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Startschuss für Bürger- und Feuerwehrhausprojekt in Löffelsterz

Großgemeinde Schonungen investiert etwa 2,1 Millionen Euro

SCHONUNGEN/LÖFFELSTERZ - „Bei den vielen Zuschüssen und Förderungen könnte es einem schwindelig werden“, zeigte sich ein Bürger am Rande der letzten Gemeinderatssitzung beeindruckt. Tatsächlich hat es Schonungen wieder einmal geschafft: Für einfache Dorferneuerungsprojekte wie das Bürger- und Feuerwehrhausprojekt in Löffelsterz liegt die maximale Förderhöchstgrenze eigentlich bei 300.000 Euro.

 

Bürgermeister Stefan Rottmann formulierte eine überzeugende Bewerbung und arbeitete in seinem Schreiben an das Amt für Ländliche Entwicklung und das zuständige Ministerium heraus, was das Projekt so besonders und einzigartig macht. Daraufhin schraubten die Verantwortlichen die Fördersumme auf beachtliche 548.000 Euro. Jetzt durfte die Rathausspitze aus den Händen von Jürgen Eisentraut, Behördenleiter des Amtes für Ländliche Entwicklung einen symbolischen Scheck entgegennehmen. Der ALE-Chef zeigte sich begeistert und beeindruckt vom Engagement der Großgemeinde im Hinblick auf eine offensive Innenentwicklung – das Amt fördere aktuell zahlreiche Projekte in den Ortsteilen Schonungens.

 

Seit gut eineinhalb Jahren laufen die Vorbereitungen und Planungen für das ambitionierte Projekt in Abstimmung mit den Vereinen, dem Rat, den Fachbehörden und Architekten. Angesichts der deutlich erhöhten Förderkulisse gab es nun in der jüngsten Sitzung des Rats keine Diskussion, sondern vielmehr ein einstimmiges Votum für den Bau des Bürger- und Feuerwehrhauses. Weitere 115.000 Euro werden als staatliche Unterstützung für den Bau zweier Stellplätze im Feuerwehrgerätehaus fließen. Somit beläuft sich die Förderung auf mehr als 660.000 Euro. Angesichts einer Investitionssumme von 2,1 Millionen Euro ist jeder Euro mehr bedeutsam und wichtig, erklärt Bürgermeister Stefan Rottmann.

 

Rückblick:

Ende April 2019 unternahm Bürgermeister Stefan Rottmann gemeinsam mit Architekten und dem heutigen Behördenchef des Amtes für Ländliche Entwicklung, Jürgen Eisentraut eine Ortseinsicht. Mit dem Ensemble von Kirche, Bürgerhaus/Feuerwehr und dem prächtigen und weitläufigen Vorplatz konnte das Interesse bei Jürgen Eisentraut für ein bedeutendes Dorferneuerungsprojekt geweckt werden. Schnell war die Idee einer so genannten „Einfachen Dorferneuerung“ geboren, von dem dann auch Privatinitiativen – also die umliegende Nachbarbebauung profitieren sollen.

 

Und so machte sich die Rathausverwaltung zügig auf den Weg und beauftragte bei den Planern eine erste Grundlagenermittlung mit Bestandsaufnahme, Neuplanung und vorläufiger Kostenschätzung, die für die Einreichung eines Förderantrags notwendig sind. Auch die örtlichen Vereine und möglichen späteren Nutzer wurden durch die Gemeinde und die Planer mit ins Boot geholt. Schnell wurde klar, dass das „alte“ Gebäude in dieser Form nicht mehr zu halten ist. Die marode Bausubstanz, fehlende Dämmung, veraltete Elektrik, Heizung und Sanitärbereiche lassen verhältnismäßig hohe Investitionen erwarten. Besonders problematisch ist allerdings der aktuelle Gebäudezuschnitt. Die verschiedenen Bereiche sind verschachtelt und durch halbe Stockwerke getrennt. Barrierefreiheit ist wegen den zahlreichen Treppenstufen kaum umzusetzen. Unpraktisch sind die Platzverhältnisse und die aktuelle Lage des Feuerwehrgerätehauses: Es gibt keinen Vorplatz, keine Sanitäranlagen, Umkleiden – der Schulungsraum der Feuerwehr ist nur über Umwege durch den Hintereingang zu erreichen.

 

Das künftige Bürger- und Feuerwehrhaus setzt völlig neue Maßstäbe. Es ist zum einen funktionell, modern trotzdem bewahrt es mit seinen charakteristischen drei Satteldachfronten den fränkischen Baustil. Herzstück ist freilich das neue Feuerwehrgerätehaus mit insgesamt zwei Stellplätzen am nordöstlichen Ende des Lindenplatz. Daran angegliedert sind Werkstatt und Umkleidebereiche für Männer und Frauen, sowie jeweils Toiletten inklusive Behinderten-WC, die auch für den direkt benachbarten Bürgersaal analog nutzbar sind. Im Vergleich zum bisher vorhandenen Saal mit knapp 60qm fällt das neue Platzangebot mit rund 75qm nochmal größer aus. Durch große öffnenbare Fensterfronten kann der Saal hin zum Kirchenschiff und Vorplatz geöffnet werden. Ein kleines Lager und eine Teeküche befinden sich ebenfalls auf der selben Etage. Der Eingang bleibt auf Höhe der Kirche erhalten. Zwischen Lehrerwohnhaus und Bürgerhaus ist eine Treppenanlage vorgesehen – ein Vordach führt von hier bis hinüber zum Eingangsbereich bzw. den Parkplätzen. Im Gebäude selbst führt eine Treppe schließlich in das 1. Obergeschoss, das durch die Ausführung der Satteldächer entsteht. Schleppgauben und Dachfenster sorgen gleichermaßen für eine ausreichende Belichtung. Im Obergeschoss sind Schulungsraum der Feuerwehr und Kommandantenzimmer untergebracht. Daneben auch nochmal Lager, Toiletten- und Aufenthaltsbereiche.

 

Ein paar Kilometer weiter im Schonunger Ortsteil Reichmannshausen ist man schon ein paar Schritte wetier: Dort errichtet die Großgemeinde ebenfalls ein Feuerwehrgerätehaus mit Dorfgemeinschaftsräumen. Die Arbeiten werden absehbar in einigen Wochen beendet sein, ehe dann die Platz- und Umfeldgestaltungen angegangen werden sollen. Alles in allem sind in Vorbereitung bzw. laufen derzeigt in Forst, Reichmannshausen, Hausen und Löffelsterz Projekte, die vom Amt für Ländliche Entwicklung mit weit über 2,5 Millionen Euro gefördert werden.

 

Das Foto zeigt unten links den 3. Bürgermeister Bernd Götzendörfer, die beiden Löffelsterzer Gemeinderäte Sebastian Lösch und Alexander Geyer, 2. Bürgermeister Jürgen Geist, Geschäftsleiter der Gemeinde Schonungen Gerald Schmidt, sowie oben links 1. Bürgermeister Stefan Rottmann und Jürgen Eisentraut, Behördenleiter des Amtes für Ländliche Entwicklung. (Foto Herbert Roth) xx Schnitte: Die Pläne zeigen die Außenansicht des künftigen Bürger- und Feuerwehrhaus von Löffelsterz