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Stiftung „Schweinfurt hilft“ appelliert an Stadt, Energieberatung nicht sterben zu lassen

Die Verzweiflung vieler Menschen wächst

Schweinfurt: Die Hilfsaktion „Schweinfurt hilft Schweinfurt“ ist seit 1993 für Familien in Not die oft letzte Rettung. Die Stiftung von Diakonischem Werk und Schweinfurter Tagblatt konnte dieses Jahr wie schon 2024 wegen des anhaltend rückläufigen Spendenaufkommens allerdings nur noch in 35 Fällen helfen. In früheren Jahren war das noch in durchschnittlich 50 Notfällen möglich. Nichtsdestotrotz dankten Karl-Heinz Körblein (für Tagblatt) und Carsten Bräumer (für die Diakonie) allen Spendern ausdrücklich für ihre Treue, namentlich der VR Bank, Biblischen Gemeinde, Paul und Susi Hoffmann Stiftung, Jörg Schönermit seinen Musikern und dem Schaeffler Betriebsrat.

Geholfen wurde 2025 der dreiköpfigen Familie, die ihre Wohnung wegen Schimmelbefalls verlassen musste, nach einiger Zeit in der Obdachlosenunterkunft wieder eine Bleibe fand, aber für die schimmelbefallenen alten Möbel Ersatz benötigte. Die Stiftung stellte 500 Euro zur Verfügung. Einer neunköpfigen Familie bezahlte die Stiftung für das irreparable alte Teil eine neue Waschmaschine (400 Euro). Die gehbehinderte Alleinstehende kann mit der Tischspülmaschine (329 Euro) ihr Geschirr nun wieder selbstständig reinigen. Auch die Waschmaschine des Seniors, bei dem der Enkel wohnt, gab ihren Geist auf. Wegen seiner finanziell angespannten Lage bezahlte die Stiftung eine neue Maschine (450 Euro).

Neben Möbeln sind es Elektrogeräte, die meist aus Altersgründen ersetzt werden müssen. 2025 finanzierte die Stiftung acht neue Waschmaschinen, zwei Trockner, vier Elektroherde und sechs Kühlschränke. „Die Not ist aber größer und die Verzweiflung vieler Menschen wächst“, erklärte Sabina Klüpfel, Leiterin der Diakonie-Abteilungfür Armutsfragen. Umso entsetzter reagierten alle Stiftungs-Akteure bei der turnusmäßigen Herbstzusammenkunft auf die von der Stadt schon zum Jahresende 2025 gekündigte Vereinbarung zur Energieberatung von Sozial-Leistungsbeziehern und nach dem Asylbewerber-Leistungsgesetz. Diese war seit 2021 gültig.

Gravierende Folge ist das sofortige Aus auch für das so erfolgreiche Fit-Programm. Bei diesem Projekt haben Energieberater in den Wohnungen Stromfresser aufgespürt. Mit dem Austausch oft uralter Geräte wurden in zig Haushalten eine Stromsperre und/oder die drohende Verschuldung wegen hoher Stromrechnungen verhindert. Die Stiftung hatte das Fit-Projekt jährlich mit 10.000 Euro mitfinanziert. Im Wissen um die Finanzlage der Stadt appelliert die Stiftung ans Rathaus, diese Streichung unbedingt zu überdenken. Deutliche Kritik gab es am städtischen Ratschlag, sich bei der Energieberatung künftig an die Verbraucherzentrale zu wenden.

Um auf die Stiftung und ihre Hilfsangebote aufmerksam zu machen, ist ein Flyer produziert worden. Dank sagt die Stiftung der Mediengruppe Main Post, die eine Anzeige mit den Infos in ihren Tageszeitungen kostenfrei und regelmäßig veröffentlicht.

Spendenkonto der Stiftung „Schweinfurt hilft Schweinfurt“ bei der Sparkasse in Schweinfurt: IBAN DE15 7935 0101 0000 0323 26. Die Stiftung stellt Spendenquittungen für das Finanzamt aus.

Foto: by Diakonie Schweinfurt