Top 1: Fotoserie „schein“ setzt sich mit Statussymbolen auseinander
Alma Madita Paschen, Nachwuchsfotografin und Kommunikationsdesign-Studentin an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS), hat beim Deutschen Jugendfotopreis 2024 in der Kategorie 21-25 Jahre eine Auszeichnung erhalten. Ihre prämierte Fotoserie „schein“ entstand im Wintersemester 2023/24 als Semesterprojekt unter der Betreuung von Marcus Kaiser an der Fakultät Gestaltung in Würzburg.
In ihrer vierteiligen Serie „schein“ setzt sich Paschen mit dem Thema Statussymbole auseinander. Die Fotografien zeigen inszenierte Porträts, in denen Alltagsgegenstände wie Aluminiumfolie als Symbol für künstlichen Glanz und Oberflächlichkeit dienen. Die Motive – darunter ein mit Alufolie umwickelter Tennisschläger, ein Brot mit kaviarähnlichen Alukügelchen und detailreiche Nahaufnahmen von Gesichtern – spielen mit den Gegensätzen von Faszination und Ekel, Ästhetik und Irritation. Die Fotografin nutzte als Fotomodelle Mitglieder ihrer eigenen Familie, was der Arbeit eine persönliche Note verleiht.
Künstlerische Auseinandersetzung mit Statussymbolen
Paschen beschreibt den Entstehungsprozess als experimentell und emotional: „Ich hatte die einzelnen Statussymbole nicht am Stück fotografiert, sondern zeitlich versetzt und mir bei jedem individuell überlegt, was ich thematisieren möchte und wie ich es visuell umsetzen kann. Ich war immer total stolz und froh, wenn ich beim Fotografieren gemerkt habe, dass sich der Aufwand gelohnt hat.“ Für ihre Semesterarbeit erhielt Paschen bereits die Bestnote und nun auch bundesweite Anerkennung. Die feierliche Preisverleihung fand in Anwesenheit von Bundesministerin Lisa Paus statt. „Die Auszeichnung unterstreicht die hohe Qualität der Ausbildung an der Fakultät Gestaltung der THWS, die regelmäßig zu den besten Design-Hochschulen Deutschlands beim ADC Award zählt“, resümierte Betreuer Marcus Kaiser.
Die Arbeit von Alma Madita Paschen ist auf der Webseite der Fakultät Gestaltung zu sehen: https://fg.thws.de/arbeiten/schein/
Über den Deutschen Jugendfotopreis
Der Deutsche Jugendfotopreis ist der traditionsreichste und größte Bundeswettbewerb für junge Fotografie in Deutschland. 2024 wurden aus rund 4.500 Einreichungen 99 Arbeiten von einer Fachjury ausgewählt und mit insgesamt 13.000 Euro Preisgeld prämiert.
Top 2: Kooperation der Fakultät Gestaltung mit dem Friedens- und Demokratieprojekt pics4peace e. V.
Demokratiefeindlichkeit und Extremismus die Stirn bieten: Dies haben Kommunikationsdesign-Studierende der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) umgesetzt, indem sie politische Plakate gestalteten. Unter der Leitung von Prof. Gertrud Nolte von der Fakultät Gestaltung, verfolgten die Studierenden ein Semester lang die Medienlandschaft und erstellten Woche für Woche je ein aktuelles Plakat aus persönlich ausgewählten Nachrichten.
Der Plakatkurs von Prof. Nolte „I A : A I Immer Aktuell : Aktuell Interpretiert“ hat Tradition. Er existiert seit nunmehr 20 Jahren. Diesmal kooperierte er mit dem aktuellen Würzburg-Projekt von pics4peace e. V. #endlichankommen. Das von Dr. Pia Beckmann initiierte Projekt steht unter der Schirmherrschaft des Würzburger Oberbürgermeisters Christian Schuchardt. Es will den Spaltungen in unserer Stadtgesellschaft entgegenwirken und auf vielfältige Weise mit Hilfe von Kunst und Kreativität Vorurteile abbauen sowie den Dialog untereinander fördern. Ein Bestandteil von #endlichankommen war die Kooperation mit dem Plakatkurs mit dem Höhepunkt einer Ausstellung ausgewählter Plakate im Congress Centrum Würzburg.
