnold, Pfeuffer und Fecher aus ihren Gesprächen. Nach und nach wird ihnen diese Angst genommen. „Die allermeisten Probleme lassen sich im Gespräch lösen“, versichert Tim Pfeuffer. Neben der Arbeit der ehrenamtlichen Helfer im „Wegweiser“ ist die Sozialberatung seit 2018 zum zweiten hilfreichen Anlaufpunkt für die Bewohner des Notwohngebietes geworden. „Die Situation im Notwohngebiet hat sich seither deutlich verbessert“, freut sich Astrid Haaf, Leiterin des Einwohnermeldeamtes. Aufgrund der guten Erfahrungen ist der Vertrag zwischen Stadt und Caritas bis 2027 verlängert worden. Die Kosten trägt die Stadt Kitzingen seit 2022 in vollem Umfang, von 2018 bis 2022 hatte der Landkreis noch ein Drittel der Kosten übernommen. „Wir wollen den Menschen im Notwohngebiet helfen“, erklärt Oberbürgermeister Stefan Güntner das Engagement.

Mehr als 120 Menschen lebten einst im Notwohngebiet, ein Wohnblock ist mittlerweile leergezogen worden. Das Ziel der Stadt: Den Bereich entzerren, gute Lebensbedingungen für diejenigen Bürger der Stadt schaffen, die keine feste Bleibe haben.  „Noch lieber ist es uns natürlich, wenn die Menschen erst gar nicht obdachlos werden“, betont Astrid Haaf. Sie pflegt einen intensiven Kontakt mit den beiden Mitarbeitern der Sozialberatung und kontaktiert sie, sobald sie von einer Wohnungsnot erfährt. „Je eher wir von einer drohenden Obdachlosigkeit erfahren, desto besser können wir helfen“, bestätigt Tim Pfeuffer. Lassen sich Mietschulden übernehmen? Gibt es Leistungen von der Agentur für Arbeit? Gibt es ein passendes Jobangebot? Ist die angekündigte Räumung einer Wohnung überhaupt rechtskräftig? Fragen, die im Vorfeld einer Räumung geklärt werden können. „Aber nur, wenn sich die Menschen rechtzeitig bei uns melden“, so Haaf.

Seit 2022 hat sich die Stadt Kitzingen auch dem Thema Prävention gewidmet. „Dach überm Kopf“ nennt sich die neue gemeinsame Initiative mit Caritas und Diakonie. Sie wendet sich an all diejenigen, die Angst haben, ihre Wohnung zu verlieren. „Wer nicht mehr weiterweiß, weil er Miet- oder Energieschulden hat, Zuhause ausziehen muss oder aus einem anderen Grund in Wohnungsnot geraten ist, der ist hier genau richtig“, versichert Astrid Haaf. Sprechstunden werden nicht nur in der Egerländer Straße in der Siedlung, sondern auch jeden Mittwoch, von 15 bis 16 Uhr, in der Schrannenstraße 10 in Kitzingen angeboten.

Kontakt: Tel. 09321/1409688; Mail: sozialberatung(at)wohnungsnot-kitzingen.de oder direkt bei den offenen Sprechzeiten vorbeikommen: Schrannenstraße 10, jeden Mittwoch, von 15 bis 16 Uhr. Egerländer Straße 22: Montag bis Freitag, 10 bis 12 Uhr und Montag, Dienstag und Donnerstag, von 14 bis 16 Uhr.

 

Top 2: Lerntreff – Ein neues Angebot der Volkshochschule Kitzingen

Lesen gehört für uns zum Alltag. So sehr, dass uns kaum noch auffällt, was wir am Tag alles lesen. Doch was passiert, wenn Erwachsene im Alltag mit Leseschwierigkeiten konfrontiert sind? Die LEO-Studie der Universität Hamburg aus dem Jahr 2018 hat aufgezeigt: In Deutschland leben fast zweimal mehr Menschen mit Lese- und Schreibschwierigkeiten als bislang angenommen - genauer gesagt sind es knapp 6,2 Millionen. Auf die Stadt Kitzingen übertragen heißt das: Rund 1700 Erwachsene sind betroffen, im gesamten Landkreis sind es statistisch betrachtet sogar etwa 7000. Ein Umstand, den die Vhs Kitzingen ändern möchte. Ihr neues Angebot richtet sich an alle Erwachsenen, die Schwierigkeiten haben richtig zu lesen und zu schreiben.

