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Top 1: Motorisierte Kettcars und cocktailmixende Roboter - Top 2: THWS-Professorinnen und -Professoren bei „Umsonst & Draußen“

Top 1: Bachelorstudiengang Elektrotechnik: Studierende präsentieren Entwicklungsprojekte

Von der Idee zum Produkt: Für die Studierenden des Bachelorstudiengangs Elektrotechnik an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) bieten die Entwicklungsprojekte die Chance, sich über zwei Semester hinweg intensiv mit einer Aufgabe zu beschäftigen. In der Themenwahl sind die Studierenden völlig frei – heraus kamen unter anderem Automaten zum Cocktailmixen oder motorisierte Kettcars. Im Rahmen des Tags der Elektrotechnik an der THWS präsentierten die Studierenden die Ergebnisse ihrer Entwicklungsprojekte während einer Präsentation in der großen Aula sowie als Ausstellung am Campus Ignaz Schön.

Ein Highlight war die automatisierte Cocktail-Station. Die Studierenden legten hier den Fokus auf die Software-Entwicklung und entwarfen eine App, mit der Gäste sich ihre Cocktails mittels Smartphone auswählen können. Über Schläuche werden die verschiedenen Zutaten ins Glas gepumpt. Ein Gewichtssensor misst den Füllstand, das Gewicht jeder Glassorte muss vorher eingespeichert sein. Sollte die Berechnung ergeben, dass ein bestimmtes Glas für den gewählten Cocktail zu klein ist, dann leuchtet ein blaues LED-Licht und das Programm stoppt. Ein grünes Licht zeigt an, wenn der Cocktail fertig ist. Wenn kein Glas unter der Ausgabe steht, dann leuchtet ein orangenes Warnlicht, das Spülprogramm wird über ein weißes LED-Licht angezeigt. Eine Sache lernte das Studierendenteam recht schnell: Ohne wasserfeste LED-Lichter geht es nicht.

 

Mit dem Kettcar in den Hörsaal

Einmal in der großen Aula vorfahren – diesen Traum konnte sich ein Studierendenteam mit ihrem motorisierten Kettcar erfüllen. Mit viel Enthusiasmus berichteten sie von verschiedenen Herausforderungen während ihrer Konstruktionsarbeit. Womit sie nicht gerechnet hatten: Statt der theoretischen Geschwindigkeit von 34,7 Stundenkilometern schaffte ihr Gefährt in der Realität dann doch nur knapp 20 km/h.

Der Bier-Pong-Roboter war ein weiterer Publikumsmagnet. Allerdings wird das Ziel des Spiels obsolet, sobald ein Roboter im Spiel ist: Beide Mannschaften versuchen, Tischtennisbälle in mit Bier gefüllte Becher zu werfen. Sobald ein Treffer versenkt ist, muss die gegnerische Seite Bier trinken – was sich wiederum auf die Treffsicherheit auswirkt. Doch wer trinkt Bier, sobald der Roboter trifft?

Internationale Kooperationen

Zwei THWS-Studierende führte ihr Entwicklungsprojekt sogar in die USA, genauer gesagt zur THWS-Partnerhochschule Auburn University. Mit ihrem „Distributed Network for Agricultural Monitoring“ verfolgten sie das Ziel, die Nahrungsproduktion auf einer gegebenen Fläche zu steigern. Dazu arbeiteten sie zusammen mit zwei Studierenden der Auburn University an einem dezentralen Monitoring-System, das – ausgestattet mit Solarzellen, Batterien, GPS und Sensoren – Daten wie Bodenfeuchtigkeit, Temperatur oder pH-Wert sammelte. Die gesammelten Daten wurden in Grafiken und Karten visualisiert, um bei Entscheidungen über geeignete Anbaumethoden zu helfen.

Mit der elektronischen Version des Spiels „Mastermind“ aus den 70er-Jahren hatte sich eine weitere Studierendengruppe beschäftigt und ebenfalls mit einer Partnerhochschule, der Texas A&M University, zusammengearbeitet. Wöchentliche Zoom-Termine prägten die Kooperation, bei der sich die THWS-Studierenden auf die Platinen-Fertigung konzentrierten, während sich die texanische Studentin um die virtuelle Umgebung kümmerte. Highlight der Zusammenarbeit war der Besuch der texanischen Universität, die über mehr Studierende verfügt, als die Stadt Schweinfurt Einwohner hat.

 

Zum Hintergrund

Prof. Dr. Markus H. Zink und Prof. Dr. Mark Eberspächer von der Fakultät Elektrotechnik betreuten die Entwicklungsprojekte über zwei Semester hinweg. Ein besonderer Dank der Studierenden galt Prof. Dr. Heinz Endres, dessen Labor sie nutzen konnten.

 

Top 2: Professorinnen und Professoren der Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften unterstützen Streetwork Würzburg

Bedienen und Spülen statt Vorlesungen und Seminare halten: Prof. Dr. Dieter Kulke und Prof. Dr. Vera Taube von der Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) sind der Einladung der Straßensozialarbeit der Diakonie, Streetwork Würzburg, gefolgt. Diese luden kooperierende Einrichtungen zum Thekendienst bei „Umsonst & Draußen“ ein. Das beliebte Festival in Würzburg bietet nicht nur Musik und Unterhaltung: Viele Einrichtungen und Dienste aus den Bereichen Soziales, Umwelt und Kultur waren vor Ort, stellten ihre Leistungen vor, boten Speisen und Getränke sowie Angebote zum Mitmachen an.

 

Anders als der Titel des Festivals vermuten lässt, ist ein Besuch nicht ganz umsonst: Menschen in Armutslagen haben oft kein Geld, um sich ein kühles Getränk oder eine vegane Bratwurst kaufen zu können. Das wissen die sozialen Dienste, die Menschen in schwierigen Lebenslagen unterstützen, sehr gut. Um auch ihren Klienten, die gewöhnlich über sehr wenig Geld verfügen, den Besuch von „Umsonst & Draußen“ möglich zu machen, verteilt Streetwork Würzburg am eigenen Stand kostenlose Getränke, Kuchen und andere Speisen, die von Bäckereien, Lebensmittelgeschäften und Privatpersonen gespendet wurden.

 

So nahmen Prof. Dr. Kulke und Prof. Dr. Taube Bestellungen von Festivalbesuchern entgegen. Auch das Präsentieren der Angebote und Abspülen gehörten dazu. „Eine ausgezeichnete Idee, es macht viel Spaß, Streetwork bei ihrer wichtigen Arbeit zu unterstützen. Man lernt nette Menschen kennen, kann Kontakte knüpfen und trifft ganz nebenbei Absolventinnen und Absolventen der Fakultät – und erfährt so, wie sich ihr Berufsweg entwickelt hat“, so Prof. Dr. Dieter Kulke.

Zu Top 1: Mit elektrischem Antrieb ab in den Hörsaal (Foto: THWS/Eva Kaupp)

Aus den 70er-Jahren in die Gegenwart geholt: das Spiel „Mastermind“ (Foto: THWS/Eva Kaupp)

Bier-Pong gegen einen Roboter spielen (Foto: THWS/Eva Kaupp)

Der Cocktail-Roboter hat etliche Getränkerezepte gelernt (Foto: THWS/Eva Kaupp)

Prof. Dr. Abid Ali von der Fakultät Elektrotechnik spielt Schach gegen einen Roboter (Foto: THWS/Eva Kaupp)

Prof. Dr. Dieter Kulke (re.), Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften der THWS, bei der Getränkeausgabe mit einem Gast des „Umsonst & Draußen“-Festivals (Foto: Regine Dietl/Streetwork Würzburg)