Die dort präsentierten 32 Plakate widmeten sich dem, was nach Auffassung der jungen Künstlerinnen und Künstler aktuell bei uns als demokratiegefährdend und gesellschaftsspaltend wahrgenommen wird. Was diese Ausstellung auch mit den jungen Menschen machte, beschreibt die Studentin Isabella Adelt: „Ich fand es richtig schön, mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen. Sie interessieren sich und stellen Fragen, kommen so in den politischen Diskurs. Toll ist, dass wir damit auch mehr Menschen erreichen als nur innerhalb unserer Hochschule.“
Die Werke decken von den Studierenden identifizierte Missstände in Gesellschaft und Demokratie auf, rufen auf zu mehr Solidarität, verstärken Positives oder geben potenziell Übersehenen bzw. Gefährdeten eine Stimme. Wesentlich für das Ankommen im Leben seien vor allem unsere Grund- und Menschenrechte sowie Demokratie und Freiheit. In der Welt wachse die Zahl der Autokratien ständig. Auch bei uns in Europa und Deutschland gebe es diesbezüglich gefährdete Tendenzen, so Prof. Nolte.
Insgesamt entwarfen die Studierenden während ihres Kurses über 140 Plakate. Auf die Frage, warum sie selbst so viel Arbeit in dieses Projekt stecke und diesen Kurs immer wieder anbietet, antwortet Prof. Nolte: „Ich möchte die Studierenden anhalten, gesellschaftsrelevant zu denken, sich zu interessieren, aufmerksam zu beobachten, weil Gestaltende im Beruf in der Verantwortung sind, richtige Dinge zu tun, gute Dinge zu tun und reflektierte Dinge zu tun – um dadurch wirksam zu sein.“
Bis zu den Osterfeiertagen waren alle Interessierten eingeladen, die Ausstellung als Einstieg in den politischen Diskurs zu nutzen und damit ihren Beitrag zur gelebten Demokratie zu leisten. „Wir wollen mit der Ausstellung demokratiegefährdenden Strömungen entgegenwirken und zum politischen Diskurs einladen“, so Dr. Pia Beckmann. Dass am Tag der Vernissage eine in Teilen als rechtsextrem eingestufte Partei im Congress Centrum Würzburg tagte, bezeichnete Pia Beckmann als überraschende, aber passende Koinzidenz.
Mit ihren Plakaten nehmen die Studierenden am Wettbewerb von pics4peace e. V. teil. Die drei Gewinner-Werke resultieren aus dem Votum einer generationenübergreifenden Fachjury in Verbindung mit dem Votum von Social-Media-Nutzenden. Die Siegerinnen und Sieger erwartet ein gemeinsames kooperatives Projekt.
Ein Teil der politischen Plakate von I A : A I und #endlichankommen wird am 8. und 9. Juni im „Kunstleeren Raum“ auf dem Platz vor dem Museum am Dom gezeigt.
Top 3: THWS beruft drei Professuren für den neuen Bachelorstudiengang der THWS Business School, der im Wintersemester 2025/26 beginnt
Die Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt wird ab dem Wintersemester 2025/26 erstmalig den deutschlandweit einzigen Bachelorstudiengang „Kulinarik- und Weintourismus“ an der THWS Business School anbieten. Der Bewerbungszeitraum ist ab sofort bis 15. Juli 2025 hier möglich.
