Soziale Netzwerke

  

Anzeige

Stadt Würzburg informiert

Top 1: Gestern, Heute, Morgen: Wie geht es weiter mit der Würzburger Erinnerungskultur? Top 2: Die Veranstaltungen zum 16. März in der Übersicht

WÜRZBURG - Top 1: Digitale Podiumsdiskussion und Buchveröffentlichung am 16. März

Die Würzburger Erinnerungskultur wird seit vielen Jahren von einem breiten, zivilgesellschaftlichen Bündnis getragen, das mit vielen Projekten und kreativen Ideen die kollektive Geschichte der Stadt Würzburg und ihrer Bürger aufarbeiten möchte. Dabei steht insbesondere in den letzten Jahren weniger eine klassische, ritualisierte Erinnerungsarbeit im Mittelpunkt der Aktionen, vielmehr geht es oft um ein aktives und aktivierendes Erinnern, das ganz konkrete Fragen der Gegenwart und der Zukunft mit der Vergangenheit verbinden möchte.

 

Im Auftrag des Kulturreferats der Stadt Würzburg hat die Kunsthistorikerin Dr. Bettina Keß über mehrere Jahre in einem „Dialog Erinnerungskultur“ viele der Würzburger Initiativen intensiv begleitet. Nun erscheint im Auftrag des Kulturreferats unter dem Titel „Erinnern als vielstimmiges Stadtgespräch“ eine Publikation, in der die verschiedenen Initiativen des letzten Jahrzehntes vorgestellt und der Diskurs reflektiert wird.

 

Über unterschiedliche Perspektiven lokaler Autoren ordnet das Buch dabei auch Rituale und Projekte in den Kontext der aktuellen Entwicklung von Gedenkkultur ein. Zudem werden die wichtigsten Würzburger Projekte dokumentiert: darunter die Neugestaltung der zentralen Gedenkstätte für die Toten des alliierten Bombenangriffs auf Würzburg, die Gründungsgeschichte der städtischen Kunstsammlung während des Nationalsozialismus und die Entstehungsgeschichte des „DenkOrt Deportationen“.

Kulturreferent Achim Könneke stellt das ambitionierte Buchprojekt am 16. März – dem Tag, an dem sich die Zerstörung Würzburg und damit der Tod von fast 4000 Würzburgern zum 76. Mal jährt - im Ratssaal um 17.30 Uhr der Öffentlichkeit vor. Im Anschluss diskutiert er dann mit Dr. Bettina Keß, Prof. Jörg Skiebeleit (Leiter der KZ Gedenkstätte Flossenbürg und Gründungsdirektor des „Zentrums Erinnerungskultur“ an der Universität Regensburg) und Dr. Ludwig Unger (Bay. Landeszentrale für Politische Bildungsarbeit München) unter dem Titel „Lebendig Erinnern - Demokratie Leben - Perspektiven für die Würzburger Erinnerungskultur“ auch über die Zukunft der Würzburger Erinnerungskultur. Die Diskussion wird von Stephanie Böhm, Leiterin der Akademie Frankenwarte, moderiert. Aufgrund der aktuellen Pandemiesituation werden Buchvorstellung und Podiumsdiskussion als rein digitale Veranstaltung ab 17.30 auf den offiziellen Youtube-Kanal der Stadt Würzburg live übertragen. Über einen vom Fachbereich Kultur moderierten. Chat ist es möglich, Fragen zu stellen.

 

Top 2: Die Veranstaltungen zum 16. März in der Übersicht

„Mit einem Köfferchen und einer Einkaufstasche rannten wir um unser Leben, erinnerte sich Wally Greubel

an den 16. März 1945 in Würzburg. Ihre eindrucksvollen Worte erscheinen derzeit auf Plakaten im gesamten Stadtgebiet, dies auch, um auf die Veranstaltungen rund um den 76. Jahrestag des verheerenden Bombenangriffes auf die Stadt hinzuweisen. Mit großer Kreativität und Ideenreichtum ist es trotz der pandemischen Situation einer Vielzahl von Initiativen und Akteuren unter Koordination des Fachbereichs Kultur der Stadt Würzburg gelungen, ein beeindruckendes Programm zu konzipieren. Je nach Infektionslage sind analoge Veranstaltungsformate und Gottesdienste, zudem neue Formate in virtueller und digitaler Form geplant.