Beides ist eine Grundvoraussetzung, um am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Was für diejenigen, die lesen und schreiben können, selbstverständlich ist, kann für Menschen mit Lese- und Schreibproblemen zur Herausforderung werden. Geringere Chancen auf dem Arbeitsmarkt und soziale Isolation sind nur zwei von vielen Aspekten, mit denen die betroffenen Menschen zu kämpfen haben. Jeden Mittwoch von 9.30 bis 11Uhr (außer in den Schul-Ferien) hilft Kursleiterin Safiye Klein ab dem 14. Juni Betroffenen, die sprachlichen Herausforderungen des alltäglichen und beruflichen Lebens besser zu bewältigen. Ihr Lerntreff im Stadtteilzentrum in der Kitzinger Siedlung kann ohne Anmeldung besucht werden und ist kostenfrei. „Jeder Mensch ist beim Lerntreff willkommen, völlig unabhängig davon, ob Deutsch die eigene Muttersprache ist oder erst später gelernt wurde. Der Einstieg ist jederzeit möglich. Denn Unterstützungs-Bedarf bei E-Mails, Briefen oder Formularen kann immer entstehen“, erklärt vhs-Leiterin Cornelia Rauh. Das Lernangebot orientiert sich an den Bedürfnissen und Wünschen der Besucherinnen und Besucher. „In der Grundbildung gibt es Konzepte für alle Themen – von der Gesundheit und Arztbesuche über Kontakt zu Ämtern, Kindergärten und Schulen bis hin zum richtigen Umgang mit Geld und Bankgeschäften“, gibt Rauh einen Einblick in die Möglichkeiten des vhs-Lerntreffs. Das Projekt wird bis Jahresende vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Eine Verstetigung des Projekts durch sogenannte Alpha+ Kurse ist ab 2024 geplant.

Oft wissen die Betroffenen nicht, an wen sie sich wenden können und wo es Hilfsangebote gibt. „Sollten Sie jemanden kennen - aus dem Arbeitsumfeld, der Verwandtschaft oder dem Freundeskreis – dann machen Sie diese Menschen aufmerksam auf unser aktuelles Angebot“, bittet Cornelia Rauh.

Info:

Wann? Jeden Mittwoch, von 9.30 bis 11 Uhr (außer in den Ferien). Erster Termin: 14. Juni

Wo? Stadtteilzentrum in der Kitzinger Siedlung, Bürgercafé, Königsberger Straße 11

Für wen? Erwachsene, die Schwierigkeiten haben, richtig zu lesen und zu schreiben.

Kosten? Keine.

Weitere Informationen gibt es auf der Homepage der vhs: www.vhs.kitzingen.info oder bei Amelie Gräbner, Tel. 09321/929945-33.

 

Top 3: Hallenbad bleibt vorerst geschlossen

Aufgrund einer defekten Lüftung, die durch einen Rohrbruch entstanden ist, bleibt das Hallenbad im Aquasole geschlossen. Die Sauna und das Freibad sind von den Reparaturarbeiten nicht betroffen. Sie bleiben auch weiterhin geöffnet. Nach dem derzeitigen Stand der Dinge kann das Hallenbad direkt nach den Sommerferien wiedereröffnet werden. Eine neue Steuerung und neue Antriebe müssen eingebaut werden. 

Buz: Anlaufpunkt für Menschen in Wohnungsnot: André Arnold, Tim Pfeuffer und Larissa Fecher im Beratungsbüro in der Egerländer Straße.  Foto: Ralf Dieter