Für den Studiengang kommen drei neue Professorinnen und Professoren an die Hochschule. „Die Entwicklung und Einführung des Studiengangs von Anfang an aktiv mitzugestalten, sehe ich als eine einmalige und faszinierende Aufgabe an“, so Prof. Dr.-Ing. Jonas Müller, der den Studienbereich „Kulinarik und Wein“ verantworten wird. „Diese akademische Tourismusausbildung unterscheidet sich vom klassischen ,Destinationstourismusʼ“, so der Dekan der THWS Business School, Prof. Dr. Axel Bialek. „Neben Fokus auf Regionalität und Arbeitsstättennähe erweitern wir die Perspektive im Sinne internationaler Vernetzung. Dabei fördern Exkursionen sogenannte „Social Skills“. Zukunftsorientierung ist zentrales Element dieses neuen Studiengangs. „Mit dem Augenmerk auf Digitalisierung und Nachhaltigkeit sowie dem starken Praxis- und Forschungsbezug bereiten wir unsere Studierenden bestmöglich auf die Wirtschaft und Gesellschaft von morgen vor.“
Aufbau und Inhalt des Studiums
Das Studium setzt sich zusammen aus den fünf Säulen Tourismus, Kulinarik und Wein, Kultur, Internationales und Management. Den Studierenden werden Kenntnisse in vielfältigen Bereichen nahegebracht. Tourismuswirtschaft, Kulturwissenschaft sowie kaufmännische bzw. betriebswirtschaftliche Elemente für ein ausgeprägtes, destinationsorientiertes Arbeiten werden ihnen ebenso vermittelt wie Grundlagen zum Wissen über Kulinarik und Wein im internationalen Umfeld. Ein Praxisprojekt mit regionalen sowie internationalen Partnerschaften kann in Weinbauregionen außerhalb Deutschlands absolviert werden oder in Form eines Aufenthalts an einer internationalen THWS-Partnerhochschule. Am Ende der Regelstudienzeit von sieben Vollzeitsemestern steht der akademische Abschluss „Bachelor of Arts (B.A.)“.
Berufliche Perspektiven bietet das Studium zum Beispiel in den Bereichen Tourismus- und Eventmanagement, im Einsatz für Städte und Kommunen oder in Beratungstätigkeiten in Kultur, Kulinarik, Nachhaltigkeit oder Regionalentwicklung. Auch für die Wein- und Lebensmittelindustrie, wie regionale Weinbaubetriebe und Gaststätten, kann dieser Studiengang interessant sein.
Der Studiengang „Kulinarik und Weintourismus“ wird angeboten von der THWS Business School, die eine Unterstützung zur Vernetzung der Studierenden von Beginn an schafft, zum Beispiel in Form von Ersti-Events, durchdachten Stundenplänen und Gruppeneinteilungen. Daneben gibt es an der Hochschule eine hervorragende IT-Infrastruktur sowie eine bestens ausgestattete Bibliothek. Der Studienverlauf mit der ausgewogenen Mischung aus Lehrangeboten und Exkursionen vereint Theorie mit Praxis für eine bestmögliche Vorbereitung für die Prüfungen. Der hohe Praxisbezug der THWS wird in diesem Studiengang durch Projektarbeiten, ein Praxisseminar und praxisrelevante Themen ergänzt.
Zu den Professuren
Für den neuen Studiengang hat die THWS in diesem Sommersemester Prof. Dr.-Ing.Jonas Müller und Prof. Dr. Carmen Weith an die THWS Business School berufen. Ab dem kommenden Wintersemester folgt die Berufung für Prof. Dr. Julia Beelitz.
Nach mehr als 20 Jahren Berufserfahrung im Bereich Weinbau und Önologie in Deutschland, USA und Australien wechselte Prof. Dr.-Ing. Müller nun vom Weincampus Neustadt an der Weinstraße, wo er Studierende bei Praxisprojekten und Übungen im önologischen Technikum sowie in Versuchsweinbergen begleitete, nun zur THWS nach Würzburg. „Das Besondere an diesem Studiengang ist die Abgrenzung zu anderen Hochschulen in Nordbayern, weil wir als einzige der Region ein Tourismusstudium anbieten. Die Verbindung von Lehre und Forschung und der Standort Würzburg mit seiner lebendigen, städtischen Kultur inmitten der Wein- und Tourismusregion Mainfranken machen die THWS für mich besonders attraktiv“, freut sich Prof. Dr.-Ing. Müller.