 

Das vollständige und tagesaktuelle Programm unter www.wuerzburg.de/16maerz oder via QR-Code (siehe beigefügter Flyer) Die Veranstaltungen im Detail: • Der Veranstaltungsreigen beginnt am 13. März um 16 Uhr mit einem Stadtrundgang mit Markus Schäfer unter dem Titel „Bunker, Bomben, Flächenbrand - Würzburg und der 16. März 1945“ vom Bahnhof über die Pleich bis hin zum Alten Kranen. • Am 14. März ist um 10 Uhr ein Gedenkgottesdienst zum 16. März in der evangelisch-lutherische St. Johannisgemeinde zusammen mit der Ökumenischen Nagelkreuzinitiative Würzburg geplant. • Am 15. März um 18 Uhr wird Dr. Roland Flade im Rahmen der Main-Post-Akademie eine Online-Lesung halten, die Augenzeugenberichte, die den verheerenden Bombenangriff des 16. März 1945 erlebten, thematisiert. Kurze Videosequenzen begleiten die Lesung. • Um 19 Uhr wird die Autorin Sonja Weichand aus ihrem Debütroman „schuld bewusstsein“ lesen, der Frauenbilder in der NS-Zeit thematisiert und dessen Geschichte in Würzburg spielt. • Am 16. März wird das Totengedenken dieses Jahr still an der Gedenkstätte 16. März 1945 begangen. • Um 10 Uhr ist der „Der literarische Stadtrundgang“ von Sonja Weichand zu Spielstätten ihres Romans „schuld bewusstsein“ geplant. • Um 16 Uhr findet das Ökumenische Versöhnungsgebet des Nagelkreuzzentrums Würzburg und der Ackermann-Gemeinde in der Marienkapelle statt. • Um 17.30 Uhr hält Willi Dürrnagel einen Vortrag zum „Gedenken an den 16. März 1945“ im Matthias-Ehrenfried-Haus. • Ebenfalls ab 17.30 Uhr präsentiert das Kulturreferat der Stadt Würzburg über den städtischen Youtube-Kanal das neu erschienene Buch „Erinnern als vielstimmiges Stadtgespräch“ • Daran anschließend findet, ebenfalls digital übertragen, eine Podiumsdiskussion unter dem Titel „Lebendig Erinnern - Demokratie Leben - Perspektiven für die Würzburger Erinnerungskultur“ statt. Podiumsgäste sind Dr. Bettina Keß, Professor Jörg Skriebeleit, Dr. Ludwig Unger und Kulturreferent Achim Könneke. • Um 19 Uhr wird eine „Nacht der Friedenslichter“ im Saal des Kolping-Centers Mainfranken mit Text und Meditation und zum Abschluss mit stiller Teilnahme des Glockenläutens auf der Dachterrasse des Kolping-Centers im Gedenken an das Bombardement vom 16. März 1945 stattfinden. • Um 19.45 Uhr findet das traditionelle Gedenkkonzert virtuell im Internet statt. Aus St. Stephan werden dafür Werke von Matthias Weckmann und Heinrich Schütz aufgeführt. Die Übertragung übernimmt das Bayerische Fernsehen im Livestream über BR 24 und Facebook: de-de.facebook.com/BRFranken/ • Am 18. März um 18 Uhr wird Prof. Matthias Stickler (Uni Würzburg, Institut für Geschichte, Lehrstuhl für Neueste Geschichte) in St. Johannis einen Vortrag unter dem Titel „Luftkrieg. Historische Anmerkungen zu entgrenzter Gewalt im Zweiten Weltkrieg“ halten. Eine diesjährige Besonderheit und Neuerung ist die virtuelle Ausstellung „Chronologie der Zerstörung Würzburgs im Zweiten Weltkrieg“ der Würzburger Geschichtswerkstatt. Dieses Jahr kann sie im Internet unter www.wuerzburg.de/16maerz angesehen werden. Auch der Versöhnungsweg der Ökumenischen Nagelkreuzinitiative Würzburg, die in diesem Jahr auf ihr 20-jähriges Bestehen blickt, findet aufgrund der Pandemiesituation dieses Jahr im virtuellen Raum statt. Die Stationen, die dieses Jahr über die Gedenkstätte 16. März am Hauptfriedhof, die Kirche St. Stephan, den Dom und das Rathaus bis zur Marienkapelle führen, werden mit Text und Bild im Internet unter derselben Adresse zu finden sein.