Soziale Netzwerke

  

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Städtische Kinder-, Jugend- und Familienarbeit

Mit Plan durch die Pandemie

WÜRZBURG - Ab 15. März dürfen Angebote der Aus-, Fort- und Weiterbildung wieder in Präsenzform stattfinden, sofern die 7-Tages-Inzidenz unter 100 liegt. Das Gleiche gilt für die außerschulische Bildung. Damit werden auch die Würzburger Jugendzentren und Familienstützpunkte wieder öffnen können, bei Einhalten des 1,5 Meter-Abstands, unter Maskenpflicht, mit Hygieneplan und für feste Gruppen. „Wir sind sehr froh, schrittweise wieder unsere Präsenzangebote aufnehmen zu dürfen“, bemerkt Monika Kraft, stellvertretende Leiterin des Fachbereichs Jugend und Familie. Doch auch während des Lockdowns hat das Sozialreferat die Kinder, Jugendlichen und Familien nicht allein gelassen.

 

Familien, Jugendliche und Kinder sind von Schulschließungen, Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen besonders betroffen, die Pandemie hat ihr Leben drastisch verändert. Viele Kinder und Jugendliche litten unter Einsamkeit, drohten den Anschluss an die schulische Ausbildung, aber auch ihre Peergroup zu verlieren oder tauchten weitmöglich ab. Gleichzeitig berichteten Mediziner von mehr Gewalt an Kindern, aber auch von mehr psychischen Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen. Die Stadt Würzburg hat daher bereits im ersten Lockdown vor einem Jahr ihre Anstrengungen intensiviert, um den Kontakt zu Familien, Kindern und Jugendlichen direkt vor Ort in den Stadtteilen zu halten.

 

Bastel- und Spielepakete brachten die städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu den Familien, natürlich unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln, und hatten ein offenes Ohr für Eltern wie Kinder. Gerade sozial benachteiligte Familien und Familien mit Migrationshintergrund erhielten, wie schon zuvor, ein besonderes Beratungs- und Unterstützungsangebot, zum Beispiel mit kopiertem Schulmaterial, Wochenplänen, telefonischer Nachhilfe, engen Kooperationen mit Quartiersmanagements und Projekten wie „Clever lernen lernen“ und vielem mehr. Ebenso sind die Bezirkssozialarbeiter/-innen des Allgemeinen Sozialdienstes (ASD) und der Tagesbereitschaftsdienst außerhalb der normalen Öffnungszeiten über eine Rufbereitschaft weiterhin im Dienst. Die Notbetreuung von Kindern wurde erweitert und in dringenden Fällen fanden und finden weiterhin Hausbesuche statt.

 

Das Sozialreferat der Stadt Würzburg verstärkte auch die aufsuchende Jugendarbeit. Durch die coronabedingte Schließung der Jugendhäuser und vieler Hilfeeinrichtungen hat sich während dieser Zeit das Angebot der Jugendzentren verschoben, von der Freizeitgestaltung zur temporären Einzelfallhilfe, beispielsweise bei Bewerbungen, Anträgen auf Arbeitslosengeld oder auch beim technischen Erstellen von Präsentationen für die Schule. „Es geht bei der aufsuchenden Jugendarbeit, vor wie während Corona, darum, die jungen Leute an das soziale Netz der Stadt zu binden, Kontakt zu halten, Vertrauen aufzubauen, einfach bei allen Fragen da zu sein“, erklärt Monika Kraft. Das Jugendzentrum Zellerau beispielsweise ist die ganze Zeit auf Instagram erreichbar und bietet, neben lockerem Spiel und Spaß, auch Online-Chats, Telefonsprechstunden und Einzelfallunterstützung bei Stress zu Hause an. Das Jugendzentrum Zoom in der Lindleinsmühle führte ein Online-NBA-Turnier durch und macht digitale Kreativ-, Back- und Kochangebote. Im Cairo gab es den Workshop „How to Podcast“. Und an Schulen halten die Jugendsozialarbeiter Kontakt zu Schülern und Eltern über Telefon und Online-Angebote. Natürlich gibt es auch die persönlichen Kontakte bei Beratungsspaziergängen, Fenstergesprächen oder in schwierigen Einzelfällen bei Hausbesuchen.

 

„Wir sind auf Augenhöhe für die Jugendlichen da, sie können sich bei uns den Frust von der Seele reden und wir bieten ihnen Hilfe an, wenn nötig im Einzelgespräch im Jugendzentrum“, berichtet Lilli Funk vom Jugendzentrum b-hof vom Einsatz der städtischen Jugendsozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter. „Die Jugendlichen sind während des Lockdowns mit verschiedenen Problemen konfrontiert: Homeschooling ist für viele eine Belastung, aber auch der Verlust von Freizeitmöglichkeiten. Jugendliche brauchen soziale Kontakte, sie müssen sich austauschen und miteinander messen. Daher ist unser Angebot jetzt vielleicht noch bedeutsamer als vor Corona.“

 

„Es war mir von Anfang an wichtig, mit der coronabedingten Schließung von Jugendhäusern und anderen Hilfseinrichtungen, unsere Hilfsangebote aktiv noch breiter aufzustellen als zuvor“, bestätigt Sozialreferentin Dr. Hülya Düber. Sie hofft, die Präsenzangebote aufrechthalten zu können. „Wir müssen die Kinder und Jugendlichen auffangen und ihnen Perspektiven geben. Die Pandemie darf nicht dazu führen, dass Verunsicherung, Sorgen und Vereinsamung ihren Weg bestimmen.“

BU: Lilli Funk und Alexander Bergmann vom Jugendzentrum b-hof. Foto: b-hof