Prof. Dr. Carmen Weith übernimmt den Bereich „Kultur“ für den neuen Studiengang. Expertise bringt Prof. Dr. Weith aus der Teamleitung Bildung für Nachhaltige Entwicklung und Leitung des Biosphärenzentrums Schwäbische Alb mit. Als Schutzkategorie der UNESCO hat dieses die Aufgabe, eine ausgewogene Beziehung zwischen Mensch und Umwelt zu fördern. „Als Referentin für Nachhaltige Entwicklung habe ich mit meinem Team für Einheimische und Touristen vielfältige Bildungsangebote organisiert“, so Prof. Dr. Weith. „Den neuen THWS-Studiengang mit seinem Fokus auf Genuss, Nachhaltigkeit und regionale Identität finde ich innovativ. Ich freue mich, die kulturwissenschaftliche Perspektive beizusteuern und mag es, mich in Lehrveranstaltungen gemeinsam mit Studierenden auf die Suche nach Hintergründen zu kulturellen Alltagsphänomenen zu begeben, Fragen zu stellen und Antworten zu finden“.
Mit dem Start des Studiums im Wintersemester 2025/26 wird auch Prof. Dr. Julia Beelitz ihre Professur an der THWS Business School antreten und für den Bereich Tourismus zuständig sein.
Zulassungsvoraussetzungen und Bewerbung
Der Bewerbungszeitraum läuft vom 1. Mai bis 15. Juli 2025. Die Studierendenanzahl wird auf 40 begrenzt sein. Zu den Zulassungsvoraussetzungen und zur Bewerbung
Top 5: Umgang mit Vielfalt: Diversity Management als Thema des Blended Intensive Programmes
„Practical Business Skills: Managing Diversity – Culture and Beyond“: Mit diesem Thema haben sich elf Studierende der Bachelorstudiengänge International Management und Betriebswirtschaft der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) befasst. Im Rahmen des von Erasmus+ unterstützten Blended Intensive Programmes (BIP) hat die THWS Business School acht Dozierende und 21 Studierende der Wirtschaftswissenschaften von den Partnerhochschulen Seinäjoki University of Applied Science (SeAMK), Finnland, und der Universitatea Lucian Blaga (ULBS) Sibiu, Rumänien, in Würzburg empfangen.
Claudia Lopes Victorio, Jana Reiter und Dominik Winkler von der THWS Business School leiteten das Treffen und gaben ihren Studierenden und den Studierenden aus Finnland und Rumänien Einblicke in die Theorie des Diversity Managements. Von der ULBS referierten Dr. Alma Pentescu, Dr. Silvia Marginean und Dr. Raluca Sava über Diversity focused Marketing, während Kaija-Liisa Kivimäki und Saija Ratts von der SeAMK International Presentation Skills erklärten.
Die Studierendengruppe nahm außerdem an Vorträgen von den Betreibenden des divers-inklusiv arbeitenden Würzburger Cafés „Senza Limiti“ und des Würzburger Zukunftshauses teil, um sich ein Bild von aktiven Umsetzungen der erlernten Theorie in Betrieben vor Ort zu machen. „Die Teilnehmenden konnten einen Eindruck davon gewinnen, welche Aspekte zu beachten sind, wenn man eine inklusive Unternehmung betreibt. Die Verschiedenartigkeit der Belegschaft kann oft als starke Bereicherung und – gerade in diesem Betrieb – als Marktvorteil betrachtet werden“, erklärt Prof. Dr. Victorio. Ein positives Exempel eines solchen Projektes sei die hohe Zufriedenheit der Mitarbeitenden, teilen die Betreibenden des Cafés mit.
Diversität ist mehr als eine ethische Frage
In dieser gemeinsamen Woche erlebten die Studierenden und Dozierenden inter- und multikulturelle Diversität, indem sie in gemischten Gruppen gemeinsam an einer betriebswirtschaftlichen Aufgabe arbeiteten. Lernziel dabei war es, sich in die Rolle einer Unternehmensführung zu versetzen, die mithilfe gezielter Maßnahmen im Bereich des Diversity Managements den eigenen Betrieb voranbringen möchte.
