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Universitätsprofessor, Ordinarius für Gynäkologie und Geburtshilfe und Direktor der Universitäts-Frauenklinik von 1947 bis 1961.

Arzt der Familie Otto von Habsburg, deren Kinder in Würzburg bei Burger zur Welt kamen

Würzburg: Karl Burger ist am 25. September 1893 als Sohn deutscher Eltern in Budapest geboren. Er wuchs in Ungarn auf, besuchte dort die Schule und studierte anschließend Medizin an der Universität Budapest, an der er 1919 promovierte.

 

Nachdem Burger seine fachärztliche Ausbildung für das Gebiet der Frauenheilkunde abgeschlossen hatte, habilitierte er sich im Jahre 1927 an der Universität Budapest als Privatdozent. Anschließend ging er zu besonderen Forschungsarbeiten in die Vereinigten Staaten. 1932 erhielt er eine a.o. Professur in Budapest. Ein Jahr später wurde ihm die Leitung der ungarischen Hebammenlehranstalt dort übertragen und im Jahre 1936 auch die Universitäts-Frauenklinik II. Seit 1936 war er auch ordentlicher Professor.

 

1944 verließ er Ungarn und fand in Würzburg als angesehener früherer Ordinarius für Gynäakologie 1946 eine neue Tätigkeit. Er bemühte sich um den Wiederaufbau der Würzburger Universitätsfrauenklinik und Poliklinik wurde ihr Leiter.

 

Hier entfaltete er als wahrer "Grandseigneur" seines Faches eine in jeglicher Hinsicht segensreiche Tätigkeit. Sein frauenärztliches Wirken war von großem Verantwortungsbewusstsein getragen.

 

Professor Franke schrieb über Burger:
"Einmal wurde ich dringend auf die geburtshilfliche Station seiner Klinik zu einem internistischen Konsiliarbesuch gerufen. Burger gab mir dabei zu verstehen, dass er aus bestimmten Gründen auch mir nicht Herkunft und Name der Schwangeren mitteilen dürfe. Mir wurde es bald bewusst, dass es sich bei der liebenswürdigen Patientin um eine Prinzessin aus dem Hause Gotha-Meiningen-Coburg handeln müsste. Meine Anrede schwankte zwischen Durchlaucht und Hoheit. Als danach ihr Ehemann im Beisein von Professor Burger um das Ergebnis der Untersuchung und um entsprechende therapeutische Ratschläge bat, erkannte ich in meinem Gesprächspartner den früheren österreichischen Thronfolger Erzherzog Otto von Habsburg. Ich selbst titulierte ihn mit Hoheit; auf einen mich strafenden Blick von Burger steigerte ich meine Anrede auf königliche bzw. kaiserliche Hoheit; während Burger als treuer Anhänger der ehemaligen ungarisch-österreichischen Monarchie stets nur von "Majestät" sprach. Die Geburt des Kindes von Otto vonHabsburg, einer Erzherzogin, ging glatt vonstatten. Die örtliche Presse berichtete ausführlich darüber, so das "Fränkische Volksblatt" am 3. und 8. Juni 1953. Die kleine Erdenbürgerin wurde in Würzburg auf rasch aus Österreich herbeigeschaffter Erde von dem Grazer Erzbischof getauft. Dennoch hatte diese Geburt ein politisches Nachspiel. Die Würzburger standesamtliche Eintragung einer Erzherzogin von Österreich-Habsburg musste einige Monate später auf energischen Einspruch der Österreichischen Bundesregierung in Bonn aufgrund eines früheren Staatsvertrages in die einfach Form von Habsburg umgewandelt werden.

 

Im Würzburger Standesamt wurden die amtlichen Formalitäten durchgeführt.

 

Frau Decker vom Blumenhaus-Decker durfte die Blumen in das Krankenhaus bringen. Dabei "benutzte" sie Kaiserin Zita im Warteraum zum "Blumenhalten".

 

Gestorben ist Karl Burger am 22. Mai 1962 in Würzburg.

Foto: by Willi Dürrnagel