Kitzingen: Die Bedeutung der Pressefreiheit und die steigenden Gefahren für Journalisten weltweit machte Martha Echevarria zum Thema ihrer Präsentation im Armin-Knab-Gymnasium. Rund 80 Zehntklässler lauschten der Kuratorin der World-Press-Photo-Ausstellung, die vom 22. Februar bis 30. März in der Kitzinger Rathaushalle zu sehen ist.
Etwa sechs Wochen sitzt die Jury in Amsterdam zusammen, um aus den mehr als 60 000 Bildern Jahr für Jahr die jeweiligen Preisträger zu ermitteln – und damit auch die Bilder, die weltweit in den Ausstellungen zu sehen sind. Dass hinter diesen Bildern oftmals eine harte und gefährliche Arbeit steckt, verdeutlichte Echevarria anhand von Beispielen. Die Pressefreiheit sei in vielen Ländern dieser jedenfalls keine Selbstverständlichkeit, betonte sie. Die investigative Arbeit vieler Journalisten werde immer häufiger behindert, wie dem Index auf der Website der „Reporter ohne Grenzen“ (www.reporter-ohne-grenzen.de/rangliste) zu entnehmen ist. Echevarria nannte den Schülerinnen und Schülern eine beeindruckende und verstörende Zahl: 124 Journalisten mussten im letzten Jahr die Ausübung ihres Berufes mit dem Leben bezahlen.
Vor allem im Nahost-Konflikt, aber auch in Südamerika und Asien sind Journalisten ermordet worden. Auch andere Faktoren wie strikte politische Vorgaben, die bewusste Ausgrenzung freier Medien oder Internet-Trolle setzen die freie Presse unter Druck. Zensuren seien in Ländern wie China an der Tagesordnung, eine gezielte Desinformation nehme gerade in den sozialen Medien überhand. Echevarria berichtete aus Budapest, wo ein Teil der letztjährigen World-Press-Ausstellung nicht gezeigt werden durfte – weil die Bilder von homosexuellen Männern aus den Philippinen für Jugendliche angeblich verstörend wirken. Seit dem Amtsantritt von Donald Trump werden externe Fakten-Checker bei Meta, dem Internetkonzern, zu dem unter anderem Facebook und Instagram gehören, nicht mehr beschäftigt. „Ohne Pressefreiheit ist Demokratie nicht möglich“, warnte die Kuratorin.
Ihre Kollegin Marla Falkenberg stellte das einzige Fotoprojekt aus Deutschland vor, das in der Rathaushalle bis 30. März zu sehen ist. Daniel Chatard hat die Proteste rund um den Kohleabbau in Nordrhein-Westfalen begleitet und eine preisgekrönte Foto-Dokumentation erstellt. Falkenberg legte den Schülerinnen und Schülern einen Besuch der Ausstellung ans Herz. Sie hatte vor ein paar Jahren noch selbst als AKG-Schülerin einen Vortrag über World-Press in der Schule verfolgt. „Das hat mich total beeindruckt“, erinnert sie sich. „Und jetzt ist es ein sehr schönes Gefühl, den aktuellen Schülerinnen und Schülern etwas über World-Press und die Bedeutung des Journalimus zu berichten.“
Info
Die World-Press-Photo-Ausstellung ist bis zum 30. März täglich in der Rathaushalle von 10 bis 18 Uhr zu sehen. An Donnerstagen und Sonntagen von 10 bis 20 Uhr. Der Eintritt ist frei.