Dabei stellten sie fest, dass Diversität weit über ethische Fragen hinausgehe. Richtig eingesetzt könne Diversität auch einen entscheidenden Beitrag zum unternehmerischen Erfolg leisten. Indem sich die Studierenden mit diesem Thema befassten, hatten sie die Chance, intensiv voneinander zu lernen und gleichzeitig ihre bereits vorhandene Expertise im Bereich Diversity Management unter Beweis zu stellen. Die Dozierenden lobten die Qualität dieser Arbeiten, die ein breites Spektrum an unternehmerischen Themenbereichen abdeckten. Am Beispiel eines fiktiven Bauunternehmens erklärte eine Studierendengruppe, wie sich das Unternehmen profitabler und krisenfester sehe, indem es auf Fördermaßnahmen für die Belegschaftsstruktur mit einem höheren Anteil von Frauen, Menschen mit Behinderung und aus der LGBTQ+-Community versieht. Allen Präsentationen war gemein, dass Belegschaftsdiversität nicht nur zu einem höheren wirtschaftlichen Output, sondern auch zu höherer Zufriedenheit der Mitarbeiter führen kann.
„Das Projekt hat mir bewiesen, dass das Arbeiten mit anderen Kulturen kein Hindernis darstellt, sondern vielmehr eine Bereicherung und Möglichkeit schafft, über den eigenen Tellerrand hinaus zu blicken“, fasst Asuman Erdem, die im vierten Semester International Management studiert, zusammen.
Carl Odendahl, Bachelorstudent des International Management im achten Semester, zog ebenfalls eine positive Bilanz: „Ich wünsche mir auch für die Zukunft, dass die THWS dieses Projekt beibehalten wird.“ Er unterstrich den akademischen und menschlichen Mehrwert und die Freude, den das BIP mit sich brachte."
Zum Hintergrund des Blended Intensive Programmes
Bereits zum dritten Mal fand das Event in diesem Umfang mit den langjährigen Partnerschaften der THWS Business School statt. In den beiden vergangenen Jahren übernahmen jeweils die SeAMK in Finnland und die ULBS in Rumänien die Rolle der gastgebenden Hochschule.
Top 6: Theoretisches Wissen, Umgang mit KI-Tools und ein Roboter-Hund
„Wir ermöglichen Bildung“: Mit diesem zentralen Gedanken hat ein Leitbildtag am Gymnasium Veitshöchheim stattgefunden. Schülerinnen und Schüler der achten Jahrgangsstufe beschäftigten sich mit dem Thema künstliche Intelligenz (KI) in Schule und Gesellschaft. Der Leitbildtag wurde von Dipl.-Inform. (FH) Michael Rott und dem Doktoranden Marvin Tessitore, beide von der Fakultät Informatik und Wirtschaftsinformatik (FIW) der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS), inhaltlich vorbereitet und zusammen mit den Lehrkräften der achten Jahrgangsstufe gestaltet.
Im ersten Teil der Veranstaltung ging es darum, den Schülerinnen und Schülern theoretisches Wissen zum Thema KI zu vermitteln und zu erklären, wie KI funktioniert. Hierbei erfuhren die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten, dass dabei sogenannte „Perzeptronen“ (engl. „perception“ = Wahrnehmung) eine wichtige Rolle spielen. Dieses vereinfachte, künstliche, neuronale Netzwerk, gemixt mit der Logik der Mathematik, ist das Geheimnis, wie KI „lernen“ kann. Darüber hinaus wurde auch die Frage nach der Nachhaltigkeit von KI sowie ein verantwortungsbewusster und kritischer Umgang mit KI-Tools thematisiert.
Im zweiten Teil vermittelten Michael Rott und Marvin Tessitore den Jugendlichen spielerisch den Umgang mit KI-Tools wie dem Google-Programm „Teachable Machine“. Überprüft und intelligent gestaltet, lässt sich diese beliebig trainieren, damit KI zum Beispiel verschiedene Tierarten differenzieren kann. Schließlich konnten die Achtklässlerinnen und Achtklässler mit einem Quiz das erlernte Wissen testen sowie in unterschiedlichen Workshops die KI-Tools selbst ausprobieren und anwenden. Ein Schüler berichtet: „Ich hatte die Idee, ein eigenes System zur Erkennung verschiedener Ziegenarten zu bauen – und konnte das heute mit der ,Teachable Machineʼ tatsächlich umsetzen. Es war spannend zu sehen, wie die KI dazulernt und am Ende wirklich zwischen den Arten unterscheiden konnte.“
Durchdachter Umgang mit KI
Die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten wurden auch im Umgang mit sensiblen Daten geschult. Im Hinblick auf Übersetzungsprogramme stellte die Gruppe im Rahmen ihres Workshops fest, dass die KI nicht immer verlässlich eine korrekte Pbersetzung bietet. Hier kommen wieder neuronale Netze ins Spiel, die zur Methode des „Supervised Learning“ gehören. Dies sei vergleichbar mit dem Unterricht, indem Schülerinnen und Schüler Texte selbst übersetzen, die anschließend von den Lehrkräften korrigiert werden. Zur Übung erstellte Marvin Tessitore mit den Jugendlichen ein Übersetzungstool, das ausschließlich vom eigenen Wissen der Schülerinnen und Schülern gespeist wird und dadurch unerwünschte Übersetzungen von KI vermeidet. „Ich finde es spannend zu sehen, dass über 90 Prozent der Schülerinnen und Schüler bereits mit KI in Berührung kamen. Wir haben heute einen Latein-Übersetzer gebaut, der beim Lernen helfen und sogar Aufgaben lösen kann – und das ausschließlich auf Basis ihres eigenen Wissens, ganz ohne Zugriff auf allgemeine KI-Datenbanken.“
Da die Schülerinnen und Schüler ihre KI selbst trainieren mussten, entstand dabei ein echter Lerneffekt: Sie setzten sich aktiv mit den Inhalten auseinander, anstatt nur Ergebnisse abzurufen. Im Unterschied zu bekannten Programmen wie ChatGPT greife der selbst entwickelte Übersetzer nicht auf allgemeines Internetwissen zurück, sondern ausschließlich auf das Wissen, das die Schülerinnen und Schüler ihm selbst beigebracht haben. Dadurch verwende die KI nur Vokabeln und Inhalte, die tatsächlich im Unterricht behandelt wurden, anstelle von Begriffen, die im Lehrplan noch nicht vorkamen.
Michael Rott hält fest: „Künstliche Intelligenz kann unsere Zukunft verbessern – aber nur, wenn wir sie mit Herz und Verstand gestalten. Mein Dank gilt dem Gymnasium Veitshöchheim, das seinen Schülerinnen und Schülern an diesem Tag die Nutzung von KI-Programmen ermöglicht. Ich bin beeindruckt davon, wie die Jugendlichen damit umgegangen sind“.
Am Ende des Leitbildtags bedankte sich Lehrkraft Sandra Wallrapp auch im Namen ihrer beiden Kolleginnen sowie der Schulleitung bei der THWS für die Unterstützung sowie die beeindruckende Expertise und das Engagement der beiden Referenten. Die Schülerinnen und Schüler konnten in einem Reflexionsbogen ihr eigenes Feedback zu diesem Tag abgeben. Auf die Frage, was die Jugendlichen von dieser Veranstaltung mitgenommen haben, antwortet eine Schülerin: „Beeindruckend ist für mich, dass es mittlerweile in beinahe jedem System KI-Ansätze gibt, wie bei Alltäglichem wie Pfandautomaten“. Ein Highlight war der KI-gesteuerte Roboter-Hund der THWS, der eingesetzt wird, um die Gesellschaft zu erforschen. Mit einem Programm wie diesem haben Michael Rott und Marvin Tessitore bereits ein vollautomatisiertes Zimmer für einen querschnittsgelähmten Menschen entwickelt.











